Pressespiegel

From F35

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--> Aktuell (25.04.2022): F-35: US-GAO Kündigt Preiserhöhungen und Lieferverzüge an.

Expertenmeinungen

F-35: Unabhängiger US-Rechnungshof (GAO) bestätigt die bestehende Risiken

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01.06.2022, Tobias Gasser, SRF[1]

Direktorin Diana Maurer ist bei den US-Rechnungsprüfern GAO zuständig für den Kampfjet F-35. Zum Kampfflugzeug der fünften Generation sagt Maurer: «Die Piloten geben der GAO die Rückmeldung, es sei ein grossartiges Flugzeug – wenn der Jet denn fliegt.»
  • Die Ziele der US-Luftwaffe wurden nicht erreicht. 13 von 21 F-35-Mängeln sind noch nicht behoben.
  • Die Verfügbarkeit der F-35 im Jahr 2021 lag bei 50 %.
  • Die Triebwerke sind besonders anfällig. Die Reparatur ist sehr zeitaufwändig.
  • Es gibt Engpässe bei den Ersatzteilen.
  • In den USA wird derzeit der Ersatz des F-35-Triebwerks diskutiert.
  • Die F-35 A in der von der Schweiz bestellten Version (Block-4) wird nicht vor 2029 ausgeliefert werden.
Man hat den Flieger gleichzeitig zu entwickeln und auch zu produzieren begonnen – es kam nicht gut raus.

Diana Maurer Bei GAO für den F-35 zuständige Direktorin

F-35: Das Programm stagniert 2021, aber das US-DOD-Testbüro verbirgt das ganze Ausmass des Problems

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09.03.2022, POGO, Dan Grazier[2]

Deutsche Übersetzung

Einführung

Das F-35 Joint Strike Fighter-Programm scheint sich in einem Zustand der Entwicklungsunterbrechung zu befinden, da im Jahr 2021 kaum Fortschritte bei der Verbesserung seiner schwachen Leistung erzielt werden. Der jüngste Bericht des Director, Operational Test & Evaluation (DOT&E) des Pentagon zeigt eine Stagnation und sogar einen Rückschritt bei einigen Zuverlässigkeitsprüfungen der Flotte.

In einem noch nie dagewesenen Schritt verschweigt das US-Verteidigungsministerium viele der wichtigsten Details der schlechten Leistung der F-35.

Trotz mehr als 20 Jahren und etwa 62,5 Milliarden Dollar, die bisher allein für Forschung und Entwicklung ausgegeben wurden, waren die Programmverantwortlichen immer noch nicht in der Lage, ein Flugzeug zu liefern, das so oft wie nötig fliegen kann oder seine Leistungsfähigkeit im Kampf unter Beweis zu stellen, was das Militärpersonal in Gefahr bringt. Die meisten wichtigen Details sind nur in der nicht-öffentlichen Version des Berichts zu finden, aber einige Schlüsselergebnisse sind in der öffentlichen Version verfügbar:

  • Die Verfügbarkeitsraten der F-35 stagnierten während des grössten Teils des Jahres 2021 und gingen dann in den letzten Monaten des Jahres zurück.
  • Die Programmleiter haben die Bemühungen um die Fertigstellung des problembehafteten Autonomen Logistikinformationssystems (ALIS) aufgegeben und stattdessen beschlossen, ein neues Netzwerk namens Operational Data Integrated Network (ODIN) aufzubauen. Das neue System, das Wartungsprobleme vorhersehen und Teile und Reparaturprozesse verfolgen soll, läuft schneller und ist besser einsetzbar als ALIS, liegt aber bereits hinter dem Zeitplan zurück und weist einige der gleichen Cyberschwachstellen auf.
  • Die gemeinsame Simulationsumgebung, die als realitätsgetreuer und vollständig validierter und verifizierter Simulator zur Erprobung der Spitzenfähigkeiten der F-35 gedacht war, liegt nun mehr als vier Jahre hinter dem Zeitplan zurück. Eine Entscheidung über die vollständige Produktion kann erst dann getroffen werden, wenn die geplanten 64 Tests in der Simulation abgeschlossen werden können.
  • Die Modernisierungsbemühungen des F-35-Programms, die darauf abzielen, die Lieferung von Fähigkeiten zu vervollständigen, die im Rahmen des ursprünglichen Entwicklungsvertrags hätten enthalten sein sollen, liegen hinter dem Zeitplan zurück und haben nur wenig dazu beigetragen, die hohe Zahl der ungelösten Konstruktionsfehler zu verringern.

Enttäuschende Flottenleistung

Während das F-35-Programm in einigen Zuverlässigkeitskategorien geringfügige Verbesserungen erfuhr, zeigt der allgemeine Trend, dass die Leistung der Flotte weiterhin unter den Standards des Verteidigungsministeriums liegt und sich in einigen Kategorien sogar verschlechtert.

Laut der nicht öffentlichen Version des Testberichts erreichten die Verfügbarkeitsraten der F-35-Flugzeuge im Jahr 2021 ein "Plateau" und gingen dann ab Juni zurück. 

Die Dienststellen hatten sich eine Verfügbarkeitsrate von 65 % zum Ziel gesetzt. Für eine Flugzeugflotte sind 65 % eine niedrige Messlatte, da 75 % bis 80 % der akzeptierte Standard für andere Programme sind.

Die durchschnittliche Verfügbarkeitsrate für die F-35-Flotte lag bei 61 %. 

Die Dienststellen berechnen die Verfügbarkeitsrate einer Flugzeugflotte als den Prozentsatz der Flugzeuge, die einsatzfähig sind und sich im Besitz des jeweiligen Geschwaders befinden und nicht in der Wartung auf Depot-Ebene.

Das Testbüro erwähnte mit keinem Wort die Einsatzfähigkeitsrate des Programms oder die für ein Mehrzweckflugzeug wie die F-35 noch wichtigere Leistungskennzahl, die volle Einsatzfähigkeitsrate. Die Missionsfähigkeitsrate wird von jeder militärischen Einheit berechnet und ist der Prozentsatz der Flugzeuge, die bereit sind, mindestens eine der ihnen zugewiesenen Missionen auszuführen. Ein Flugzeug, das gerade erst gestartet ist, wird als einsatzfähig gezählt, unabhängig davon, ob es eine seiner eigentlichen Kampfaufgaben erfüllen kann oder nicht. Die Streitkräfte ziehen es vor, diesen Wert gegenüber der vollen Einsatzfähigkeit anzuführen, da ersterer einen viel niedrigeren Standard darstellt und leichter zu erfüllen ist. Ein voll einsatzfähiges Flugzeug ist ein Flugzeug, das in der Lage ist, alle ihm zugewiesenen Aufgaben zu erfüllen.

Diese Informationen sind wichtig, um festzustellen, wie wirksam das Programm wirklich ist. Glücklicherweise haben andere Bundesbehörden einige dieser Informationen zur Verfügung gestellt. Das Government Accountability Office hat sie in einen Bericht vom Juli 2021 aufgenommen.

Das GAO stellte fest, dass die gesamte F-35-Flotte im Jahr 2020 im Durchschnitt zu 39 % voll einsatzfähig war, was eine Verbesserung gegenüber den 32 % des Vorjahres darstellt. 

Die F-35A-Variante der Luftwaffe schnitt in diesem Jahr mit einem Flottendurchschnitt von 54 % am besten ab, eine Leistungsrate, die immer noch weit unter der für eine effektive Flugzeugflotte erforderlichen Einsatzfähigkeit von 80 % liegt (und sogar deutlich unter dem niedrigen Verfügbarkeitsstandard des Programms von 65 %). Die Flotte der kurzstartenden und landenden F-35B des Marine Corps und die Flotte der F-35C der Navy, die für den Einsatz auf Flugzeugträgern ausgelegt sind, liegen weit zurück. Die Quote der voll einsatzfähigen F-35B-Flotte hat sich zwischen 2019 und 2020 verschlechtert und ist von 23 % auf 15 % gesunken. Die F-35C-Flotte hat sich in diesem Zeitraum zwar etwas verbessert, aber das heisst noch nicht viel. Die Quote dieser Flotte stieg von 6,4 % auf 6,8 %.

Der nicht öffentliche DOT&E-Bericht erklärt, dass die Verfügbarkeitsraten der F-35-Flotte vorübergehend anstiegen, weil die Programmverantwortlichen einige Einheiten mit Ersatzteilen versorgten und weil die neuesten Flugzeuge, die ab Werk ausgeliefert wurden, den Prozentsatz der Flugzeuge verringerten, die aus dem Verkehr gezogen wurden, um sie für Modifikationen oder grössere Reparaturen in die Wartungsdepots zu schicken.

Das bedeutet, dass die F-35 nicht plötzlich im Jahr 2021 ein zuverlässigeres Flugzeug geworden ist.

Es bedeutet, dass es ausserordentlicher Anstrengungen bedarf, um die Flotte auch nur annähernd auf dem geforderten Niveau zu halten, und lässt vermuten, dass diese Verfügbarkeitsraten langfristig nicht haltbar sind.
Die Verfügbarkeit von Ersatzteilen ist seit langem ein ernsthaftes Problem im F-35-Programm, das dazu führt, dass Flugzeuge auf dem Rollfeld stillstehen, während die Wartungsmannschaften auf die Lieferung von Ersatzteilen warten, und die Bereitschaftsrate sinkt. 

Der Wettbewerb um Ersatztriebwerke ist derzeit vielleicht die grösste Herausforderung für das Programm.

Laut DOT&E standen am Ende der Woche vom 27. September 2021 52 F-35-Flugzeuge still, weil sie keine funktionierenden Triebwerke hatten. Das Problem ist bei der Luftwaffe besonders ausgeprägt, da "fast alle Flugzeuge, die ein Triebwerk benötigen, F-35A-Varianten sind".

Die Programmverantwortlichen erwarteten auch, dass das in der F-35 verwendete Triebwerk Pratt & Whitney F135 zuverlässiger sein würde, als es sich erwiesen hat. Die Beamten der Dienststellen stützten sich bei ihren Plänen auf die versprochene Leistung und nicht auf die nachgewiesene Leistung und unterschätzten daher die Kapazität der Wartungsdepots, die sie für die Reparatur defekter Triebwerke benötigen würden. Das unvorhergesehene Arbeitsvolumen hat die Wartungsmannschaften überfordert, und der Rückstau hat einen Grossteil der Flotte zum Stillstand gebracht, darunter auch viele Flugzeuge, die in operativen Einheiten eingesetzt werden. "Obwohl das Programm und die Dienststellen Triebwerkersatzteile verwalten, indem sie kampfcodierten Einheiten Vorrang vor Test- und Trainingseinheiten einräumen", so der Bericht, "hat sich der Mangel an Ersatztriebwerken auch auf eingesetzte Kampfeinheiten negativ ausgewirkt."

Ein Kampfflugzeugprogramm, das nicht in Gang kommt, ist von begrenztem Wert.

Kürzlich wurde der Welt vor Augen geführt, wie anfällig die Tarnkappenbeschichtung der F-35 ist und wie schwierig es ist, sie ordnungsgemäss zu warten. Fotos, die von der internen Multimedia-Abteilung des Pentagon, dem Defense Visual Information Distribution Service, veröffentlicht wurden, zeigen einige der F-35C an Bord der USS Carl Vinson, die während ihres Einsatzes im Pazifik mit Rost bedeckt sind.

Ein Kampfflugzeugprogramm, das nicht in Gang kommt, ist von begrenztem Wert. Dies gilt natürlich in Kriegszeiten, aber auch in Friedenszeiten. Piloten müssen in der Lage sein, das Flugzeug zu fliegen, mit dem sie in den Kampf ziehen würden, um genügend Flugstunden zu sammeln und ihre Fähigkeiten zu entwickeln und zu verbessern. Ohne genügend Flugstunden verschlechtern sich die Fähigkeiten eines Piloten. Wie ein ehemaliger Kampfpilot schrieb, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Pilot, der nicht genügend Flugerfahrung gesammelt hat, im Kampf effektiv ist oder sogar überlebt, rapide.

Cyber-Bedrohungen und ein Auslaufmodell für Logistik- und Wartungsnetz

Die Befürworter der F-35 sagen gerne, dass das Programm mehr ist als nur ein Kampfjet. "Ein Computer, der zufällig fliegt", "der fortschrittlichste Knotenpunkt in der Kriegsführung des 21. Jahrhunderts" und "der tödlichste, überlebensfähigste und am besten vernetzte Kampfjet, der je gebaut wurde" sind nur einige der übertriebenen Marketing-Slogans, mit denen das F-35-Programm verkauft und geschützt wird. Während diese Slogans auf einer Broschüre oder auf den Seiten von Fachzeitschriften gut aussehen mögen, könnte sich die Vernetzung der F-35-Flugzeuge und der Unterstützungsnetzwerke am Boden letztendlich als der grösste konzeptionelle Fehler des Programms erweisen.

Das gesamte F-35-Unternehmen bleibt trotz jahrelanger Warnungen in gefährlicher Weise anfällig für Cyberangriffe.
Die im Jahr 2021 abgeschlossenen Cybersicherheitstests haben eine Reihe von "Schwachstellen aufgedeckt, die behoben werden müssen, um einen sicheren Betrieb von ALIS, Trainingssystemen, United States Reprogramming Lab (USRL) und Luftfahrzeugen (AV) zu gewährleisten". Das Testbüro berichtet tatsächlich, dass es keinen Aspekt des F-35-Programms gibt, der gegen einen Cyberangriff geschützt ist.

Die F-35 ist in dieser Hinsicht in bester Gesellschaft. In dem Begleitschreiben zum Jahresbericht erklärte Nikolas Guertin, Direktor für operative Tests und Evaluierung, dass weniger als 10 % der 81 im Jahr 2021 bewerteten Waffenprogramme ausreichend gegen Cyberangriffe geschützt waren. "[Test & Evaluation] hat weiterhin gezeigt, dass die Netzwerke und Systeme des Verteidigungsministeriums, die kritische Missionen unterstützen, nicht sicher sind", schrieb er. "Die Verbesserung der Cybersicherheitslage des Verteidigungsministeriums erfordert, dass Netzwerkverteidiger, Systembenutzer und Missionskommandeure mit innovativen Werkzeugen und Schulungen ausgestattet werden, um erfolgreich Cyberangriffe von Nationalstaaten zu erkennen und schnell darauf zu reagieren."

Die Befürworter der F-35 haben dem Kongress und der amerikanischen Bevölkerung eifrig versichert, dass das allumfassende Wartungs- und Logistiknetzwerk des Programms, das Autonomic Logistics Information System (ALIS), wie angekündigt funktionieren und die Art und Weise, wie die Streitkräfte die Wartung durchführen würden, verändern würde.

Das 16,7 Milliarden Dollar teure ALIS-Netzwerk sollte in der Lage sein, die in den Flugzeugen eingebauten Diagnosefunktionen zu nutzen, um Wartungsprobleme zu erkennen und sogar vorauszusehen. Wenn das System ein Problem feststellte, würden die benötigten Ersatzteile automatisch bestellt und dann durch die Lieferkette verfolgt werden. Sobald die Teile eingetroffen sind, leitet ALIS die Wartungscrews durch die Schritte zur Behebung des Problems. Lockheed Martin sagt, dass ALIS "Daten aus vielen Quellen in verwertbare Informationen umwandelt und Piloten, Wartungspersonal und militärische Führungskräfte in die Lage versetzt, proaktive Entscheidungen zu treffen, damit die Flugzeuge in der Luft bleiben." In Wirklichkeit verursachte es mehr Arbeit für die Piloten und die Wartungscrews.

ALIS meldete immer wieder Ausfälle, die nicht vorhanden waren, was die Wartungsmitarbeiter dazu veranlasste, Zeit mit der Untersuchung von Warnungen zu verbringen, die nicht existierten. Das Meldesystem lieferte häufig fehlerhafte Daten, so dass die Administratoren viel Zeit für mühsame Umgehungslösungen aufwenden mussten.

Lockheed Martin hat ALIS nicht nur entworfen und gebaut, sondern auch kontrolliert und betrieben, und zwar nach einem Konzept, das als Total System Performance Responsibility bekannt ist. Schon zu Beginn des F-35-Programms gab die Regierung einen grossen Teil der Kontrolle über das grösste Waffenprogramm der Geschichte ab, weil die Beamten damals glaubten, dass der Auftragnehmer effizienter Unterstützung leisten könnte. Das Unternehmen behielt die Datenrechte und das geistige Eigentum, die notwendig waren, um das F-35-Programm während seiner gesamten Lebensdauer effektiv zu unterstützen. Die Regierung konnte die lukrativen Wartungsverträge nicht im Wettbewerb ausschreiben, da keine andere Firma Zugang zu den Daten hatte, die sie für die Ausführung der Aufgabe benötigt hätte. Die Dienststellen haben daher keine andere Wahl, als sich auf Lockheed Martin zu verlassen.

Die Probleme mit ALIS wurden so akut, dass die Pentagon-Führung im Jahr 2020 beschloss, das gesamte Projekt zu verwerfen und durch ein neues cloudbasiertes System namens Operational Data Integrated Network (ODIN) zu ersetzen.

Nachdem Lockheed Martin mit ALIS keine effektive Wartung und Logistik liefern konnte, wird das Unternehmen nun erneut für den Bau von ODIN bezahlt.

Solange Lockheed Martin und das F-35 Joint Program Office kein funktionierendes Unterstützungsnetzwerk aufbauen können, wird die F-35 kein effektives Flugzeugprogramm sein.

Beamte des Joint Program Office behaupten, die F-35 könne 30 Tage lang ohne Verbindung zu ALIS betrieben werden.

Die grösste Schwachstelle des F-35-Programms ist möglicherweise nicht die Verwundbarkeit durch eine feindliche Waffe, sondern die Informationsarchitektur des Programms selbst.

Unvollendeter Flugsimulator

Der Hauptgrund für den Stillstand des F-35-Programms im Jahr 2021 ist, dass die Konstrukteure und Programmierer einer wichtigen Simulationsanlage ihre Arbeit nicht abschliessen konnten.

Das Programmbüro benötigt eine spezialisierte Simulationsanlage, um die Fähigkeit der F-35, in dem stark verteidigten Luftraum, den ein hochentwickelter Gegner wie Russland oder China schaffen würde, zu kämpfen und zu überleben, umfassend zu testen.

Die ursprünglichen Konstrukteure der F-35 hatten genau ein solches Extremszenario im Sinn, als sie die ursprünglichen Anforderungsdokumente verfassten, und es ist die Fähigkeit, in dieser Art von Extremszenario durchzuhalten, für die das amerikanische Volk den hohen Preis des F-35-Programms zahlt.

In den letzten sieben Jahren hat ein Team unter der Leitung der Marine am Bau der Anlage, der so genannten Joint Simulation Environment (JSE), auf der Naval Air Station Patuxent River in Maryland gearbeitet. Das DOT&E berichtet, dass die Anlage nun mehr als sechs Jahre hinter dem Zeitplan zurückliegt und dass noch "erhebliche" Arbeiten anstehen, bevor die F-35-Tests abgeschlossen werden können.

Der Masterplan für die anfängliche operationelle Erprobung und Bewertung der F-35 sieht 64 Testszenarien vor, die von den Piloten im Simulator "geflogen" werden sollen. Die Tests umfassen 11 defensive Luftabwehreinsätze, um die Fähigkeit der F-35 zu testen, feindliche Flugzeuge abzuwehren, die befreundete Streitkräfte oder Einrichtungen angreifen, 22 Einsätze zur Abwehr von Marschflugkörpern und 31 Einsätze, in denen die Fähigkeiten der F-35 getestet werden, in den feindlichen Luftraum einzudringen, um feindliche Flugzeuge abzuschiessen, Bodenziele zu zerstören und Luftverteidigungsanlagen zu zerstören.

Die Ingenieure haben den Bau der gemeinsamen Simulationsumgebung schon vor Jahren abgeschlossen. Die langen Verzögerungen sind darauf zurückzuführen, dass die Entwickler nicht in der Lage waren, die Simulationssoftware fertigzustellen. Für die verbleibenden Einsatztests muss die Simulation die reale Leistung aller F-35-Missionssysteme und deren Reaktion auf Signale von den unzähligen simulierten Radarsystemen, Flugzeugen und allem anderen, dem die echten F-35 bei einem Einsatz begegnen würden, genau reproduzieren. Das DOT&E beschrieb die gemeinsame Simulationsumgebung einmal als "die einzige Möglichkeit, die F-35 angemessen zu evaluieren, abgesehen von realen Gefechten gegen nahe stehende Gegner, aufgrund der inhärenten Einschränkungen, die mit Tests unter freiem Himmel verbunden sind."

Die Verantwortlichen des Pentagons können nicht einmal einen voraussichtlichen Fertigstellungstermin für den Flugsimulator nennen, wie sie es in der Vergangenheit getan haben.

Das DOT&E kann nur berichten, dass "noch erhebliche Arbeit zu leisten ist, um den notwendigen Verifizierungs- und Validierungsprozess abzuschliessen, bei dem die JSE-Leistung auf Komponenten- und Systemebene mit den F-35-Flugtestdaten verglichen wird, um die JSE für operationelle Testversuche zu akkreditieren".

Die gemeinsame Simulationsumgebung ist so weit hinter dem Zeitplan zurückgeblieben, dass die Programmleiter externe Experten zur Überprüfung des Projekts hinzuzogen. 

Teams des Johns Hopkins Applied Physics Laboratory, des Carnegie Mellon University Software Engineering Institute und des Georgia Tech Research Institute bewerteten die Anlage. Die Teams schlossen ihre Arbeit im Mai 2021 ab und kamen zu dem Schluss, dass für die Fertigstellung des Simulators mehr Mittel und Personal benötigt werden, "zusammen mit einer starken Unterstützung durch alle Beteiligten, um die Anforderungen für [Initial Operational Test & Evaluation] zu erfüllen".

Quellen, die in den Prozess involviert sind, sagen POGO, dass sie bezweifeln, dass die gemeinsame Simulationsumgebung jemals so funktionieren wird, wie es die Programmleiter versprochen haben. 

Wenn die Anlage nicht ordnungsgemäss funktioniert, muss der formale Plan für die Betriebstests entweder geändert oder vorzeitig abgebrochen werden.

Es kann sein, dass die Fähigkeiten der F-35 in vollem Umfang erst über dem Himmel einer feindlichen Hauptstadt getestet werden.

Unvollendete Entwicklung, getarnt als Modernisierung

Falls und wenn das F-35-Programm alle Hürden für den Übergang in die Produktionsphase nimmt, wird die F-35 immer noch eine umfangreiche Entwicklung benötigen, um all die Arbeiten abzuschliessen, die schon lange vor dem Erreichen dieses Punktes hätten abgeschlossen werden müssen. "Im CY2020 [Kalenderjahr 2020] wurden von den operationellen Testeinheiten und den Feldeinheiten erhebliche operationelle Mängel (klassifiziert) festgestellt, die Softwareänderungen erforderlich machten", heisst es in dem nicht öffentlichen Bericht. Infolgedessen wird im Rahmen des Programms "weiterhin unausgereifte, mangelhafte und unzureichend getestete Missionssystem-Software ohne angemessene Betriebstests an die im Einsatz befindlichen Einheiten geliefert."

Da das Joint Program Office und Lockheed Martin nicht in der Lage waren, alle Anforderungen an ein voll funktionsfähiges Flugzeug innerhalb der Zeit und des Budgets der ersten, zweiten oder dritten Programmlinie zu erfüllen, beschlossen die Verantwortlichen, die verbleibenden Arbeiten einfach umzubenennen. Die laufenden "Modernisierungs"-Bemühungen sind in Wirklichkeit eine Neuauflage der ursprünglichen F-35-Entwicklung.

Das F-35-Programm weist noch immer 845 ungelöste Mängel auf, von denen sechs als schwere Konstruktionsfehler eingestuft werden.

Die Ingenieure haben alle Hände voll zu tun.

Das DOT&E berichtet, dass das F-35-Programm immer noch 845 ungelöste Mängel aufweist, von denen sechs als Kategorie I eingestuft sind, d. h. als Konstruktionsfehler, die so schwerwiegend sind, dass sie "zum Tod, zu schweren Verletzungen oder zu schweren Berufskrankheiten führen können, den Verlust oder eine erhebliche Beschädigung eines Waffensystems zur Folge haben können, die Kampfbereitschaft der Organisation, die sie einsetzt, kritisch einschränken oder zu einem Stillstand der Produktionslinie führen können".

Die 845 gemeldeten Konstruktionsfehler im diesjährigen Bericht scheinen eine leichte Verbesserung gegenüber den 871 im letztjährigen Bericht darzustellen. Doch ohne zu wissen, um welche Konstruktionsfehler es sich handelt und wie sie behoben wurden, ist es schwierig zu beurteilen, ob wirklich Fortschritte erzielt wurden. Die Programmverantwortlichen halten Sitzungen des Deficiency Review Board ab, in denen die Mitglieder festlegen, welche Schritte zur Behebung von Konstruktionsmängeln unternommen werden sollen, wenn überhaupt. Aus dem Protokoll einer solchen Sitzung im Jahr 2018 geht hervor, dass das Gremium einen Mangel der Kategorie I in die Kategorie II herabgestuft hat, ohne einen Plan zur Behebung.

Weder das Programmbüro noch Lockheed Martin scheinen ihre zweite Chance optimal zu nutzen. "Das Programm hat die Entwicklungstestteams (DT-Teams) nicht ausreichend finanziert, um adäquate Tests, Datenanalysen oder umfassende Regressionstests durchzuführen, um sicherzustellen, dass vor der Auslieferung keine unbeabsichtigten Mängel in die Software eingebettet werden", berichtet DOT&E.

Mit den Verzögerungen gehen zusätzliche Kosten einher. Ursprünglich hiess es, die zusätzlichen Entwicklungsarbeiten würden 10,8 Milliarden Dollar kosten, plus weitere 5,4 Milliarden Dollar für die Nachrüstung von F-35-Flugzeugen, die in den Jahren vor Abschluss der Konstruktionsarbeiten gekauft wurden.

Das Government Accountability Office berichtete im März 2021, dass die Kosten für die neuen Entwicklungsarbeiten auf 14 Milliarden Dollar gestiegen sind, was bedeutet, dass die "Modernisierung" fast 20 Milliarden Dollar kosten wird, wenn man die Kosten für die Nachrüstung der Flotte hinzurechnet - ein Drittel so viel, wie bisher für die Entwicklung allein ausgegeben wurde.

Unzulässige Geheimhaltung

Während die mangelnden Fortschritte des Programms, die im nicht-öffentlichen Testbericht des DOT&E aufgedeckt wurden, schon schlimm genug waren, gab es auch noch eine Kontroverse um das DOT&E selbst, weil das angeblich unabhängige Testbüro dem Druck des Dienstes in Bezug auf öffentlich zugängliche Informationen nachgab.

Das US-Bundesgesetz schreibt vor, dass das Testbüro einen jährlichen Bericht über die Waffenprogramme auf seiner Aufsichtsliste verfasst. Das Gesetz besagt, dass das Testbüro, wenn es dem Kongress einen klassifizierten Bericht vorlegt, auch eine nicht klassifizierte Version vorlegen muss. Das DOT&E erstellte drei Versionen des Berichts für das Jahr 2021: eine klassifizierte Version, eine öffentlich freigegebene, nicht klassifizierte Version und eine neuere, dritte Version mit dem Stempel "Controlled Unclassified Information". Diese letzte Version enthielt die Informationen, die zuvor in früheren nicht klassifizierten, öffentlich freigegebenen Berichten enthalten waren. Obwohl die öffentlich zugängliche Version des diesjährigen Berichts eine Gesamtbewertung des F-35-Programms enthielt, haben die Autoren viele Zahlen und Details gestrichen, die ein vollständiges Bild der Leistung des Programms im Jahr 2021 vermitteln.

Der Unterschied im Detaillierungsgrad der einzelnen Berichte ist schon in der Überschrift des Abschnitts über die F-35 offensichtlich. Und von dort aus wird es auch nicht besser. In der öffentlichen Version heisst es zum Beispiel, dass das Programm Mängel aufwies, die "Softwareänderungen und zusätzliche Zeit und Ressourcen" erforderten. In der nicht-öffentlichen Version heisst es, dass das Programm Mängel in den Bereichen "Waffen, Fusion, Kommunikation und Navigation, Cybersicherheit und Zielprozesse" aufwies, die Softwareänderungen und zusätzliche Zeit und Ressourcen erfordern.

In der öffentlichen Version des Berichts (oben) heisst es, dass im F-35-Programm Mängel festgestellt wurden, die "Softwareänderungen und zusätzliche Zeit und Ressourcen" erfordern. Die nicht-öffentliche Version (unten) beschreibt diese Mängel im Detail. (Hervorhebungen zur Verdeutlichung hinzugefügt.)

Die DOT&E-Berichte früherer Jahre waren voll von Diagrammen mit Daten über die Bereitschaftsraten der Flotte und Wartungsdaten. Die öffentliche Version des diesjährigen Berichts enthielt nur zwei Tabellen, während die nicht-öffentliche Version acht Tabellen enthielt. Eine der Tabellen, die in der öffentlich zugänglichen Version nicht enthalten war, enthielt detaillierte Angaben zu den Verfügbarkeitsraten der Flotte auf den einzelnen F-35-Stützpunkten. Die Tabellen, die DOT&E in die öffentliche Version des Berichts aufnahm, waren ebenfalls von geringerem Wert, da sie mit vagen Bezeichnungen und ohne detaillierte Erklärungen dargestellt wurden. Die öffentliche Version enthielt eine Tabelle mit dem Titel "F-35 Reliability Metrics".

Die Tabelle enthält mehrere Akronyme wie "MFHBCF", aber keinen Schlüssel, der erklärt, was das Akronym bedeutet. Wer sich einen Reim darauf machen will, muss in einer anderen Quelle nachschlagen, um herauszufinden, dass es für "Mean Flight Hours Between Critical Failures" steht. Der Eintrag für diese Spalte in der öffentlichen Version des Diagramms gibt den Vertragsstandard an, den die Flotte erreichen soll, enthält aber keine Angaben zur tatsächlich beobachteten Leistung. Stattdessen enthält sie nur Pfeile, die den Aufwärts- oder Abwärtstrend für jede der drei F-35-Varianten zeigen, und ein "Ja" oder "Nein", das angibt, ob dieser Teil der Gesamtflotte den Standard erfüllt.

In der nicht-öffentlichen Version des Berichts wurden die Zuverlässigkeitsdaten in sechs separate Diagramme aufgeteilt. In diesen Diagrammen wurden die Akronyme buchstabengetreu wiedergegeben und es wurden tatsächliche Daten anstelle von undurchsichtigen Trendpfeilen angegeben.

Erst in diesen Diagrammen erfährt der Leser, dass beispielsweise die F-35A-Flotte der Luftwaffe nicht nur ihr Ziel von 20 Stunden Standard für die mittleren Flugstunden zwischen kritischen Ausfällen verfehlt, sondern dass die nachgewiesene Leistung nur 11,2 Stunden beträgt. 

Während die öffentliche Version nur zeigte, dass sich der Trend der Flotte in diesem Bereich verschlechtert, zeigt das detailliertere Diagramm, dass sich die Zeit zwische

F-35: US-Kampfjet sei gut für vernetzte Bombenangriffe, aber schlecht für die Schweiz

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18.02.2022, Infosperber, Georges Bridel[2]

Beschaffung F-35: eine unverstäandliche Präferenz des VBS

In der laufenden Diskussion um die Beschaffung eines neuen Kampfjets geht es weitgehend nur um die zur Auswahl stehenden Flugzeugtypen.

Der Kontext, das heisst, die für die Schweiz wesentlichen sicherheits- und verteidigungspolitischen Rahmenbedingungen, geht dabei verloren. 

Undurchsichtige Kostenberechnung?

Die Meldung in der NZZ, wonach der F-35 (gemäss Armasuisse) viel geringere Betriebskosten aufweist als die Konkurrenz beruht offenbar auf der Simulation beim F-35, welche Flugstunden spart.

Auf welchen Grundlagen basiert dieses Resultat?

Dem Vernehmen nach auch auf Analysen des Herstellers Lockheed-Martin. Sollten die drei Mit-Konkurrenten für eine solche Analyse nicht angefragt worden sein, hätte das VBS ein wirkliches Problem. Denn alle Konkurrenten verfügen über umfangreiche Simulationseinrichtungen, mit welchen die Flugstunden und damit die Betriebskosten der gesamten Flotte erheblich gesenkt werden können. Falls jede einzelne Fähigkeit über eine solche Rechnung beurteilt würde, könnten ungünstige Eigenschaften des F-35 via die geringeren Flugstundenkosten gegengerechnet und damit relativiert werden. Das wäre absurd.

Weitgehende Abhängigkeit von den USA

Im Rahmen der obgenannten NATO-Einbindung entsteht eine vollständige Abhängigkeit von der US-Industrie und vom US-Verteidigungsministerium (DoD).

Die Kontrolle betrifft insbesondere das wichtigste Vernetzungsmittel, den hochgeheimen «MADL» Datalink. Damit ist der F-35 mit den anderen europäischen Flugzeugen wie Eurofighter, Rafale, F-16, Gripen etc. nicht direkt einsatzkompatibel – sondern nur eingeschränkt via den konventionellen sogenannten Link-16.

Im Gegensatz zum Betrieb des F-16 in den kleineren NATO-Staaten bedienen die USA den F-35 Betrieb exklusiv neu mit jedem einzelnen Land und behindern damit die Kooperation und den Datenaustausch untereinander. 

n kritischen Ausfällen verkürzt hat und von 16,8 Stunden im Jahr 2020 gesunken ist.

Datenvernichtungsaffäre

SRF-Recherchen zeigen, dass armasuisse das Einverständnis der unterlegenen Anbieter zur sofortigen Zerstörung der Daten einforderte. Und das, bevor der demokratische Prozess überhaupt begonnen hat.

30.09.2021 SRF[3]

Nachdem sich der Bundesrat für den Kauf des US-Kampfjets F-35 entschieden hatte, für das grösste Rüstungsgeschäft in der Schweizer Geschichte, erhielten die unterlegenen Anbieter eine Einladung vom Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) zum Abschlussgespräch. Auf der Einladung, in die SRF Einsicht erhielt, lautete ein Traktandum «Umgang mit den Daten».

An den Gesprächen überraschte Armasuisse die unterlegenen Kandidaten mit der Bitte um ihr Einverständnis, alle ihre Daten zu zerstören oder zurückzugeben und dies ohne abzuwarten. Dies bestätigen verlässliche Quellen aller unterlegenen Kampfjetanbieter gegenüber Radio SRF. Auch die «Liberté» berichtete darüber. Keine Untersuchungen mehr möglich

So etwas sei inakzeptabel, sagt SP-Sicherheitspolitikerin Priska Seiler-Graf. «Ich finde dieses Vorgehen eines Rechtsstaates nicht würdig. Der parlamentarische Prozess hat ja noch gar nicht begonnen. Und jetzt will man schon die Akten vernichten.» Sind die Daten aus dem Kampfjet-Auswahlverfahren nicht mehr vorhanden, so sind allfällige Untersuchungen zu diesem Verfahren nicht mehr möglich.

Wollte der Bund wichtige Daten vernichten?

30.09.2021, Blick [4]

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Verlässliche Quellen berichten: Der Bund wollte Daten zur Kampfjet-Beschaffung vernichten. Das sorgt im Parlament für Stirnrunzeln.

Finanzielle Risiken.

F-35: Über 800 Mängel: Analyse zeigt Risiken beim neuen Bundeswehr-Kampfjet

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25.06.2022, Business Insider Deutschland[5]

Zahlreiche Probleme und Mängel plagen das Flugzeug demnach auch zehn Jahre nach seiner Einführung bei den US-Streitkräften, schreiben die Autoren der Analyse in ihrem Bericht.

Bei allen bislang produzierten und ausgelieferten etwa 750 F-35 handele es sich um Modelle aus der sogenannten Anfangsproduktion, die noch nicht alle Anforderungen an ein vollständig ausgereiftes Flugzeug erfüllen müssten. Greenpeace listet die „derzeit grössten Probleme“ auf und schreibt: „Einem jüngsten Bericht des US-Rechnungshofs zufolge müssen immer mehr F-35-Flugzeuge am Boden bleiben, weil sie kein funktionierendes Triebwerk haben.“

Flottenweit sei eine F-35 im Schnitt nur in weniger als 40 Prozent der Zeit voll einsatzbereit gewesen – im Zeitraum 2014 bis 2021.

Bei der F-35A habe der Wert im Jahr 2021 auch nur bei 50 Prozent gelegen. 

Neben der vollen gebe es noch eine teilweise Einsatzbereitschaft. Diese gelte als gegeben, wenn das Luftfahrzeug fliegen und mindestens eine der übertragenen Aufgaben erfüllen könne.

F-35: Viola Amherd angesichts der Zweifel um die F-35A

12.05.2022, Philippe Boeglin, Le Temps Valérie de Graffenried[6]

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Der neue Standard Block 4 des Kampfflugzeugs wird laut GAO, dem offiziellen Finanzkontrolleur der USA, erst 2029 fertiggestellt sein. Die Lieferungen an die Schweizer Armee sollen jedoch 2027 beginnen.

Fragen ... während die Ministerin die USA besucht...

Termine, Konferenzen, Arbeitsbesuche, Reisen. Die Woche der Verteidigungsministerin Viola Amherd fand fernab von Bundesbern in den USA statt und endete mit Treffen am heutigen Freitag mit der stellvertretenden Verteidigungsministerin Kathleen Hicks und am Donnerstag mit Lockheed Martin, dem Hersteller des Kampfflugzeugs F-35A, das vom Bundesrat ausgewählt und einer Volksabstimmung zugesagt wurde.

F-35: Die Lockvogeltaktik hinter dem F-35

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18.05.2022, POGO, Mark Thomson [7]

Wenn Pentagon-Beamte von der "Speerspitze" sprechen, meinen sie diejenigen, die tatsächlich kämpfen, im Gegensatz zu denen, die diese Spitze zum Kämpfen befähigen. Aber in einem zunehmend hochtechnisierten Militär sind die Leute an der Fluglinie und in den Reparaturwerkstätten oft entscheidender für den Erfolg der Mission als diejenigen im Cockpit.

Nirgendwo trifft das mehr zu als bei Lockheeds 400 Milliarden Dollar teurem F-35-Kampfflugzeugprogramm, dem Ersatz für die bewährte F-16 des Pentagons. Das Programm, das die Air Force, die Navy und die Marines mit Düsenjägern ausstattet, ist ein unausgegorenes Schweizer Taschenmesser. Der ursprüngliche Schlüssel zur Aufrechterhaltung der Flug- und Kampffähigkeit dieser Kampfflugzeuge der fünften Generation war das Autonomic Logistics Information System (ALIS, ausgesprochen wie "Alice" im Wunderland), eine Ansammlung von Sensoren und Computern an Bord der F-35. Sie sollten den Wartungspersonal am Boden nahezu in Echtzeit mitteilen, wie die Teile des Flugzeugs funktionierten und welche Teile optimiert oder ersetzt werden mussten.

Daraus wurde jedoch nichts. ALIS wurde von Fehlalarmen heimgesucht, die dazu führten, dass kampfbereite Kampfflugzeuge am Boden blieben und die Wartungsmitarbeiter gezwungen waren, das, was ALIS eigentlich hätte tun sollen, manuell zu wiederholen. Seine Bodenkomponenten waren genau so, wie man sich ein Pentagon-Computersystem vorstellt: gross, sperrig und langsam. Es litt unter einer lausigen Bestandskontrolle und Pannen, die die Lieferung von benötigten Ersatzteilen verzögerten. Wenn die F-35 das Aushängeschild des Pentagons dafür ist, wie man eine Waffe nicht kaufen sollte, dann ist ALIS sein Aushängeschild. Es war ein radikales Konzept, das schlecht durchdacht war. Wie viele solcher Ideen ist es gescheitert.

Im Januar 2020 räumte sogar das Pentagon ein, dass das 16,7 Milliarden Dollar teure ALIS-System dem Untergang geweiht war. Es kündigte an, dass es durch ein einfacheres, cloudbasiertes System mit dem Namen Operational Data Integrated Network (ODIN, auch bekannt als der Kriegsgott in der nordischen Mythologie) ersetzt werden würde. "Das F-35-Programm gibt ALIS für ODIN auf", lautete die Schlagzeile im Air Force Magazine.

"Wir haben alte Hardware, wir haben alte Betriebssysteme", sagte Air Force Brigadier General David Abba über ALIS (PDF), einen Monat nachdem das Pentagon beschlossen hatte, es zu verschrotten. "Wenn wir jemals zu einer modernen Software-Architektur kommen wollten, würde uns die Modernisierung von ALIS nicht dorthin bringen."

Die Leute, die an der F-35 schrauben, fanden das gut. "Das Pentagon beginnt mit der Einführung eines Ersatzes für das F-35-System, das die Instandhalter am meisten hassen", berichtete die Navy Times im Oktober 2020. "ALIS stirbt, es lebe ODIN für die F-35", jubelte Breaking Defense im letzten August. Tatsächlich erklärte das Pentagon-Büro, das das F-35-Programm leitet, erst im Februar, dass ALIS gestorben sei. "Wie vom US-Verteidigungsministerium für Anfang 2020 angekündigt, ist ODIN der geplante Ersatz für ALIS", hieß es. "Die erfolgreiche Inbetriebnahme der ODIN-Hardware ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem modernen, leistungsfähigen, tragbaren und erschwinglichen Logistikinformationssystem für die F-35-Flotte."

Ähm, nicht ganz.

Wie bei so vielen Beschaffungsvorhaben des Pentagons halten die Versprechungen selten, was sie versprechen. In einem Bericht des Government Accountability Office (PDF), der am 25. April veröffentlicht wurde, findet sich die Enthüllung, dass ODIN das ALIS-System doch nicht ablösen wird. "Das F-35 Programmbüro hat seine Pläne geändert, sein Logistiksystem nicht zu ersetzen, sondern es schrittweise zu verbessern und zu modernisieren", so das GAO.

Aber in typischer Pentagon-Manier wird die letzte Änderung an ALIS die kritischste von allen sein. "Beamte des Verteidigungsministeriums erklärten, dass sie beabsichtigen, das System in ODIN umzubenennen, sobald Schlüsselelemente des ALIS-Systems signifikant verbessert sind", sagte Diane Maurer vom GAO am 28. April vor einem Ausschuss des Kongresses.

Wenn das so ist, hier ein Gedanke: warum nicht die immer besser werdende F-16 in F-35 umbenennen?

F-35: GAO kündigt Preiserhöhung und Lieferverzögerungen an.

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25.04.2022[8]

Keine Freigabe zur Serienproduktion!

Das Verteidigungsministerium (Department of Defense, DOD) hat das F-35-Programm noch nicht für die Aufnahme der Serienproduktion freigegeben.

Die volle Produktionsrate ist im Allgemeinen der Zeitpunkt, an dem ein Programm ein akzeptables Leistungs- und Zuverlässigkeitsniveau nachgewiesen hat und im Falle der F-35 für höhere Produktionsraten bereit ist. 

Die Gründe für die Verzögerung beim erreichen dieses Meilensteins ist vor allem auf Probleme und Verspätungen bei der Entwicklung des F-35-Simulators zurückzuführen, der für entscheidende Tests benötigt wird. Der Zeitplan des Programms wird voraussichtlich im Frühjahr 2022 abgeschlossen sein. Infolgedessen ist der Zeitpunkt für die Entscheidung über die volle Produktionsrate derzeit noch nicht festgelegt.

Trotz dieser verzögerten Entscheidung plant das Verteidigungsministerium die Beschaffung von bis zu 152 Flugzeugen pro Jahr. Bei diesem Tempo würde das Verteidigungsministerium etwa ein Drittel aller geplanten F-35-Flugzeuge kaufen, bevor dieser Produktionsmeilenstein erreicht ist, was das Risiko erhöht. 

Zunehmende Gesamtareitsstunden bei der Fertigung des F-35

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Das bedeutet zum Beispiel, dass mehr Flugzeuge später repariert werden müssen, wenn mehr Leistungsprobleme festgestellt werden, was mehr kosten wird, als wenn diese Probleme vor der Produktion dieser Flugzeuge behoben werden. Zur gleichen Zeit, in der das Verteidigungsministerium Flugzeuge in diesen hohen Raten kauft, sind die Flugzeuge, die bereits in der Flotte sind, nicht so leistungsfähig wie erwartet.

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Das Verteidigungsministerium befindet sich ausserdem seit vier Jahren in der Entwicklung seines Modernisierungsprojekts, das als Block 4 bekannt ist und bei dem es weiterhin zu Kostensteigerungen und Terminverzögerungen kommt. 

Zunehmende Kosten

Die Kosten für Block 4 stiegen im Jahr 2021 weiter an, u. a. aufgrund höherer Kosten für die Aufrüstung wichtiger Hardware und für Test-Upgrades. 

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Das Programmbüro verlängerte die Entwicklung und Auslieferung von Block 4 bis ins Haushaltsjahr 2029 - und damit drei Jahre über den ursprünglichen Plan hinaus (siehe Abbildung). 

Weitere Lieferverzögerungen

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Anmerkung: Die Zahl spiegelt die Lieferungen nach Kalenderjahren wider. Die Auslieferungszahlen für 2020 und 2021 spiegeln die geänderten Vertragsdaten wider. Flugzeuge, die für ein bestimmtes Jahr vertraglich vereinbart waren, können in einem anderen Jahr ausgeliefert worden sein. So haben uns Beamte des Verteidigungsministeriums mitgeteilt, dass sieben Flugzeuge, die für das Jahr 2020 vertraglich vereinbart waren, Anfang 2019 ausgeliefert wurden. Die vertraglich vereinbarten Zahlen spiegeln die Gesamtzahl der Flugzeuge wider, die in diesem Kalenderjahr ausgeliefert werden sollen.

Je mehr Flugzeuge produziert werden, bevor die Betriebstests abgeschlossen sind, desto höher ist das Risiko, dass die Kosten für die Nachrüstung dieser Flugzeuge steigen, wenn Probleme entdeckt werden. 

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Obwohl das F-35-Programm seinen Auslieferungszeitplan geändert hat, um den Herausforderungen in der Lieferkette und den Verzögerungen aufgrund der COVID-19-Pandemie Rechnung zu tragen, liefern die Auftragnehmer die Flugzeugzellen und Triebwerke weiterhin verspätet und mit Qualitätsproblemen.

Zusammenfassung:

  • Verzögerungen bei den Simulatoren verhindern weiterhin den Abschluss der Betriebstests, was das Risiko steigender Nachrüstungskosten erhöht
  • Die Produktion einer großen Anzahl von Flugzeugen vor Abschluss der Tests birgt ein Kostenrisiko
  • Weitere Verzögerungen bei der Auslieferung der F-35
  • Verzögerungen bei der notwendigen Triebwerkmodernisierung
  • Steigende Kosten und weitere Verzögerungen im Zeitplan als Fogle der F-35-Modernisierung sind unausweichlich
  • Die Modernisierung wird aufgrund anhaltender Software-Qualitätsprobleme und wichtiger Hardware-Upgrades mehr kosten und länger dauern
  • Änderungen an der Umsetzung von Block 4 können auf Grund des Entwicklun gsstandes noch nicht beurteilt werden!
  • Das Programmbüro verlangt, dass das verbesserte Logistiksystem cloudbasiert ist und die Regierung mehr Verantwortung für die Wartungsdaten hat

Pentagon kürzt seinen Antrag für Lockheeds F-35 um 35%

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06.03.2022, Bloomberg[9]

  • US-Verteidigungsministerium will im nächsten Haushalt 61 statt 94 F-35 beschaffen
  • F-35 Kampfflugzeug fliegt trotz Softwareproblemen über Osteuropa

Das Pentagon wird in seinem nächsten Haushalt 61 F-35 beantragen, 33 weniger Tarnkappenjets von Lockheed Martin Corp. als bisher geplant, wie mit dem Ausgabenplan vertraute Personen berichten.

Das US-Verteidigungsministerium hatte geplant, im Haushaltsjahr 2023 94 der Kampfflugzeuge zu finanzieren, gegenüber 85 im diesjährigen Haushalt, wie aus dem jüngsten "Selected Acquisition Report" über das teuerste Programm hervorgeht.

Aber die vorgeschlagene Verlangsamung der Käufe könnte bei Gesetzgebern, Lockheed-Investoren und Kunden in Übersee (dazu gehört die Schweiz) Fragen über eine Abschwächung des US-Engagements für ein Programm aufwerfen, das voraussichtlich 398 Milliarden Dollar für Entwicklung und Anschaffung sowie weitere 1,2 Billionen Dollar für den Betrieb und die Wartung der Flotte über 66 Jahre kosten wird. 

Die Personen, die mit dem Budgetplan vertraut sind, baten darum, vor der Veröffentlichung des Budgets in den kommenden Wochen nicht genannt zu werden.

Der Vorsitzende des Repräsentantenhauses der Streitkräfte will die Kosten für die F-35 senken

05.03.2022, VBS[10]

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"Was bringt uns die F-35? Und gibt es eine Möglichkeit, unsere Verluste zu reduzieren? Gibt es eine Möglichkeit, nicht mehr so viel Geld für eine so geringe Fähigkeit auszugeben, weil die Unterhaltskosten, wie Sie wissen, brutal sind", sagte der Abgeordnete Adam Smith (Washington) bei einer Veranstaltung von Brookings.
Obwohl der Joint Strike Fighter als relativ erschwingliches Flugzeug der fünften Generation konzipiert wurde, wird er allgemein als die teuerste Waffenplattform der Welt angesehen. 

Das F-35-Flugzeug kostet derzeit 36.000 Dollar pro Stunde, und seine Lebenszeitkosten werden auf 1,7 Billionen Dollar geschätzt.

Im Januar 2022 kämpfte die F-35 immer noch damit, ihr Ziel der Einsatzfähigkeit zu erreichen, d. h. den Prozentsatz der Flugzeuge, die mindestens einen zugewiesenen Einsatz erfüllen können. 

Nur 69 Prozent erreichten die Schwelle und lagen damit weit unter dem langjährigen Ziel des Militärs von 80 Prozent.

"Wir haben eine spektakuläre Menge an Geld für Waffensysteme wie die F-35 verschwendet, die entweder überhaupt nicht funktioniert haben oder nicht das gehalten haben, was sie versprochen haben", sagte Smith.

F-35A: Die Sorge um die Kompensationsgeschäfte wächst

10.02.2022, Le Temps Philippe Boeglin [11]

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Es sei gar nicht klar, ob bei Gegengeschäften das Hauptziel erreicht werde: die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Industrie.

Es ist ein Klassiker unter den militärischen Beschaffungen: Der ausländische Hersteller, der den Zuschlag erhält, muss diesen oft "kompensieren", indem er Schweizer Firmen mit Arbeiten beauftragt, die dem vollen oder einem Teil des Kaufpreises entsprechen. Bei den neuen Kampfflugzeugen und der Boden-Luft-Verteidigung, die vom Bundesrat genehmigt wurden, ist dies nicht anders. Die Stimmung ist nicht gut", sagt ein Industriemanager. Der Grund dafür sind die Beträge für die wirtschaftlichen Gegenleistungen ("Offset"), die offenbar kontinuierlich sinken.

NKF: Die Geschäftsprüfungskommission des Ständerats kritisiert die Kontrolle bei Rüstungsdeals

26.01.2022, Blick[12]

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Es sei gar nicht klar, ob bei Gegengeschäften das Hauptziel erreicht werde: die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Industrie.

Es soll nicht nur der Beste sein, sondern gleich auch noch der Günstigste. Verteidigungsministerin Viola Amherd (59) lässt keine Gelegenheit aus, für den Tarnkappenjet F-35 zu werben, den die Schweiz für gut sechs Milliarden Franken kaufen soll.

Weniger aktiv kommunizierte das Verteidigungsdepartement VBS bisher, dass US-Anbieter Lockheed Martin bei den sogenannten Offset-Geschäften im Vergleich zur Konkurrenz weniger gut abschneidet. Solche Gegengeschäfte sollen der Schweizer Wirtschaft Aufträge und damit Arbeitsplätze und Steuererträge sichern. Lockheed Martin muss Gegengeschäfte von 2,9 Milliarden Franken tätigen, rund eine Milliarde müssen als direkte Aufträge an Schweizer Firmen vergeben werden.

Hier muss der US-Konzern noch Boden gut machen. Auch weil die «Stop F-35»-Initiative dem Rüstungsdeal noch immer einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Lockheed Martin hat also alles Interesse daran aufzuzeigen, dass die verschiedenen Regionen der Schweiz profitieren. Allerdings: Andere Staaten haben hier nicht nur gute Erfahrungen gemacht.

NKF: Niemand weiss, was Offset-Geschäfte der Schweiz wirklich bringen

26.01.2022, NZZ[13]

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Durch Gegengeschäfte bei grossen Beschaffungen für die Armee soll die Schweizer Sicherheitsindustrie gestärkt werden. Doch der effektive Nutzen sei kaum überprüfbar, sagt die Geschäftsprüfungskommission des Ständerats.

Konkret weiss heute also niemand, was Offsets wirklich bringen.

Bei der Evaluation des F-35 wurden die direkten Gegengeschäfte zwar bloss mit 10 Prozent gewichtet, weit weniger etwa als die Fähigkeiten des Systems (55 Prozent) oder der Produktesupport (25 Prozent). Trotzdem waren die Offsets bei der parlamentarischen Beratung des Kreditrahmens für «Air 2030» ein zentrales Thema.

NKF: Der F-35 sprengt in mehreren Ländern die Budgets, und selbst in den USA verschlingt der Hightech-Tarnkappen­bomber zu viel Geld. Und ausgerechnet in der Schweiz soll das anders sein? «Die Kampfjet-Saga»

14.01.2022, Republik[14] [15]

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(Auszug)

«Wir haben garantierte Verkaufs­preise sowie garantierte Betriebs­kosten für die ersten zehn Jahre», versicherte Verteidigungs­ministerin Viola Amherd Anfang September 2021 in der «Samstags­rundschau» von Radio SRF – zwei Monate nachdem die Regierung verkündet hatte, dass sie den amerikanischen Kampfjet kaufen werde. Und nicht nur das: «Wenn die Kosten höher ausfallen, zahlt die amerikanische Regierung die Differenz.»

Die USA schreiben (bei FMS Rüstungsgeschäften) keine Gewinne, aber auch keine Verluste. Deshalb halten die Geschäfts­bedingungen des FMS-Programms fest, dass die offerierten Preise als Schätzungen gelten, keine Liefer­fristen eingehalten werden müssen und der Kunde die Differenz zahlt, wenn der Rüstungs­kauf teurer zu stehen kommen sollte. Das Schweizer Verteidigungs­departement VBS hat in früheren Rüstungs­programmen die Preise in US-Offerten deshalb stets als «bestmögliche Schätzung der Endkosten» definiert.

Das Bundesamt für Rüstung Arma­suisse antwortet bei Fragen zu den Fixpreisen, die Schweiz müsse dem Rüstungs­unternehmen dieselben Preise wie die US-Regierung bezahlen. «Bei den Verträgen zwischen dem US-Staat und der US-Industrie handelt es sich um Festpreis­verträge. Die Schweizer Flugzeuge werden in den gleichen Verträgen aufgenommen, welche die US-Flugzeuge oder die Flugzeuge von anderen US-Kunden enthalten.»

Der Haken daran: Diese Verträge existieren noch gar nicht.

Die Schweiz will F-35 der Produktions­einheit 19 bis 22 bestellen. Zurzeit verhandelt die US-Regierung aber mit der Herstellerin Lockheed Martin über die Preise der älteren Produktions­einheiten 15 bis 17. Das heisst: Es gibt im Moment keinen festgelegten Preis für den F-35, den die Schweiz kaufen will.

Die Aussage von Bundes­rätin Viola Amherd, die Schweiz könne die Jets zu einem Fixpreis kaufen, sorgt deshalb auch in den USA für Irritation.

Einer der wenigen unabhängigen Beobachter, die die Geschichte des F-35 seit Beginn verfolgen, ist der britische Militär­journalist Francis Tusa, Autor des monatlichen Newsletters «Defence Analysis».

Tusa ist überzeugt:

Das Schweizer Verteidigungs­departement hat die Kosten des neuen Kampf­flugzeugs um Milliarden zu tief eingeschätzt.

NKF: Rafale - Kauf hätte 3.5 Milliarden Franken an zusätzlichen Steuereinnahmen gebracht.

12.01.2022, Republik[16][17] [18]

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(Auszug) Mehrere gut informierte Quellen bestätigen: Das Abkommen hätte der Schweiz über 30 Jahre hinweg schätzungs­weise insgesamt etwa dreieinhalb Milliarden Franken zusätzliche Steuer­einnahmen eingebracht.

Doch dieses Geld wird nicht fliessen. Denn der Deal mit Frankreich platzt, als die Schweizer Regierung am 30. Juni 2021 verkündet, dass sie den amerikanischen Kampfjet kaufe. Nicht den französischen.

Was lange wie ein Schweizer Verhandlungs­erfolg aussieht, mündet in ein diplomatisches Fiasko und hinterlässt eine tief verärgerte französische Regierung. Auch weil die Kommunikation des Bundesrats in diesem Geschäft katastrophal versagte.

Fazit

Der Steuer Deal mit Frankreich hätte 3,5 Milliarden eingebracht, viel mehr als die aus die Luft gegriffenen 2 Milliarden Vorsprung des F-35.

VBS bestätigt: Kampfjet kostet sechs statt fünf Milliarden

26.11.2021, Tagesanzeiger[19]

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Die Erneuerung der Luftwaffe sollte laut Verteidigungsministerin Viola Amherd 5,068 Milliarden Franken kosten. Nun ist klar: Es wird teurer.

Ist der F-35 wirklich der billigste Jet?

26.11.2021 SRF Radio[20]

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Jetzt bekommt der F-35 erstmals ein richtiges Preisschild. 6.035 Milliarden Franken sollen die 36 F-35 Joint Strike Fighter, den «Angriffsflieger im Verbund», der Schweiz kosten. Im Preis mit dabei sind ein Logistikpaket, Kurzstrecken-Lenkwaffen, Erdkampf-Bomben und ein Risikoaufschlag.

6 Milliarden Franken kostet der F-35, präzisiert heute das VBS. In den Gesamtbeschaffungskosten fehlen aber Lenkwaffen im Umfang 400 Millionen Franken.

Richtigstellung des VBS[21]

  1. Es ist falsch, dass die Beschaffung von Lenkwaffen im Umfang von 400 Mio. Schweizer Franken in den Gesamtkosten für die Beschaffung des F-35A nicht enthalten seien. (...)
  2. Die Gleichbehandlung der Kandidaten wurde sichergestellt. (...)
  3. Die F-35A Beschaffung passt in den Finanzrahmen. (...)
  4. Das VBS hat die Flugzeuge umfassend und unter Berücksichtigung aller Aspekte evaluiert hat, einschliesslich ihrer individuellen Luft-Luft-Bewaffnung. (...)
  5. Der grosse Vorsprung des F-35A bezüglich Gesamtnutzen ergibt sich daraus, dass der Kandidat in den drei Hauptkriterien Wirksamkeit, Produktesupport und Kooperation die höchste Bewertung erzielt, insbesondere im Hauptkriterium Wirksamkeit mit deutlichem Abstand. (...)
  6. Im Bereich der Wirksamkeit ist der F-35A, als Kampfflugzeug der 5. Generation, dank seinem grossen technologischen Vorsprung, jedem Kampfflugzeug der Vorgängergeneration auch in Luftverteidigungsszenarien klar überlegen ist. (...)

Feststellungen und Forderungen

  1. Das ist eine Behauptung, faktische Argumente fehlen!
  2. Das wird von den Mitbewerbern bestritten.
  3. Dito 1.
  4. Es ist bekannt, dass das armasuisse eine rein technische Evaluation durchgeführt hat und der Bundesrat sich beim Entscheid auf die Bewertung gestützt hat, ohne politische Faktoren mit zu berücksichtigen. Es stellt sich die Frage, auf welchen Szenarien die technischen Anforderungen basiert wurden? In der Fragestunde hat Nationalrätin Priska Seiler-Graf expizit gefragt: "F-35: Ist die Tarnkappeneigenschaft für den Luftpolizeidienst in Friedenszeiten zulässig?" Der Bundesrat ist der Frage ausgewichen: "Die Reflektoren werden nur entfernt (bedeutet Aktivierung der Tarnklappeneigenschaft), wenn dies für einen Einsatz zugunsten der Sicherheit der Schweiz notwendig ist. Die Schweiz entscheidet autonom, wann dies der Fall ist." Offene Fragen die beantwortet werden müssen: Hat die Schweiz die alleinige Entscheidungshoheit, wann die Tarnkappeneigenschaft aktiviert wird? Ist der Einsatz der Tarnkappeneigenschaft in Friedenszeiten möglich?Experten der Flugsicherung sind sich einig: Ein Kampfflugzeug darf in Friedenszeiten nicht im "Stealth Mode" fliegen. Es muss für die militärische und zivile Luftüberwachung jederzeit lokalisiert werden können.
  5. Wieso ist armasuisse nicht bereit, dem Beschaffungsgesetz folge zu leisten und den unterlegenen Herstellern transparent darzulegen, welche Bewertungspunkte und Kriterien zum Einsatz kamen und welche Punkte sie erreicht haben? Es werden Resultate einer Bewertung publiziert, ohne Begründung, das ist nicht vertrauensbildend und auch grenzwertig gesetzeskonform[22]. F-35 drei Hauptkriterien Wirksamkeit, Produktesupport und Kooperation die höchste Bewertung erzielt, insbesondere im Hauptkriterium Wirksamkeit mit deutlichem Abstand. (...)
  6. Im Bereich der Wirksamkeit ist der F-35A, als Kampfflugzeug der 5. Generation, dank seinem grossen technologischen Vorsprung, jedem Kampfflugzeug der Vorgängergeneration auch in Luftverteidigungsszenarien klar überlegen. (...)

In der Richtigstellung wird die Frage nach den fehlenden 400 Millionen Franken nicht beantwortet. Das VBS muss die Frage beantworten!

Siehe auch den Beitrag der Medienwoche vom 02.12.2021: Richtigstellungen: Das VBS im Korrekturmodus[23]

Finden die Eidgenössischen Departemente Fehler in Medienberichten, folgt in manchen Fällen eine öffentliche Richtigstellung. In letzter Zeit fiel besonders das VBS mit dieser Praxis auf und sorgt damit für Irritation bei Medien und Politik.
Transparenz wird gefordert!

US-Senator bezweifelt, dass der F-35 das günstigste Angebot war

11.11.2021, CH Media [24]

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Wie hoch sind die Kosten für die 36 F-35 Kampfjets wirklich? Das Verteidigungsdepartement beteuert, es sei das günstigste Angebot. Der US-Sicherheitspolitiker Tim Kaine hat seine Zweifel.

Richtigstellung des VBS[25]

  1. Sowohl bei der Beschaffung als auch im Betrieb ist der F-35A das günstigste Angebot aller Kandidaten.
  2. Die Gesamtkosten, welche aus den Beschaffungs- und den Betriebskosten bestehen, betragen beim F-35A über 30 Jahre gerechnet rund 15,5 Milliarden Franken. Der Unterschied zum zweitgünstigsten Kandidaten liegt bei rund 2 Milliarden Franken.
  3. Die armasuisse verfügt über verbindliche Angebote des US Staats. Dies betrifft sowohl die Beschaffungskosten wie auch die Betriebskosten für eine Laufzeit von zehn Betriebsjahren.
  4. Die Aussage[26] von Nationalrätin Franziska Roth, wonach der F-35 die Serienreife nicht erreicht habe, ist falsch.
  5. Die Evaluation hat gezeigt, dass der F-35A als Kampfflugzeug der fünften Generation einen grossen technologischen Vorsprung gegenüber den anderen Kandidaten aufweist: Er verfügt über neuartige, sehr leistungsfähige Sensoren...

Feststellungen und Forderungen

  1. Bei gleichem Lieferumfang inkl. Bewaffnung und gleicher Anzahl von Flugstunden dürften die europäischen Angebote günstiger ausgefallen sein. So sagt Tim Kaine, demokratischer Senator für Virgina / USA zum Beispiel: "...es lagen günstigere Angebote auf dem Tisch."[27] Zweifel an den Asussagen des VBS sind begründet. Wir fordern absolute Transparenz.
  2. siehe oben
  3. Es ist unbestritten, das der Schweiz verbindliche Angebote vorliegen. Wir fordern eine Bestätigung, dass es eine Festpreisgarantie für den Kauf und die Wartung der F-35 gibt und wer die Risiken für Inflation trägt. Die Schweiz trägt bereits das Währungsrisiko.[28]
  4. Die Schweiz beschafft die 36 Tarnkappenbomber F-35A via Foreign Military Sales (FMS)[29] vom US-Staat. FMS-Geschäfte haben ihre Rechtsgrundlage im Arms Export Control Act (AECA). Bei FMS-Geschäften schliessen die US-Regierung und eine ausländische Regierung ein Abkommen ("Letter of Offer and Acceptance" LOA) ab. Produktionsstatus "low-rate initial production"[30] erlaubt gemäss FMS keine Festpreiszusagen durch die USA.
  5. Alle angebotenen Kampfflugzeuge "verfügen über neuartige, sehr leistungsfähige Sensoren...". Der angebliche grosse technologische Vorsprung lässt sich nur schwer nachvollziehen, da die Stealth Eigenschaft in Friedenszeiten für luftpolizeiliche Einsätze nicht genutzt werden darf. In vielen Disziplinen ist der F-35 faktisch den Mitbewerbern unterlegen. Er benötigt am Längsten um den Einsatzort zu erreichen, hat die geringste Steigleistung, besitzt nur ein Triebwerk und hat damit keine Redundanz. Die Luft-Luft Lenkwaffen des F-35 sind dem von Eurofighter und Rafale eingesetzten METEOR Lenkwaffen bezügleich Reichweite und No-Escape-Zone deutlich unterlegen[31]. Nur durch Transparenz hinsichtlich der Evaluation wird das Resultat glaubwürdig. Weshalb hat armasuisse das Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB) Art. 36. d. ausgehebelt und den Herstellern zwar die Zuschlagskriterien sowie deren Gewichtung mitgeteilt, jedoch zusätzlich geheime Bewertungspunkte im erstmals eingesetzten AHP Bewertungssystem angewendet? Was spricht gegen Transparenz?

Expertenmeinung lässt aufhorchen

LtCol Billy Flynn[32], RCAF (Ret), Ex Lockheed Martin stellt konkrete Fragen[33]

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  • Warum werfe ich nicht eine sehr präzise Luft-Boden-Waffe mit grosser Reichweite ab, so dass ich meine Plattform, die F-35, nicht gefährden muss?
  • Warum schiesse ich immer noch AMRAAMS mit ihrer relativ kurzen Reichweite ab und warum setze ich nicht METEOR … aus grosser Entfernung ein?

Pikant:

F-35 nutzt deutlich unterlegene AMRAAM[34] Luft-Luft-Lenkwaffen.

Überlegen:[35]

Eurofighter und Rafale nutzen beide METEOR[36] Luft-Luft Lenkwaffen[37], mit deutlich grösserer Reichweite und tieferen No-Escape-Zone.

Brisante Aussagen von US-Senator: Wieso will die Schweiz einen teuren Kampfjet?

11.11.2021, Wattson[38]

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"Der amerikanische F-35 biete den höchsten Nutzen bei den tiefsten Kosten" - sagt der Bundesrat. 

Doch nun wundert sich ein prominenter US-Politiker, warum die Schweiz eine «teurere amerikanische Technologie» kauft.

Der Preis für den F-35A-Jet wird steigen, aber es sind die Unterhaltskosten, die das Budget der Luftwaffe ausbluten lassen könnten

[39]

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Der Tarnkappenjet F-35 von Lockheed-Martin ist nach wie vor umstritten (...)

Mike Stone von Reuters berichtete am 26. Juli, dass der Finanzchef von Lockheed, Kenneth Possenriede, die Analysten in einer Telefonkonferenz warnte: "Aufgrund unserer Lernphase, der Inflation und der zusätzlichen Fähigkeiten, die die Flugzeuge bieten sollen, ist es wahrscheinlich, dass wir einen Preisanstieg erleben werden, einen bescheidenen Preisanstieg gegenüber dem heutigen Stand."

Posenriede prognostizierte jedoch, dass die Preise für die teureren F-35B-Jump-Jet- und F-35C-Katapultstartmodelle entweder stabil bleiben oder weiter sinken werden. (...)

Der Preisanstieg hatte sich bereits im Februar angedeutet, als, wie John Tirpak vom Air Force Magazine berichtete, der Vizepräsident von Lockheed Aeronautics, Gregory Ulmer, darauf hinwies, dass die Preissenkungen bei den bevorstehenden Aufträgen für die Lose 15-17 wahrscheinlich enden würden und das Unternehmen daran arbeite, eine kostenneutrale Position zu halten.

Ulmer verwies auf die Kosten von Block 4 (insbesondere die "Tech Refresh 3"-Komponente) sowie auf eine "signifikante Mengenreduzierung in den nächsten drei Jahren... in der Grössenordnung von 100 Flugzeugen", was die Fähigkeit, die Kosten auf die einzelnen Flugzeugzellen zu verteilen, einschränke.

Kauf F-35: Bestmögliche Schätzung oder verbindliche Offerte?

31.08.2021, Radio SRF[40]

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Linke Parteien und die «Gruppe für eine Schweiz ohne Armee» haben heute die «Stop-F-35-Initiative» lanciert. Sie kritisieren die hohen Betriebskosten. Laut VBS gebe es eine verbindliche Offerte zum Kaufpreis und den Betriebskosten. Doch amerikanische Dokumente zeigen anderes auf.

Richtigstellung des VBS[41]

  1. Die Offerte und die darin offerierten Zahlen sind verbindlich. (...)
  2. Das VBS beschafft die Flugzeuge via «Foreign Military Sales» (FMS) vom US-Staat zu denselben Konditionen, die er für sich selbst zur Anwendung bringt. Die Abwicklung des Rüstungsgeschäfts erfolgt formal über einen «Letter of Offer and Acceptance» (LOA).
  3. Der US-Staat wiederum wickelt die Beschaffung über eigene Verträge mit der US-Industrie ab. Bei den Verträgen zwischen dem US-Staat und der US-Industrie handelt es sich um Festpreisverträge, welche auch mittels einer strengen Aufsicht eingefordert werden.
  4. Die Schweizer Flugzeuge werden in den gleichen Verträgen aufgenommen, welche die US Flugzeuge oder die Flugzeuge von anderen F-35 Kunden enthalten. Die «Terms and Conditions» eines LOA sind für alle Rüstungsgeschäfte der USA identisch und gehen deshalb nicht auf Spezifika eines individuellen Rüstungsgeschäfts ein. (...)
  5. Zudem enthalten diese Festpreisverträge auch die Teuerung im Herstellerland.
  6. Auch in den Ausschreibungsunterlagen wurden verbindliche Preise verlangt. Alle Kandidaten haben die Ausschreibungsunterlagen anforderungsgemäss beantwortet.
  7. Nicht zuletzt hat sich bei der über 40-jährigen Erfahrung der armasuisse bei der Abwicklung von FMS-Geschäften gezeigt, dass es in keinem der vielen Verträge zu Kostenüberschreitungen gekommen ist. Dies auch deshalb, weil der US-Staat als gleichzeitiger Käufer und Verkäufer über eine rigide Kontrolle über die Kosten verfolgt.

Feststellungen und Forderungen

  1. Es wird nicht bezweifelt, dass die Offerte und die darin offerierten Zahlen verbindlich sind. Das VBS verwendet Wortklauberei, um der Frage auszuweichen: Gibt es verbindliche Festpreise für den Kauf und Betrieb / Unterhalt der 36 F-35? Diese Fragen sind immer noch unbeantwortet!
  2. Das ist bekannt, aber beantwortet die offenen Fragen nicht.
  3. Das ist bekannt, aber beantwortet die offenen Fragen nicht.
  4. Das ist bekannt, aber beantwortet die offenen Fragen nicht.
  5. Der Bundesrat hat zwischenzeitlich bestätigt, dass die Schweiz das Währungsrisiko trägt!
  6. Auch diese Frage wurde nicht beantwortet! Die Frage ist nicht was in den Ausschreibungsunterlagen verlangt wurde sondern was letztlich vereinbart wurde!
  7. Erstaunliche Selbstbeurteilung: Faktisch entfernt sich armasuisse, nach 40 Jahren praktischer Erfahrung, immer weiter von der gesetzlich geforderten Transparenz im Ausschreibungsverfahren.Es werden geheime "Bewertungspumnkte" eingesetzt, die im Gesetzt nicht vorgesehen sind.

Wie Amherd den F-35 billiger rechnet

21.09.2021, Tagesanzeiger[42]

Überraschung:

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Das Verteidigungsdepartement erwog vor den Sommerferien, anstelle der 5,068 Milliarden Franken für den neuen Flieger einen Preis von knapp 6,2 Milliarden zu nennen.

Viola Amherd muss über die Bücher

04.07.2021, seniorweb[43]

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(Auszug)

Der Focus auf den modernsten Kampfjet birgt die Gefahr in sich, dass gerade das nicht stattfindet, was Not tut: eine breite Diskussion um eine neue, gesamtheitliche Sicherheitspolitik. Diese Debatte muss jetzt aufgrund umfassender Analyse ins Parlament und in die Bevölkerung getragen werden, bevor Entscheide fallen, die während 30 Jahren von einem präjudiziert wird: von einem Kampfjet aus den USA. Viola Amherd muss über die Bücher. Letztlich muss die Sicherheitspolitik breit vom Volk akzeptiert und getragen werden.

Knapp 51% Ja wie in der letzten Abstimmung um einen neuen Kampfjet für die Armee genügen nicht. In einem militärischen Verteidigungsfall geht es um Leben und Tod, um die Sicherheit unseres Landes. Das ist kein Spiel, das ist bitterer Ernst. Und ein Kampfjet ist kein Spielzeug für einige Piloten, für militärische Strategen, er ist die Waffe, mit der unser Luftraum auch in Friedenszeiten geschützt werden muss.

Wie heisst es bei Schiller: «Wir wollen sein ein einig Volk von (Schwestern und) Brüdern, uns nicht trennen in Not und Gefahr!»

Faktencheck F-35: Nicht einsatztauglich und zu teuer?

13.07.2021, Nebelspalter[44]

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Drohen doch noch höhere Mehrkosten bei der Kampfjetbeschaffung? (...) Sollte sich der Preis für Beschaffung und Unterhalt verteuern, wären grössere Polit-Turbulenzen garantiert.

Richtigstellung des VBS[45]

  1. Die Offerten und die darin angebotenen Zahlen sind verbindlich. Dies betrifft sowohl die Beschaffungskosten wie auch die offerierten Betriebskosten, bei welchen wir über eine Offerte mit einer Laufzeit von zehn Betriebsjahren verfügen. (...)
  2. Darüber hinaus gilt, dass die Preise zwischen verschiedenen Staaten nicht verglichen werden können, weil nicht klar ist, welche Kosten jeweils eingerechnet oder nicht eingerechnet sind.
  3. Das VBS beschafft die Flugzeuge via «Foreign Military Sales» (FMS) vom US-Staat zu denselben Konditionen, die er für sich selbst zur Anwendung bringt. Der US-Staat wiederum wickelt die Beschaffung über eigene Verträge mit den Firmen ab. In diesen Verträgen sind die Preise und die Vertragskonditionen verbindlich festgelegt und werden auch mittels einer strengen Aufsicht eingefordert. Käme es zu Kostenüberschreitungen, würde also der amerikanische Staat zu Gunsten der Schweiz beim Hersteller die Verbindlichkeit der Preise einfordern.
  4. Wohl auch aufgrund dieser starken Käuferposition hat sich bei der über 40-jährigen Erfahrung der armasuisse bei der Abwicklung von FMS-Geschäften gezeigt, dass es in keinem der vielen Verträge zu Kostenüberschreitungen gekommen ist. Dies also deshalb, weil der US Staat als gleichzeitiger Käufer und Verkäufer über eine rigide Kontrolle über die Kosten verfolgt.
  5. Darüber hinaus ist auch die Teuerung in den USA im Angebot eingerechnet. Dabei musste der Anbieter im Rahmen der Evaluation bekannt geben, welche Teuerungsannahmen eingerechnet wurden. Werden die Kosten zum Beispiel aufgrund einer tieferen effektiven Teuerung geringer, so wirkt sich das zu Gunsten der Schweiz aus.

Feststellungen und Forderungen

  1. Niemand bezweifelt dass Offerten und die darin angebotenen Zahlen verbindlich sind! Die Frage ob verbindliche, feste Preisangaben für den Kauf und den Betrieb über 10 Jahre der 36 F-35 Deep-Strike Tarnklappenbomber vereinbart wurden. Das VBS hat diese Frage bis heute nicht beantwortet und übt sich in Wortklaubereien.
  2. Norwegen zeigt[46], dass man sehr wohl die F-35 Kosten für die Beschaffung transparent kommunizierten kann so dass ein direkter Vergleich möglich wird.
  3. Das VBS beantwortet Fragen, die nie gestellt wurden. Die Behauptung ist haltlos: Käme es zu Kostenüberschreitungen, würde also der amerikanische Staat zu Gunsten der Schweiz beim Hersteller die Verbindlichkeit der Preise einfordern. Bedeutet das, dass der amerikanische Steuerzahler für die Mehrkosten aufkommt? Das ist gemäss den geltenden FMS Bedingungen ausgeschlossen![47] Danach kann die USA jederzeit einseitig den Auftrag ändern und dem Kunden bleibt nur die Wahl, die Mehrkosten zu akzeptieren oder vom Vertrag zurückzutreten! In jedem Falle wird der amerikanische Staat vor Verlusten bewahrt.[48]
  4. Selbstbeurteilung ist hier nicht Zielführend, sind doch die wesentlichen Fragen nach wie vor nicht beantwortet worden.
  5. Es geht nicht darum dass die Teuerung im Angebot eingerechnet ist oder dass die Anbieter die angenommene Teuerung im Angebot aufführen mussten!
    Die Fragen sind nach wie vor unbeantwortet:
    - Wer trägt das Inflationsrisiko - Die Schweiz oder USA?
    - Welche Anbieter haben in ihrem Angebot das Währungsrisiko übernommen?

Konkurrenten für den Ersatz der F-35-Triebwerke bereiten sich auf ein weiteres Aufeinandertreffen vor

15.10.2021, Breaking Defense[49]

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Lt. Gen. Eric Fick, Chef Programm Office, sagt es ziemlich klar: Block 4 erfordert auch ein neues Triebwerk und all das und weiteres bezahlen alle Kunden: “We know that beyond Block 4, we are going to need more power” and cooling, he said. “We know that we need to start determining a path forward] so that we can put a solution set in place for all aircraft, for all customers.”

Wir müssen davon ausgehen, dass das die Amerikaner den Ersatz des Triebwerks des F-35 planen.

Wird die Schweiz die dadurch entstehenden Zusatzkosten übernehmen oder aus dem Vertrag mit den Amerikanern aussteigen und die F-35 Flotte stilllegen?!

Der Griff tief ins Portemonnaie wird wohl die einzige plausible Option bleiben...

Wie viel teurer kann die F-35 eigentlich noch werden?

12.07.2021, Popular Mechanics[50]

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  • Das Government Accountability Office (USA) warnt, dass die Betriebskosten der F-35 innerhalb von 15 Jahren unerschwinglich werden könnten.
  • Der Betrieb der F-35 kostet bis zu 50 Prozent mehr, als das Pentagon gerne hätte.
  • Bis 2036 könnte das Pentagon jährlich 6 Milliarden Dollar mehr ausgeben, als es jetzt schon plant, nur um die F-35-Flotte am Laufen zu halten.

Was ist schief gelaufen? Wie die F-35 so teuer wurde

06.07.2021, Sandboxx[51]

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Die Kosten für eine einzelne F-35 belaufen sich auf mehr als 1,6 Milliarde Dollar über die gesamte Laufzeit des Programms. Jede Stunde, die die F-35 in der Luft ist, kostet die Vereinigten Staaten 36.000 Dollar und damit 14.000 Dollar mehr als die F-16, die sie eigentlich ersetzen sollte. (...) "Wenn man die Anforderungen der drei Truppengattungen kombiniert, erhält man die F-35, ein Flugzeug, das in vielerlei Hinsicht suboptimal für die Bedürfnisse der einzelnen Truppengattungen ist", so Todd Harrison, Luft- und Raumfahrtexperte am Center for Strategic and International Studies.

Sicherheitspolitische Risiken

F-35A: Reduzierung der Flugstunden wird sich deutlich auf die Ausbildung auswirken

31.05.2022, Philippe Boeglin, Le Temps [52]

Weniger fliegen, um weniger zu kosten. Dies ist der Grundsatz für den Einsatz des vom Bundesrat ausgewählten Kampfflugzeugs F-35A, der von der Linken und einem rechtsgerichteten Bürgerkomitee angefochten wird. Die Ministerin Viola Amherd und ihr Eidgenössisches Verteidigungsdepartement (VBS) setzten alles auf eine 20%ige Reduktion der geplanten Flugstunden (rund 5000 gegenüber 6480 für die drei anderen Konkurrenten), die dem amerikanischen Flugzeug gewährt wurde, eine Maßnahme, von der seine drei Rivalen (Rafale, Eurofighter, Super Hornet) nicht profitieren konnten. Begründet wurde dies mit der Modernität des Lockheed Martin-Flugzeugs. Das Ergebnis war, dass die F-35A einen Vorteil von zwei Milliarden Franken über dreißig Jahre erhielt, was ihr den Sieg einbrachte, wobei Viola Amherd die Höhe des finanziellen Gewinns als Grund anführte. Bei gleichen Flugstunden hätte der Unterschied nur 500 Millionen betragen.

Amherd tritt Volksrechte mit Füssen.

24.05.2022, Weltwoche[53]

Roger Köpplel:

"Viola Amherd liegt falsch! Sie möchte die Volksrechte mit Füssen treten um den Kampfjetkauf F-35 zu beschleunigen. (...) Notrecht, Umgeheung einer möglichen Volksinitiative, Abwürgung von Rekursmöglichkeiten f¨ür den Stimmbürger..."

Kurz nach Bestellung: Pentagon entdeckt 845 Fehler an zukünftigen F35-Tarnkappenjets der Bundeswehr

21.03.2022, RT[54]

Nur wenige Tage nach der Bestellung von etwa 35 F35-Tarnkappenjets der Bundeswehr für etwa 73 Millionen Euro pro Stück gibt es laut einem Bericht des Pentagon zahlreiche Mängel an den Wunderjets – Reaktionen der Bundesregierung sind bislang nicht zu vermelden.

Werden hier Steuergelder zum Fenster hinausgeworfen? Die von der Bundesregierung bestellten F35-Tarnkappenjets weisen laut einem Pentagon-Bericht erhebliche Mängel auf, wie ntv berichtet. Zuerst hatte Die Welt mit Fokus auf die NGO Project on Government Oversight am Montag darauf verwiesen. So seien insgesamt 845 (!) Fehler an dem zukünftigen Bundeswehr-Jet festgestellt worden, der theorethisch auch Atombomben ins Ziel bringen kann. Noch brisanter: sechs davon seien schwerwiegend und könnten im schlimmsten Fall zu einem Absturz führen.

In Washington hat man bereits die Reißleine gezogen und die Bestellung für die US Air Force um ein Drittel eingedampft: Anstatt der ursprünglich 94 F35-Jets soll die United States Air Force nur noch 61 Maschinen des Herstellers Lockheed bekommen.

Die auch als "fliegende Computer" bezeichneten Jets könnten die Flotte besonders anfällig für Cyberattacken machen. Diesbezügliche Cybersecurity-Tests hätten hier Schwachstellen aufgezeigt.

F-35: Vollständiger Bericht der USS-Waffentester über die Verfügbarkeit der F-35 und Softwareprobleme

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16.03.2022, DefenseNews[55]

WASHINGTON - Schleppende Verfügbarkeitsraten, aufflackernde neue Softwareprobleme und eine hartnäckige Anzahl offener Mängel plagten das problembehaftete und wiederholt verzögerte Kampfflugzeug F-35 im Jahr 2021, wie aus einer neu veröffentlichten Version des Waffentestberichts des Pentagon hervorgeht.

Zum ersten Mal hat das Office of the Director, Operational Test and Evaluation im Januar nur eine "unkontrollierte" Version seines Jahresberichts der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Einzelheiten über Defizite in wichtigen Programmen wurden in eine "kontrollierte" - aber immer noch nicht klassifizierte - Ausgabe verbannt, die der Öffentlichkeit vorenthalten wurde.

Einige der größten verbleibenden Probleme der F-35, die im vollständigen DOT&E-Bericht hervorgehoben wurden, waren:

Die Verfügbarkeit der F-35 hinkt immer noch hinterher, und der Mangel an Ersatzteilen und voll funktionsfähigen Triebwerken hat ihr geschadet.

In der kontrollierten Version des Berichts heißt es, dass die Verfügbarkeit der F-35 im Januar 2021 mit 70 % einen "Programmhöchststand" erreichte. Doch im Laufe des Jahres, so der Bericht, "stagnierte" die Verfügbarkeit und begann im Juni zu sinken, bevor sie im September einen Tiefstand von 53 % erreichte. Im gesamten Geschäftsjahr 2021 lag die durchschnittliche Verfügbarkeit der gesamten F-35-Flotte bei 61 % und damit unter dem Zielwert von 65 %. Seit Dezember 2018 liegt die Verfügbarkeit der F-35 konstant über 50 %.

Der Bericht besagt, dass die Fortschritte, die die F-35 vor Juni gemacht hat, auf zwei Faktoren zurückzuführen sind: einen Zustrom neuer Flugzeuge, die keine Zeit in den Depots benötigen, und ein Programm, das sich auf die Verbesserung der Verfügbarkeit von Ersatzteilen konzentriert.

15 % der F-35-Flotte war im Mai 2021 wegen fehlender Ersatzteile ausser Dienst gestellt worden. Im Dezember war bereits ein ganzes Viertel der Flotte aus diesem Grund ausgefallen.

Grazier schrieb auf der Website von POGO, dass dies sehr beunruhigende Auswirkungen auf die Fähigkeit des Militärs hat, die F-35 ständig einsatzbereit zu halten.

Fick räumte am 9. März auf der McAleese Defense Programs Conference in Washington den Rückgang der F-35-Einsatzfähigkeit ein, versprach aber, die Ursachen der Probleme anzugehen, die zu diesem Rückgang der Einsatzbereitschaft geführt haben, darunter ein Mangel an F135-Triebwerksmodulen.

Fick sagte auf der Veranstaltung auch, dass das F-35-Programm mehrere Maßnahmen ergreift, um den Zustand der Flotte zu verbessern. Dazu gehört, dass Teile länger im Flugzeug verbleiben, dass genügend Ersatzteile zur Verfügung stehen, wenn diese Teile ausfallen, und dass die Reparaturkapazitäten für eine wachsende Flotte verstärkt werden.

In der nicht öffentlichen Version des Berichts wird jedoch näher auf den Mangel an voll funktionsfähigen F135-Triebwerken eingegangen, der durch fehlende Depot-Reparaturkapazitäten noch verschlimmert wird und die Verfügbarkeitsrate weiter senkt. Dem Bericht zufolge war dies besonders bei der F-35A zu spüren.

In einer Woche im Juni 2021 waren 38 F-35 ausser Betrieb und warteten auf ein funktionierendes Triebwerk. In der letzten vollen Woche des Geschäftsjahres waren es 52 F-35, die auf ein Triebwerk warteten.

Die Streitkräfte versuchen, den Triebwerksmangel in den Griff zu bekommen, indem sie kampfcodierten Einheiten bei der Beschaffung von Ersatzteilen Vorrang vor Test- und Trainingseinheiten einräumen, heißt es in dem Bericht - aber der Mangel hat auch die im Einsatz befindlichen Einheiten getroffen.

Die 214 F-35-Kampfflugzeuge des US-Militärs waren im Jahr 2021 im Durchschnitt zu 70 % verfügbar, wobei diese Zahl zu einem bestimmten Zeitpunkt sogar auf 63 % sank.

Nachdem er in der Pressekonferenz am 8. März die Fortschritte bei der Flugzeugproduktion hervorgehoben hatte, räumte Fick ein, dass die Antriebsseite "nicht ganz so erfolgreich" sei. Das Programm wollte im vergangenen Jahr 159 Triebwerke ausliefern, produzierte aber nur 152, von denen alle bis auf vier verspätet waren.

Die Softwareprogramme werden nicht ordnungsgemäß auf versteckte Fehler getestet - und in mindestens einem Fall wurde ein System, das einwandfrei funktionierte, beschädigt, als an anderer Stelle eine neue Funktion hinzugefügt wurde.

Die Entwicklungstestteams des F-35-Programms haben nicht genug Geld, um die richtigen Tests, Datenanalysen oder Regressionstests für neue Software durchzuführen, bevor diese ausgeliefert wird, so der Bericht.
In einer Passage, die in der öffentlichen Version nicht enthalten ist, heißt es in dem Bericht, dass Fähigkeiten für die AIM-120 Advanced Medium-Range Air-to-Air Missile (AMRAAM), die in einer früheren Version der Software enthalten waren, nicht mehr funktionierten, als das Entwicklungsteam versuchte, Fähigkeiten für eine andere Waffe hinzuzufügen.

Der Ansatz der F-35 für die Softwareentwicklung im Rahmen der Modernisierung von Block 4, der als Continuous Capability Development and Delivery (C2D2) bezeichnet wird, zielt darauf ab, Software-Updates zu entwickeln, zu testen und einzuführen, die alle sechs Monate kleine Mengen an neuen Fähigkeiten oder Mängelbehebungen enthalten, anstatt Jahre für die Entwicklung und Bereitstellung aller erforderlichen Fähigkeiten auf einmal zu benötigen.

Dieser Ansatz hat sich jedoch als unhaltbar erwiesen", so der Bericht, und das F-35 Joint Program Office verlängerte den Zeitplan für die Aktualisierungen von sechs Monaten auf ein Mal pro Jahr.

Dieser Prozess schrittweiser Aktualisierungen führte häufig zu Stabilitätsproblemen" oder zu Problemen mit anderen Fähigkeiten, so der Bericht. Dies bedeutete, dass die operativen Testeinheiten und die Feldeinheiten in vielen Fällen diejenigen waren, die die Probleme - manchmal erhebliche operative Mängel - mit den Software-Updates fanden. Im vergangenen Jahr fanden die operativen Testteams Probleme mit den Waffen der F-35, der Fusionskommunikation und -navigation, der Cybersicherheit und den Zielverfahren.
Fick sagte, dass das Programm aufgrund einer Verzögerung der Finanzierung im Haushaltsjahr 2021 den größten Teil der Entwicklung von Block 4 vorübergehend aussetzen musste, mit Ausnahme kritischer Elemente wie der Konfigurationen für die elektronische Kriegsführung. 
Mit dem Eintreffen der Mittel im Jahr 2022 konnte das Programm den "Löwenanteil" der Block-4-Entwicklung wieder aufnehmen, so Fick.

Laura Seal, Sprecherin des JPO, sagte in einer E-Mail vom 16. März, dass das Büro "zahlreiche neue Fähigkeiten und Verbesserungen bei der Aufrechterhaltung des C2D2-Konzepts geliefert hat".

Die Zahl der Mängel hat sich kaum verändert, weil immer wieder neue Probleme auftauchen.
Letztes Jahr zählte der DOT&E-Bericht 871 offene F-35-Mängel, von denen 10 Mängel der Kategorie 1, der schwersten, waren.

Dem Bericht zufolge arbeitet das F-35-Programm an der Behebung von Problemen, die während der Systementwicklung und des Demonstrationsprozesses festgestellt wurden. Aber die Zahl der Mängel geht nicht wesentlich zurück, weil immer wieder neue Probleme gefunden werden.

Bis zum 1. März 2021, so die neuesten Zahlen des JPO, war die Zahl der offenen Mängel wieder auf insgesamt 873 angestiegen. Darunter sind fünf Mängel der Kategorie 1B, die die Einsatzbereitschaft ernsthaft beeinträchtigen und die Durchführung eines Einsatzes verhindern können, obwohl es keine offenen Mängel der Kategorie 1A gibt, die das Leben des Piloten oder den Verlust des Flugzeugs gefährden.

Kritik am F-35-Jet – «Nichts weiter als ein sehr teurer Prototyp»

16.03.2022, 20 Minuten, Daniel Krähenbühl[56]

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Der oberste US-Waffentester stellt in einem Bericht 850 Mängel beim Hightech-Flieger F-35 fest. Ist er trotzdem die richtige Wahl für die Schweiz?

POGO, Dan Grazier[2]: Deutsche Übersetzung

  • Der oberste US-Waffentester stellt in seinem jährlichen Bericht zum F-35-Jet rund 850 Mängel fest.
  • Erstmals werden die Einzelheiten zu den Mängeln nur in einer nicht-öffentlichen Version des Berichts aufgeführt.
  • Die US-amerikanische Aufsichtsinstanz Pogo (Project On Government Oversight) konnte die geheime Version unter die Lupe nehmen und übt nun scharfe Kritik.
Bilden Sie sich selbst ein Urteil und lessen Sie die Argumentation des VBS... (!)

Ist die Schweiz im Ernstfall doch eine Alliierte der Nato?

10.02.2022, Tagblatt, Stefan Schmid[57]

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Armeespitze und bürgerliche Politiker sind ungehalten, weil sie die Publikation der an sich geheimen Szenarien für aufgebauscht halten.

Was man aber geflissentlich verschweigt, ist die mit den Hightech-Kampfjets verbundene, weitgehende Integration der Schweizer Luftwaffe in eine europäische, von der Nato geführten Verteidigungsallianz.


Anstatt die böse «Rundschau» zu bashen, wäre es Zeit, die sicherheitspolitische Diskussion strategisch und tabulos zu führen.

Intransparents Auswahlverfahren

SRF veröffentlicht Kriegsszenarien der Luftwaffe – das VBS ist nicht amüsiert

02.02.2022, Watson[58]

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Wie würde der Kampfjet in der Schweiz in einem Ernstfall eingesetzt werden? Und wie würde er dabei abschneiden?

Das Schweizer Verteidigungsministerium (VBS) hat dazu fiktive Szenarien mit Zielen im Ausland im Ausland, über  300 km von der schweizer Grenze entfernt, entworfen. Diese mussten von Kampfjet-Herstellern im Auswahlverfahren bewältigt werden. 

Damit sollten laut internen Dokumenten der Rüstungsbehörde Armasuisse die Waffensysteme und Missionstauglichkeit der Flieger getestet werden.

F-35: Wieso sind bei der Evaluation Szenarien zum Einsatz gekommen, bei denen der F-35 mit der Tarnklappenfähigkeit im Vorteil war im Vergleich zu den Mitbewerbern?

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02.02.2022, Chef Luftwaffe, Peter Mertz nimmt Stellung[59]

Zwei der vier Szenarien, die den Herstellern für die Evaluation des NKF vorgegeben wurden, haben nichts mit sicherheitspolitischen Überlegungen zu tun.
Es ist reiner Zufall, dass diese Szenarien in Richtung Russland (Osten) ausgerichtet sind.
Es ist völkerrechtlich untersagt und die Schweiz wird nie einen Erstschlag ausführen und Ziele im Ausland bombardieren.

Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter (EDÖB) fordert VBS / armasuisse auf, die AHP Bewertungskriterien / Bewertungspunkte offenzulegen

17.01.2022, Pressemitteilung EDÖB[60]

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Aufgrund dieser Erwägungen empfiehlt der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte:

43. armasuisse gewährt den Zugang zu den Dokumenten A und B (vgl. Ziffer 13).

44. Der Antragsteller kann innerhalb von 10 Tagen nach Erhalt dieser Empfehlung bei armasuisse den Erlass einer Verfügung nach Art. 5 des Bundesgesetzes über das Verwaltungsverfahren (Verwaltungsverfahrensgesetz, VwVG; SR 172.021) verlangen, wenn er mit der Empfehlung nicht einverstanden ist (Art. 15 Abs.1 BGO). 45. armasuisse erlässt eine Verfügung, wenn es mit der Empfehlung nicht einverstanden ist (Art. 15 Abs. 2 BGO).

46. armasuisse erlässt die Verfügung innert 20 Tagen nach Empfang dieser Empfehlung oder nach Eingang eines Gesuches um Erlass einer Verfügung (Art. 15 Abs. 3 BGÖ).

47. Diese Empfehlung wird veröffentlicht. Zum Schutz der Personendaten der am Schlichtungsverfahren Beteiligten wird der Name des Antragstellers anonymisiert (Art. 13 Abs. 3 VBGÖ).

VBS / armasuisse verweigert die Folgeleistung der Empfehlung des Öffentlichkeitsbeauftragten und verweigert die Offenlegung der Bewertungs- Kriterien und Bewertungspunkten.

Intransparentes Auswählen, optimistische Kosten­rechnungen, Änderungen von Kriterien in letzter Minute: das Verfahren für die grösste Rüstungs­beschaffung der Schweizer Geschichte, von innen betrachtet.

Artikel wird am 13.01.2022, Repuplik[61]

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Wie ein Kampfjet billig gerechnet wird

Der Entscheid für den F-35 war das Resultat einer drei­jährigen Evaluation, bei der das Bundes­amt für Rüstung (Arma­suisse) alle eingereichten Flugzeug­typen verglich. Ein äusserst komplexer und verborgener Prozess: Die Daten, die in das Verfahren einflossen, sind militärisch geschützt und unterliegen dem Geschäfts­geheimnis. Nur die wenigen zuständigen Kader des Verteidigungs­departements rund um Air2030-Programm­leiter Peter Winter haben detaillierte Kenntnisse und die gesamte Übersicht.

Einen seltenen Einblick in das Kampfjet-Auswahl­verfahren bieten deshalb Gespräche mit unterlegenen Anbietern aus den USA, Frankreich und Deutschland. Als Mitbewerber erlebten sie die Beschaffung von innen.

Naturgemäss sind die unterlegenen Unternehmen nicht glücklich über die Auswahl des Bundesrats, schliesslich haben sie verloren. Aber ihre Enttäuschung geht über die entgangenen Milliarden hinaus. Sie werfen dem Verteidigungs­departement vor, es habe in der Evaluation mit unter­schiedlichen Ellen gemessen. In Gesprächen mit der Republik – unter Zusicherung der Anonymität – berichten die drei unterlegenen Hersteller von einem «nicht nachvollzieh­baren und intransparenten» Verfahren.

Der Haupt­vorwurf der unterlegenen Anbieter: Es sei nicht möglich, dass der F-35 im Vergleich als billigstes Kampf­flugzeug abschliesse. Die Hersteller aus Europa und den USA erklären: Ihr Angebot sei günstiger gewesen als der nun für den F-35 kommunizierte Kaufpreis von 6,035 Milliarden Franken plus 400 Millionen für die Bewaffnung.

Für die milliarden­teure Rüstungs­beschaffung hat die Arma­suisse zum ersten Mal eine neue Bewertungs­methode gewählt, den «Analytic Hierarchy Process (AHP)». Dabei handelt es sich um eine selten verwendete Prozess­analyse, bei der die Evaluatoren den jeweiligen Flugzeug­typen keine Noten geben, sondern die einzelnen Angebote paarweise miteinander vergleichen.

Die Punktezahl ist relativ. Sie wird so verteilt, dass die Punkte tief liegen, wenn die Angebote ähnlich gut abschneiden, und höher, wenn Differenzen auftreten. Das vergrössert die Abstände zwischen den Flugzeug­typen und soll so die Entscheidung vereinfachen. Die Arma­suisse gibt an, sie habe diese Methode gewählt, weil sie einfacher vermittle, wieso ein Kandidat besser abgeschlossen habe als ein anderer. Expertinnen kritisieren hingegen, die AHP-Methode sei intransparent und wirke verzerrend im Vergleich zu der sonst üblichen Noten­gebung.

Die Armasuisse gibt nicht bekannt, für welche 79 Kriterien genau sie die Punkte vergeben hat. «Das ist eine Blackbox», sagt ein Vertreter der Rüstungs­industrie dazu. «Die genauen Auswertungen und der Kriterien­katalog für die AHP-Methode selbst sind bis heute keinem der Hersteller bekannt.»

Namentlich will sich keiner der Anbieter zitieren lassen, weil sie negative geschäftliche Folgen für ihre Firma und Drohungen gegen ihre Person fürchten. Aber mit ihren übereinstimmenden Aussagen und den Einschätzungen von Armee­insidern lässt sich in sechs Punkten aufzeigen, wie die Beschaffungs­behörde Arma­suisse den US-Tarnkappen­bomber F-35 in ihrer Evaluation billig gerechnet hat.

  1. F-35: Weniger Flug­stunden gerechnet als für die anderen Anbieter
  2. F-35: Nur eine fast wirkungs­lose Bewaffnung eingeplant
  3. F-35: Infrastruktur­kosten viel zu tief geschätzt
  4. F-35: In der Offerte waren keine Upgrades enthalten
  5. F-35: Lärmschutz war nicht budgetiert
  6. F-35: Extrem tiefer Risiko­zuschlag berechnet

Erkenntnisse

„Militärische Anforderungen“ und „Subkriterien“ – TTE- und NFK-Evaluation im Vergleich

Bundesrat bestätigt: Militärische Anforderungen sind „wenig aussagekräftig“

Was bisher geschah

Bekanntlich war das Air2030-Evaluationsverfahren intransparent und von rechtlichen, institutionellen und strukturellen Mängel begleitet. Dies verminderte die Nachvollziehbarkeit des Vergabeentscheids zugunsten des US-Tarnkappenbombers F-35A. Der Spielraum des Teams um Peter Winter, armasuisse, war umso grösser, als das Departement von Anfang an kaum klare Eckpunkte vorgab. Zwar verabschiedete das VBS am 23. März 2018 unter dem Titel „Anforderungen an die Beschaffung eines neuen Kampfflugzeugs (NKF) und eines neuen Systems der bodengestützten Luftverteidigung (Bodluv)“ ein fünfseitiges Papier.[62] Dieses bleibt in manchen Punkten aber vage und lässt grossen Interpretationsspielraum. So soll die „Gesamtflotte“ der neuen Kampfflugzeuge im Verteidigungsfall „die Armee mit operativem Feuer ausserhalb der Reichweite der eigenen Artillerie und mit Luftaufklärung“ unterstützen. Was „ausserhalb der Reichweite der eigenen Artillerie“ genau bedeutet, bleibt aber offen: Heisst das, dass die neuen Kampfflugzeuge ausserhalb der Schweiz Bombardierungen durchführen können sollen? Wie weit ausserhalb der Schweiz? In welchem Szenario? Was bedeutet es politisch, wenn die Schweiz NATO-Territorium bombardieren will? Gibt es dafür überhaupt ein plausibles Szenario? Ohne jedes plausible Szenario bleibt auch die Vorgabe, „bei erhöhter Spannung während mindestens vier Wochen permanent mindestens vier Flugzeuge in der Luft“ halten zu können. Keiner Luftwaffe der Welt käme es in den Sinn, vier Wochen lang während 24 Stunden am Tag vier ihrer besten Kampfjets in der Luft kreisen zu lassen. Das ist völlig abwegig.

Ähnliche vage Vorgaben standen bereits in den „Militärischen Anforderungen“, die am Anfang des Beschaffungsprozesses für den Tiger Teilersatz (TTE) standen, was schon damals die heftige Kri-tik einer parlamentarischen Kommission auslöste. Das Papier über die „Militärischen Anforderun-gen“[63] sei viel zu allgemein und insgesamt „wenig aussagekräftigt“. Bemerkenswerterweise kam der Bundesrat in seiner Stellungnahme wenig später zum gleichen Schluss: „Diese Kritik ist aus Sicht des Bundesrats berechtigt“.[64]

Passiert ist dennoch nichts. Auch der Teil über die alles entscheidenden „Evaluationskriterien“, anhand derer laut VBS die jeweiligen Kandidaten „mithilfe einer Kosten-Nutzen-Analyse miteinan-der verglichen“ werden, bliebt höchst allgemein. Das Anforderungspapier hielt lediglich fest, zur Ermittlung des Nutzens fokussiere die Schweiz auf der obersten Ebene auf folgende „Haupteva-luationskriterien“:

Wirksamkeit (operationelle Wirksamkeit, Einsatzautonomie usw.)

  • Produktesupport (Wartungsfreundlichkeit, Supportautonomie usw.)
  • Kooperation (militärische Ausbildungszusammenarbeit, z. B. Nutzung von Luftraum, Flug- und Schiessplätzen, Simulationsinfrastruktur sowie Kooperation mit dem Lieferanten bzw. der Regierung des Herstellerlandes während der Nutzung, z.B. in den Bereichen Instandhal- tung, Ersatzteilbewirtschaftung, Weiterentwicklung usw.),
  • direkte Industriebeteiligung bzw. Industrieprogramm (Umfang und Qualität).

Was das genau bedeute, blieb aber ebenso offen wie der genaue Inhalt der zahlreichen „usw.“. Allein die Gewichtung dieser vier Kriterien schob das VBS später noch nach: Wirksam- keit (55%), Produktesupport (25%), Kooperation (10%) und Industriebeteiligung (10%).

Neugewichtung der Evaluationskriterien zugunsten des F-35A

Unterhalb dieser obersten Ebene der „Hauptevaluationskriterien“ kommunizierte armasuisse den Anbietern (nicht aber der Öffentlichkeit) eine zweite Ebene von zwanzig Evaluationskrite- rien[65] wie folgt:

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Weshalb armasuisse diese zweite Ebene der Evaluationskriterien gegenüber der Öffentlichkeit geheim hält, ist nicht ersichtlich, kommen doch auch diese Kriterien einigermassen banal daher.

Zudem hat das VBS sehr ähnliche Evaluationskriterien, die es im Beschaffungsverfahren für den Tiger Teilersatz (TTE) zur Anwendung brachte, 2012 ohne weiteres veröffentlicht.[66] Die Kriterien von 2012 sind jenen von 2018/2021 sehr ähnlich. Bei näherem Hinsehen zeichnet sich freilich in deren Neugewichtung eine klare Tendenz ab. Will armasuisse diese nicht offen legen, weil sie dem US-Tarnkappenbomber von Anfang an einen klaren Vorteil verschafft haben?

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Wenn wir die Neugewichtung einzelner Kriterien sowie das Einfügen neuer Kriterien genauer analysieren, so wird rasch erkennbar, dass diese dem F-35A gegenüber dem Katalog von Evalualuationskriterien von 2012 von Anfang an einen klaren Vorteil verschafft haben:

Die Luft-Luft-Wirksamkeit ging 2018 nur noch mit 22% in die Gesamtbewertung ein, 2012 noch mit 30%
  • 2018 führte die armasuisse stattdessen neu die Kriterien „Überlebensfähigkeit“ mit 11% und „Netzwerk-Kriegführung“ mit 5.5% der Gesamtgewichtung ein
  • Allein diese drei Kriterien verschoben 24.5% der Gesamtbewertung zugunsten des F-35A, ist dieser doch Luft-Luft schwach, in der Sensortechnik und der Netzwerk-Kriegfühung stark – was immer darunter auch genau verstanden werden soll.
  • Zugunsten des F-35A wirkte sich zudem die deutlich schwächere Gewichtung des Schweizer Industrieprogramms aus, ist das Offset-Angebot von Lockheed Martin doch ausgesprochen schwach. 2012 ging dieses mit einem Anteil von 17.5% in die Gesamtnote ein, 2018 / 2021 nur noch mit 10%.

Der angebliche Punktevorteil des F-35A gegenüber dem zweitplatzierten Jet von 95 Punkten lässt sich damit bereits allein durch diese Verschiebungen erklären. Durch die Einführung neuer Kriterien, in denen der F-35 stark ist, und die Mindergewichtung von Kriterien, in denen der F-35 schwach ist, sorgten die Algorithmen von Anfang an dafür, dass allein der F-35A als Gewinner aus dem „Wettbewerb“ hervorgehen konnte. Ob diese Modellierung mit Absicht erfolgte oder eher ein technokratischer Tunnelblick und technische Faszination am Werk waren, wissen wir nicht. Die Einseitigkeit des Modells ist aber ohne weiteres erkennbar – und erklärt auch, weshalb armasuisse alles daran setzt, dass – anders als 2012 – die Liste der 20 Evaluationskriterien geheim bleibt.

Anbieter haben keine Kenntnis über die tatsächlichen Evaluationskriterien Hinzu kommt: Anders als 2012, vergab die armasuisse die Bewertungspunkte nicht auf der Ebene der erwähnten zwanzig Evaluationskriterien. Vielmehr führte armasuisse eine entscheidende dritte Ebene von Evaluationskriterien ein, die sie nicht einmal gegenüber den Anbietern offen gelegt hat. Damit liess armasuisse die Anbieter im Dunkeln, woran sie genau gemessen wurden. Zudem liess armasuisse die Anbieter während Jahren im Ungewissen, dass es überhaupt eine solche dritte Ebene gibt. Um die Intransparenz zu erhöhen, sprach armasuisse mal von 60 „Evaluationsthemen“, mal von deren 100, dann wieder von 70.

Bis heute hält armasuisse diese 79 einzeln bewerteten Merkmale, auf denen die Punktevergabe beruht, strikte geheim.

Der Hauptgrund dürfte darin liegen, dass armasuisse mit diesem Vorgehen wahrscheinlich sogar gegen die Minimalvorschriften des Bundesgesetzes über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB) verstösst. Denn das BöB gewährt den Anbietern unzweideutig das Recht zu wissen, an welchen Kriterien sie bewertet werden.[67] Genau dies hält armasuisse aber bis heute unter dem Deckel. Solange dies nicht geklärt ist, steht der Verdacht im Raum: armasuisse hat auch im Detail jeweils jene Fähigkeiten besonders gut bewertet, in denen ein Tarnkappenbomber besser abschneidet als ein Abfangjäger, der laut Experten für die Luftpolizei und den Schutz des Luftraums besser geeignet wäre.


Wir fordern Transparenz!

22.12.2021 Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragter (EDÖB) rügt VBS / armasuisse fordert ebenfalls die Herausgabe der angewandten Kriterien / Bewertungspunkte[68]

Fazit

Es ist davon auszugehen, dass armasuisse dem Entscheid des Eidgenössischer Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragters nicht nachkommen wird. Ein finaler Entscheid würde dann wohl das Gericht fällen müssen. Ob dieser Prozess rechtzeitig ergeht, ist fraglich.

Paris bot für einen Fliegerzuschlag lukrative politische Gegengeschäfte. Eines hätte dem Bund 3,5 Milliarden gebracht. Doch Bundesräte machten falsche Hoffnungen.

Artikel wird am 13.01.2022, BZ[69]

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Die Schweiz brachte immer neue Forderungen und Wünsche auf den Tisch, auf die die Franzosen eingingen. (...)

Eine Zeit lang schien in der Schweiz die rechte Hand nicht zu wissen, was die linke tut. Jedenfalls verlangte Verteidigungsministerin Viola Amherd (Die Mitte), Wochen bevor sie den Typenentscheid des Bundesrats verkündete, dass die Bundesräte Ignazio Cassis (FDP), Ueli Maurer (SVP) und Guy Parmelin (SVP) ihre Verhandlungen mit Frankreich abbrechen müssten. Dies, weil im Verteidigungsdepartement bereits klar war, dass allein aus finanziellen Gründen nur der Tarnkappenjet F-35 infrage komme. Doch namentlich das Aussendepartement verhandelte trotz Amherds Aufruf weiter mit Frankreich.

Fazit:

Der Bundesrat hat sich bei seinem Entscheid rein auf die Bewertung der Angebote durch die armasuisse gestützt und politische Faktoren nicht berücksichtigt!

Schweiz entgeht wegen Kampfjet-Kauf lukrativer Steuerdeal mit Frankreich

Artikel wird am 13.01.2022, 20 Minuten[70]

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  • Weil die Schweiz statt französischen Jets US-Flugzeuge kauft, entgeht dem Land ein Deal über 3,5 Milliarden Franken und ein Abkommen für eine enge Zusammenarbeit mit Paris.
  • Obwohl der Entscheid für den US-Jet im Frühsommer schon gefallen war, schenkte die Schweiz Frankreich keinen reinen Wein ein.
  • Paris ist masslos enttäuscht und will sich in der EU nicht mehr für die Schweiz einsetzen.

Fazit

Der Bundesrat hat wirtschaftliche Interessen beim Entscheid für den F-35 nicht berücksichtigt und sich ausschliesslich auf die Bewertung der Angebote durch die armasuisse gestützt!

F-35 Lärmemissionen

VBS redet F-35 leise

02.02.2022, Blick[71]

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Der neue Kampfjet F-35 wird deutlich lauter sein als die bisherigen F/A-18. Dennoch versucht das Verteidigungsdepartement derzeit, Anwohner rund um die drei Militärflugplätze Payerne, Meiringen und Emmen zu beruhigen. Die Argumente überzeugen allerdings nicht alle.

Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa hat eigens akustische Messungen vorgenommen, die aber als vertraulich unter Verschluss gehalten werden.
Das Bundesamt für Rüstung (Armasuisse) gibt einzig einen Kurzbericht heraus. Dessen Fazit: Alles halb so wild.

Viel Lärm um den F-35

20.10.2021, SRF Rundschau[72]

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Die Erfahrungen aus den Niederlanden lassen aufhorchen!

Der F-35 erzeugt mehr als den doppelten Schalldruck im Vergleich zum F/A 18.

Der Widerstand in der Bevölkerung ist gross.

Nationalrätin Frau Priska Seiler Graf hat eine entsprechende Interpellation eingereicht: F-35: Welcher Lärm und welche Kosten für Lärmschutzmassnahmen kommen auf uns zu?[73]

Die Luftwaffe ändert ihre Flugzeiten, um den Lärm der Kampfflugzeuge zu reduzieren

29.12.2021, MARTS [74]

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Die Luftwaffe ändert ihre Flugzeiten, um den Lärm der Kampfflugzeuge zu reduzieren.

Fakt ist, dass einzig die Anzahl Flugstunden pro Jahr und die Lärmemissionen der eingesetzten Flugzeuge für die Lärmbelastung verantwortlich sind!

Lobbyismus

Beitrag von Allianz Sicherheit Schweiz: Wenn Putin will, könnte er in 14 Tagen am Bodensee sein...(Zitat: NZZ)

26.03.2021, Allianz Sichere Schweiz [75]

Eine etwas einfache Logik, die hier dem Bürger verkauft werden soll....

Die Tatsache, dass wie in der Ukraine, als erstes die Infrastruktur und damit die Flughäfen und Pisten zerstört werden, wird nicht berücksichtigt. Was nützt es, Kampfflugzeuge zu beschaffen, die im Ernstfall, nach einem Antriff, nicht mehr abheben können?

Es wird auch ausgeblendet, dass Länder wie Deutschland den F-35 nicht für luftpolizeiliche Aufgaben beschaffen, sondern als Langstreckenbomber, der im Rahmen der Allianz, nukleare Bomben tief im Feindesland abwerfen soll. Genau für diese Aufgabe ist der F-35 entwickelt worden.

Der F-35 wird durch die ebenfalls neu beschafften Eurofighter als Begleitschutz operieren.

BodLuf ist ein vordringliches Thema, dass thematisiert werden sollte.

F-35: Amherd warnt erneut vor Verzögerungen bei F-35

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8. März 2022, SRF, Tobias Gasser[76]

VBS und Bürgerliche machen erneut Tempo für den F-35 und schelten die GSoA-Initiative. Doch drängt es tatsächlich so?

Die eingeleitete F-35-Beschaffung dürfe durch nichts verzögert werden – auch nicht durch eine Unterschriftensammlung für eine Initiative, betonte am Dienstag im Ständerat der Urner FDP-Vertreter Josef Dittli. Sekundiert wurde er von Bundesrätin Viola Amherd: «Verzögerungen bei diesem für unsere Sicherheit so wichtigen Projekt sind unverantwortlich.»

Die Offerte der USA für den F-35 sei bis März 2023 gültig, erklärte das VBS gleichentags an einem Medienanlass auf dem Militärflugplatz Payerne.  Luftwaffen-Chef Peter Merz sagte: «Wir sind bestrebt, zeitgerecht zu unterschreiben. Sonst müssen wir erneut verhandeln und versuchen, die Offerte zu behalten.»

F-35: Angebot läuft in einem Jahr aus und die Preise könnten steigen

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8. März 2022, Le Temps, Phiolippe Bogelin [77]

Es ist noch nie vorgekommen, dass eine Bundesrätin politische Gegner auffordert, ihre Volksinitiative zu stoppen. Viola Amherd tat dies jedoch vor einigen Tagen im französischen Radio RTS, was von einigen als unangemessene Einmischung in die demokratischen Rechte empfunden wurde: Unter Berufung auf den Krieg in der Ukraine forderte die Verteidigungsministerin die Linke auf, auf eine Abstimmung über die 36 amerikanischen F-35A-Kampfflugzeuge zu verzichten, die aufgrund einer umstrittenen Analyse ausgewählt worden waren. Das pikierte rosa-grüne Lager hielt an seiner Initiative fest, für die derzeit Unterschriften gesammelt werden.

Der Artikel hat Herr Nationalrat Bregy Philipp Matthias, Mitte, dazu veranlasst, folgende Fragen[78] zu stellen:

Das Schweizer Volk hat am 27. September 2020 dem Kreditbeschluss über die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge zugestimmt, am 30. Juni 2021 ist im Bundesrat der Typenentscheid gefallen.

1. Liegen seitens Lockheed Martin verbindliche Offerten vor und bis wann behalten diese ihre Gültigkeit?

2. Was sind die Konsequenten, insbesondere die finanziellen, sofern der Zuschlag nicht innert Gültigkeitsfrist erfolgt?

F-35: Amherd fordert Rückzug der Initiative gegen F-35-Kampfflugzeuge

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1. März 2022, NAU,[79]

Die Kosten für das US-Kampfflugzeug könnten nach März 2023 steigen, insbesondere aufgrund der Inflation.

Die von der Linken lancierte Volksinitiative wird den Kaufprozess verlangsamen, eine Möglichkeit, die bisher nicht ausreichend berücksichtigt wurde.


Verein "SICHERHEITSPOLITIK UND WEHRWISSENSCHAFT" publiziert eine sicherheitspolitische Informationsbroschüre, die an Parlamentarier abgegeben wurde.

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Februar 2022, Verein Sicherheitspolitik und Wehrwissenschaft [1]

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Der Copyright Vermerk macht es klar: Das VBS nutzt auch Dienste eines privaten Vereins für das Lobbying zugunsten des F-35.

Die Ausführungen in der Inforationsbrochure sind zu 100% kongruent mit den Argumentationen des VBS.

Der Einzahlungsschein mit Spendenaufruf als Teil einer "Sicherheitspolitischen Information", die auch an National- und Ständeräte  gerichtet ist, wirft Fragen auf...

Bundesrätin Viola Amherd macht detaillierte Angaben zu geheimen Bundesratsgesprächen rund um den Kampfjetentscheid und wirft damit neue Fragen auf.

01.02.2022 Tagesanzeiger, Beni Gafner [80]

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Der Vorgang ist aussergewöhnlich:

Bundesrätin Viola Amherd berichtet öffentlich detailliert über interne Vorgänge im Bundesrat – und dies in einer brisanten Frage.

Diese lautet, weshalb bürgerliche Bundesratskollegen unmittelbar vor dem Kampfjetentscheid noch Verhandlungen mit Frankreich führten, als die USA den Zuschlag bereits auf sicher hatten. Nach einer Evaluation des Verteidigungsdepartements kam bereits ab vergangenem Frühjahr nur noch die amerikanische F-35 infrage.

Die Schweizer Luftwaffe wäre nur bedingt auf einen bewaffneten Konflikt vorbereitet

01.02.2022 Georg Häsler, NZZ[81]

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Vorteil F-35

Die S-400 mit dem Nato-Codename «Growler» gilt als eines der effektivsten Flugabwehrsysteme der Gegenwart. Es soll Marschflugkörper ebenso vom Himmel holen können wie Drohnen. Herkömmliche Kampfjets sind kaum in der Lage, eine Growler-Abschussbasis auszuschalten; ohne Stealth-Eigenschaft zur Reduktion der Radarsignatur laufen sie Gefahr, abgeschossen zu werden, bevor sie ihre Mission erfüllt haben. Es dürfte also kein Zufall sein, dass die Nato diesen Januar ausgerechnet zwei F-35-Stealth-Jets der visibility niederländischen Luftwaffe nach Bulgarien verlegt hat. Kampfflugzeuge dieser Art sehen tief in den von Russland kontrollierten Luftraum hinein und können im Notfall Abschussbasen ausschalten. Denn es spricht einiges dafür, dass die US-Kampfflugzeuge der fünften Generation vom S-400-System nicht effektiv genug erfasst werden können: Letzten Sonntag flogen israelische F-35 an der russischen Flugabwehr vorbei Angriffe gegen die Terrorgruppe Islamischer Staat in Syrien.

Dem Verfasser ist entgangen, dass die S-400 Systeme sofort ausgeschaltet werden, wenn israelische Kampfflugzeuge syrische Ziele, bzw solche von Iran oder Hisbollah bekämpften. Russland toleriert diese Angriffe zu einem gewissen Grad, weil sonst der Preis zu hoch wäre durch den Verlust der S-400 Systeme.

Selbst bei 400km Reichweite müssten die S-400-Systeme auf der Höhe von Frankfurt installiert werden um im Schweizer Luftraum  wirken zu können.

Das heisst, der Autor geht davon aus, dass Russland die NATO angegriffen und damit den Bündnisfall ausgelöst hat, der 3 te Weltkrieg ausgebrochen ist und die Russen erfolgreich in Deutschland einmarschiert sind.
Das Szenario, das Herr Häsler beschreibt, ist grotesk für die Schweiuz und könnte mit dem F-35 nur im Verbund - also mit der NATO - ausgeführt werden!

F-35: Verhandelten bürgerliche Bundesratskollegen hinter dem Rücken der Verteidigungsministerin mit Frankreich? VBS-Chefin Viola Amherd nimmt erstmals Stellung.

30.01.2022 Watson[82]

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Amherd habe nicht rechtzeitig informiert, es sei bis zum Bundesratsentscheid kein Verhandlungsstopp vereinbart worden, so die Kritik hinter vorgehaltener Hand. Sie sitzen in verschiedenen bürgerlichen Departementen, namentlich im Finanzdepartement EFD von Ueli Maurer (SVP), aber auch dem Aussendepartement EDA von Ignazio Cassis. Mit der Folge, dass die Departemente, die den «Rafale» wollten, mit Frankreich bis unmittelbar vor dem Kampfjetentscheid Gespräche über Deals insbesondere im Steuerbereich, aber auch im Verhältnis zur EU führten. Und Frankreich angeblich glauben machten, der «Rafale» werde gewinnen.

Der Entscheid, die politischen Verhandlungen mit den Herstellerländern abzubrechen, sei mehr als einen Monat vor dem Bundesratsentscheid gefallen, sagt Amherd: «Im Mai 2021 habe ich dem Sicherheitsausschuss (SIA) des Bundesrats, dem neben dem VBS auch das EDA und das EJPD angehören, das Evaluationsergebnis präsentiert.»

F-35: Eine Indiskretion des VBS? "Air Interdicion" als robustes Szenario

02.01.2022 Georg Häsler, NZZ

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Indiskretion VBS?

Georg Häsler berichtet oben, "dass die Beschaffungsbehörden 4 Szenarien vorgegeben haben, die über verschiedene Kanäle an die Medien gelangt sind". Auch diese Informationen sind gemäss seinen Angaben "KLASSIFIZIERT".

Minuten nach der Veröffentlichung hat SRF die Sendung Rudschau "Bomben auf Tschechien: die Kriegsszenarien der Luftwaffe"[83] angekündigt.

Ein Zufall?

Offenbar wusste nur das VBS von der bevorstehenden Beitrag im Magazin Rundschau. Das kann man aus den Antworten [84] des VBS auf Fragen des SRF schliessen.

Es stellt sich die Frage, wer über die bevorstehende Sendung Rundschau des SRF die NZZ informiert hat und wer verantwortlich für die Indiskretion bezüglich der Szenarien ist?

F-35: Hat armasuisse geheime Informationen der Presse weitergegeben?

27.01.2022 Georg Häsler, NZZ[85]

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Im Artikel ist zu lesen: "Bei der Evaluation des neuen Kampfflugzeugs lag neben dem F-35 ein zweiter amerikanischer Jet vorn..."

armasuisse hat im "Kurzbericht Evaluation"[86] Anmerkung 1 auf Seite 3/14 deklariert:

Der Evaluationsbericht NKF ist GEHEIM klassifiziert. 

Jetzt stellt sich die wahrscheinlich strafrechtlich relevante Frage, wer Herrn Häsler, NZZ, die geheimen Informationen zugespielt hat?

Schweizerisches Strafgesetzgung Art. 293:

1 Wer aus Akten, Verhandlungen oder Untersuchungen einer Behörde, die durch Gesetz oder durch einen gesetzmässigen Beschluss der Behörde als geheim erklärt worden sind, etwas an die Öffentlichkeit bringt, wird mit Busse bestraft.

Der US-Hersteller wirbt auf Twitter für den Kampfjet F-35 – und richtet sich gezielt ans Schweizer Publikum. Die Aktion weckt Widerspruch.

07.06.2019 Handelszeitung[87]

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Ein Werbefilm von Lockheed Martin ploppt seit Mittwoch in der Twitter-Timeline von Schweizer Usern auf.

Der US-Tarnkappenjet F-35 hat laut Medienberichten im Evaluationsverfahren für neue Kampfflugzeuge der Armee am besten abgeschnitten.

22.06.2021 Handelszeitung[88]

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Staatliche Indiskretion...

Der F-35 des US-Herstellers Lockheed Martin soll in den Tests der Beschaffungsbehörde Armasuisse das Rennen gemacht haben, wie die SRF-TV-Sendung "Rundschau" am Montag unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen berichtete. Es ist offensichtlich, dass gezielt vertrauliche Informationen an Medien getragen wurden.

Schweizer "Qualitätsmedien" verschweigen Beschaffung von F-35 Kampfjets durch Finnland

29.12.2021, www.soaktuell.ch[89]

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Diese Behauptung von Hernn Häsler ist falsch und irreführend

So hat das SRF am 18.12.2021 in der Tagesschau darüber berichtet.[90].

Auch die NZZ hat sich dem Thema angenommen: Der F-35 wird zum europäischen Standard[91]

Zwischenfälle beim Einsatz des F-35

F-35: 2 Tarnkappenjets machen Notlandung in Berlin

07.03.2022, SWR[92] Bild [93]

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Zwei F35-Tarnkappenjets der US-Luftwaffe aus Spangdahlem sind am Samstag wegen eines technischen Problems auf dem Berliner Flughafen BER gelandet. Nach Angaben der Airforce hatte eines der Flugzeuge zuvor während des Flugs einen Notfall gemeldet. Beide Flugzeuge seien mittlerweile zum Luftwaffenstützpunkt Spangdahlem zurückgekehrt. Die Tarnkappenjets waren noch vor Beginn des Ukraine-Kriegs vom US-Bundesstaat Utah nach Spangdahlem versetzt worden. Einer Mitteilung zufolge sind sie für die NATO im Einsatz.

F-35: US-Marine birgt Wrack des in den Flugzeugträger gestürzten Jets aus dem Südchinesischen Meer

04.03.2022, CNN Politics[94]

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Die US-Marine hat am Mittwoch das Wrack eines Tarnkappen-Kampfflugzeugs aus dem Südchinesischen Meer geborgen, das im Januar auf das Deck eines US-Flugzeugträgers gestürzt war.

Die F-35C stürzte ins Meer, nachdem sie am 24. Januar während eines Routinefluges" nicht erfolgreich auf der USS Carl Vinson gelandet war, heisst es in der Mitteilung.

Um das Wrack des Militärflugzeugs aus einer Tiefe von "etwa 12.400 Fuss" zu bergen, benutzte ein Team von Mitgliedern der US Navy ein "ferngesteuertes Fahrzeug" namens CURV-21, um "spezielle Takelage und Hubseile am Flugzeug" auf dem Meeresgrund zu befestigen, heisst es in der Mitteilung.

Nach dem Anbringen der Takelage und der Hubseile wurde der Kran des Tauchunterstützungsschiffs, das zur Bergung des Flugzeugs eingesetzt wurde, auf den Meeresboden abgesenkt und mit der Takelage verbunden". Nach der Befestigung hob das Team das Flugzeug an die Meeresoberfläche und setzte es auf das Schiff, um es zu transportieren, heisst es in der Mitteilung.

"Das Flugzeug wird zu einer nahegelegenen Militäreinrichtung gebracht, um die laufenden Ermittlungen zu unterstützen, und für einen möglichen Transport in die Vereinigten Staaten untersucht", heisst es in der Mitteilung.

Das Team benötigte 37 Tage, um das Wrack zu bergen. Es bestand aus Mitgliedern der US 7th Fleet Task Force 75 und dem Supervisor of Salvage and Diving des Naval Sea Systems Command. Für die Bergung des Wracks wurde das Tauchunterstützungsschiff Picasso" eingesetzt.

F-35: Ein grosses "Problem" mit australischen Kampfjets ist Teil des "chronischen Missmanagement"

15.02.2022, The Australien[94]

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Australiens Flotte von F-35A-Kampfjets wird weniger Zeit in der Luft verbringen als bisher geplant, wie aus Dokumenten des Verteidigungsministeriums hervorgeht. 

Die Flugstunden der Joint Strike Fighters wurden in diesem Haushaltsjahr um 25 Prozent gekürzt, wie aus den Haushaltsvoranschlägen hervorgeht, die das Verteidigungsministerium letzte Woche vorgelegt hat.

Das Dokument besagt, dass die für 2021-22 prognostizierten Flugstunden von 11'813 auf 8'773 (-25%) reduziert werden mussten.

F-35: Neues Video des F-35-Crashs zeigt US-Kampfjet kracht mit voller Wucht auf Flugzeugträger

08.02.2022, Blick[94]

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<iframe width="560" height="315" src="tet" frameborder="0" allowfullscreen></iframe> Im Januar stürzt ein Kampfjet der US-Marine im Chinesischen Meer ab. Nun wurde ein neues Video geleakt und verbreitet sich im Netz. Es zeigt, was vor dem Sturz ins Meer passiert. Der Kampfjet kracht nicht nur auf das Schiff, sondern geht auch noch in Flammen auf.

F-35: Die Trankappenbomber sind auf ihrer ersten Flugzeugträgerreise mit rostigen Ablagerungen bedeckt worden.

29.01.2022, The Drive[95]

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Die betroffenen F-35 waren gerade mal 6 Monate im Einsatz auf einem Flugzeugträger, als sich auf allen Flugzeugen grossflächig Rot bildete. Dieser führt dazu, dass die Trankappenfähigkeit erheblich geschwächt wird, indem sich der Radarquerschnitt des Kampfflugzeuges erhöht. So kann die F-35 von feindlichen Boden-Luft Systemen leichter erkannt, lokalisiert und bekämpft werden.

F-35: US-Marine will abgestürztes F-35 Tarnkappenflugzeug zurückbekommen - noch bevor China es schafft, dieses zu bergen!

26.01.2022, CNN[96]

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Beim Absturz eines F-35-Kampfjets während eines Landeversuchs auf einem US-Flugzeugträger im Südchinesischen Meer sind mindestens sieben Seeleute verletzt worden.

Die US-Marine versucht, ihren modernsten Kampfjet aus den Tiefen des Südchinesischen Meeres zu bergen - ein äusserst komplexes Unterfangen, das Analysten zufolge von Peking genau beobachtet wird.

Die F-35C, ein einmotoriges Tarnkappen-Kampfflugzeug und der neueste Jet in der Flotte der US-Marine, ist nach Angaben der Marine am Montag während eines Routineeinsatzes auf dem Flugzeugträger USS Carl Vinson abgestürzt.

F-35: Nach Absturz von F-35: Pentagon verhängt allgemeines Flugverbot für modernsten US-Kampfjet

11.10.2018, RT[97]

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Das US-Militär hat seiner gesamten Flotte der F-35-Kampfjets wegen vermuteter fehlerhafter Treibstoffschläuche ein Flugverbot erteilt. Erst im vergangenen Monat stürzte ein F-35-Jet des US-Marine Corps ab. Auch andere Staaten halten ihre Jets am Boden.

F-35: Geleaktes Video des Absturzes einer britischen F-35B zeigt, wie der Jet von der Rampe des Trägers fällt.

30.11.2021, Defense News[98]

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Militärangehörige haben am 27. Mai 2021 an der NATO-Übung "Steadfast Defender 2021" auf dem Deck des Flugzeugträgers HMS Queen Elizabeth vor der Küste Portugals teilgenommen. Einem durchgesickerten Video zufolge stürzte eine britische F-35B am 17. November bei geringer Geschwindigkeit von der Rampe.

F-35: Das Wrack einer abgestürzten britischen F-35 wurde aus dem Mittelmeer geborgen.

07.12.2021, The Sun [99]

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"Der Einsatz zur Bergung der britischen F-35 im Mittelmeer wurde erfolgreich abgeschlossen", bestätigte das Verteidigungsministerium gestern Abend.

Die US-Marine hatte ein spezialisiertes Bergungsschiff von ihrem Hauptquartier der 6. Flotte in Rota, Spanien, abkommandiert, um die Such- und Bergungsmission zu leiten.

Es dauerte zwei Wochen, um das Wrack zu lokalisieren und eine weitere Woche, um es zu bergen, sagte eine Quelle aus dem Verteidigungsministerium.

Auch die italienische Marine unterstützte die Bergungsaktion, die durch den rauen Seegang behindert wurde.

F-35: Die F-35 Joint Strike Fighters, die von der australischen Regierung gekauft werden sollen, seien "nutzlos".

03.08.2021, THE AUSTRALIEN[100]

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Die Vereinigten Staaten haben vor kurzem theoretische Kriegsspielszenarien durchgeführt, die sie verloren haben, woraufhin ein US-General dem Magazin Defense One erklärte, die Joint Strike Fighters seien "nutzlos" und unfähig, ihre Aufgabe zu erfüllen.

Herr Gottliebsen merkte an, dass dies daran liege,

"dass der Joint Strike Fighter F-35 nicht hoch genug fliegen kann". "Die chinesischen und russischen Flugzeuge können viel höher fliegen, und es ist sehr einfach, sie abzuschiessen"

sagte er der Sky News-Moderatorin Peta Credlin. "Und sie kann nicht lange genug fliegen.

F-35: Südkoreanische F-35 führt Bauchlandung aufgrund eines Problems mit der Avionik durch.

05.01.2022, Airotime Hub[100]

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Ein Lockheed Martin F-35 Lightning II-Kampfflugzeug der südkoreanischen Luftwaffe (ROKAF) musste eine Bauchlandung durchführen, nachdem ein nicht näher spezifiziertes Avionikproblem das Ausfahren des Fahrwerks verhindert hatte.

Nach Angaben südkoreanischer Medien blieb der Pilot unverletzt und konnte eine Landung durchführen, während das Flugzeug nur minimalen Schaden erlitt.

Der Vorfall ereignete sich um 12:51 Uhr KST (03:51 GMT) am 4. Januar 2021 auf dem Luftwaffenstützpunkt Seosan (HMY) südlich von Seoul.

Vor der Landung bedeckte die Feuerwehr die Landebahn des Luftwaffenstützpunkts mit speziellem Schutzschaum, um das Flugzeug vor grösseren Schäden zu bewahren.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtet, dass die ROKAF ein nicht näher bezeichnetes Problem mit der Avionik als Ursache für den Zwischenfall angab und darauf hinwies, dass das Fahrwerk nicht ausgefahren werden konnte. Weitere Informationen wurden nicht bekannt gegeben. [101] Die Luftwaffe hat ihre F-35-Flüge vorübergehend ausgesetzt und eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet.

Es handelt sich um die erste bekannte Bauchlandung einer F-35. Der nächste Vorfall dieser Art ereignete sich im Juni 2020, als das Fahrwerk einer F-35 der USAF bei der Landung auf dem Luftwaffenstützpunkt Hill Air Force Base zusammenbrach.

F-35: Schwerer Defekt an einer F-35: Flugverbot für die südkoreanische Flotte

06.01.2022, Air&Cosmos[102]

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Ein schwerwiegender Fehler an der Avionik: Nach einer Überprüfung "hatten alle Systeme des Flugzeugs mit Ausnahme der Flugsteuerung und des Triebwerks aufgehört zu funktionieren". Nachdem er gezögert hatte, den Schleudersitz zu betätigen, entschied sich der Pilot schliesslich für einen Landeversuch ohne Räder, nachdem die Landebahn zuvor von den Rettungsdiensten mit einer Schicht schaumiger Flüssigkeit bedeckt worden war, die die Wahrscheinlichkeit eines Brandes verringerte. Der Vorfall wurde als so schwerwiegend eingestuft, dass die gesamte Flotte der 30 Lockheed Martin F-35 des Landes mit einem Flugverbot belegt wurde, ohne dass jedoch bei den anderen Nutzern des Flugzeugs eine identische Massnahme ergriffen wurde,.

Zwar sollte das Flugzeug repariert werden können, doch aufgrund der empfindlichen Ausrüstung und der Tarnkappenbeschichtung der F-35 wird dies schwieriger sein als bei früheren Flugzeuggenerationen. (...)

Frühere Unfälle, aus denen man viel lernen kann:

Dies ist nicht der erste Fall, in dem ein Flugzeug aufgrund von Fehlern beschädigt oder zerstört wurde. Der Unfall vom 19. Mai 2020, bei dem ein Pilot bei der Landung auf der Eglin Air Force Base mit dem Schleudersitz aussteigen musste, wurde auf eine zu hohe Geschwindigkeit beim Anflug zurückgeführt. Die vollständige Untersuchung, die im September desselben Jahres veröffentlicht wurde, ergab jedoch auch, dass die F-35 nicht die in einer solchen Situation erwarteten Warnsignale abgab und vor allem, dass die Flugsteuerung Softwarefehler aufwies, die den Piloten daran hinderten, seinen Fehler wieder gut zu machen, und es ihm unmöglich machten, das das Flugzeug zu beschleunigen, das er nach der Berührung der Landebahn mit dem Hauptfahrwerk einleiten wollte. Der Helm des Piloten war ausserdem nicht richtig auf die Landebahn ausgerichtet und das Flugzeug hatte einen Fehler im Sauerstoffsystem, der zu einer "kognitiven Verschlechterung" führte. Die Untersuchung hatte auch darauf hingewiesen, dass der Simulator nicht in der Lage war, die Piloten auf bestimmte Situationen vorzubereiten, da das aerodynamische Verhalten des Flugzeugs im Simulator nicht genau wiedergegeben wurde.

Die Fehlfunktion des Schleudersystems hatte zu Verletzungen am Arm und den Augen des Piloten geführt.

Die 176-M$-Maschine wurde für verloren erklärt, aber es wurde kein Flugverbot für die Flugzeugflotte verhängt. Der vollständige Bericht über diesen Unfall ist am Ende dieses Artikels verfügbar.

Japan hatte seinerseits eine Reihe von Vorfällen eingeräumt, die mit spezifischen Herstellungsfehlern der im Land befindlichen F-35-Montagelinie zusammenhingen und mehrere Notlandungen von Flugzeugen des Landes verursachten.

Auch der Absturz einer japanischen F-35 wurde auf diese Mängel zurückgeführt. Die Untersuchung kam schliesslich zu dem Schluss, dass der Pilot beim Aufprall auf das Meer desorientiert war. Dies liess Zweifel daran aufkommen, dass der Unfall ausschliesslich durch den Menschen verursacht wurde, da einige Piloten der Meinung waren, dass eine räumliche Desorientierung bei einem Flugzeug der fünften Generation auch mit einem weiteren Ausrichtungsfehler seines Helms hätte zusammenhängen können, da das Flugzeug nicht über ein Head-up-Display (oder HUD) verfügte...

Dies ist nicht das erste Flugverbot für die F-35.

Nach Vorfällen mit Testflugzeugen im Jahr 2011 und einem kurzen Verbot im Jahr 2014 aufgrund von Öllecks im Triebwerk war es der Unfall einer F-35B im September 2018, der eine vollständige Überholung der Flugzeuge erforderlich machte. Der im Mai 2019 veröffentlichte Beitrag hatte aufgedeckt, dass ein von United Technologies hergestellter Teil des Treibstoffversorgungssystems versagt hatte, was zu einem Verlust der Triebwerksleistung und zum Absturz des Flugzeugs führte. Die Ausrüstung, die damals in 40% der weltweiten Flugzeugflotte vorhanden war, musste ausgetauscht werden.

Weitere Fälle von begrenzten Verboten durchzogen das Leben des Programms, wie z. B. Mängel bei der Tankkühlung im Jahr 2016 oder länderspezifische Einschränkungen, wie z. B. Japan nach dem Verlust seines Flugzeugs im Meer und Zweifeln an der Unfallursache.

Der neue Unfall wird bei Lockheed Martin jedoch mit Sorge beobachtet, da ein solcher Softwarefehler potenziell die gesamte weltweite Flotte der drei Versionen des Flugzeugs der fünften Generation betreffen könnte, die das Rückgrat vieler Luftstreitkräfte auf der ganzen Welt bildet.

US Hersteller und Gof Publikationen

F-35: Direktor operationale Tests und Evaluation publiziert Jahresbericht

27.01.2022, US Verteidigungsministerium, Test-Büro des Pentagon [103]

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Zusammenfassung:

Seite 48:

"The program planned to reduce flight testing with the C2D2 process by leveraging more testing in Lockheed Martin’s laboratory and simulation environments, but to date that plan has not been successful due to the limitations of those test environments. The Lockheed Martin laboratories and simulations are not capable of replicating operationally representative flight conditions or target complexities and densities"

"Das Programm plante, die Flugtests mit dem C2D2-Verfahren zu reduzieren, indem mehr Tests in den Labor- und Simulationsumgebungen von Lockheed Martin durchgeführt werden sollten. Die Labore und Simulationen von Lockheed Martin sind nicht in der Lage, repräsentative Flugbedingungen oder komplexe Zielsituationen und nachzubilden.

 
Das bedeutet:
- Reduktion der Flugstunden durch Einsatz von Simulatoren funktioniert in der Praxis nicht
- Wirklichkeitsnahe, anspruchsvolle Zielszenarien können im Simulator nicht nachgebildet werden

"The JSF program continues to carry a large number of deficiencies, and conducts recurring reviews with Service requirements representatives to prioritize resources to address them. Although initial development in Block 4 focused on addressing deficiencies that were identified during SDD while developing some new capabilities, the overall number of open deficiencies has not significantly decreased since the completion of SDD due to the continued discovery of new problems."

"Das JSF-Programm weist nach wie vor eine grosse Anzahl von Mängeln auf und führt regelmässige Überprüfungen mit den Vertretern der Dienststellen durch, um die Ressourcen für deren Behebung zu priorisieren. Obwohl sich die anfängliche Entwicklung in Block 4 auf die Behebung von Mängeln konzentrierte, die während des SDD identifiziert wurden, während gleichzeitig Fähigkeiten weiterentwickelt wurden, hat sich die Gesamtzahl der offenen Mängel seit dem Abschluss des SDD nicht wesentlich verringert, da immer wieder neue Probleme entdeckt werden."

 
Das bedeutet
F-35 ist nach wie vor mit Mängeln behaftet, die noch immer nicht behoben werden konnten.

Seite:49:

"The program had to stop work on some development efforts in late CY20 and CY21 to redirect funding to the development of the new Technical Refresh (TR)-3 avionics configuration due to significant cost overruns and reductions."

"Das Programm musste teilweise Entwicklungsarbeiten Ende CY20 und CY21 einstellen, um die Mittel für die Entwicklung der neuen Avionikkonfiguration Technical Refresh (TR)-3 zu finanzieren, da es zu erheblichen Kostenüberschreitungen und -kürzungen kam."

 
Das bedeutet: 
Es steht nicht genügend Budget zur Verfügung, um die dringend notwendigen Entwicklungsarbeiten am F-35 zu finanzieren.

"Delays in Block 4 capabilities and weapons integrations activities may also limit the initial capabilities of aircraft delivered in the TR-3 configuration."

"Verzögerungen bei den Block-4-Fähigkeiten und der Waffenintegration können auch die anfänglichen Fähigkeiten der in der TR-3-Konfiguration gelieferten Flugzeuge einschränken."

 
Das bedeutet: 
Es ist mit Verzögerung bei der Entwicklung und Auslieferung zentraler Funktionmen zu rechnen.

Seite 49:

"The sharp reduction in availability since June 2021 has been predominantly driven by spare parts not being available when needed. he lack of spares inventory, and limited component-level depot repair capacity, contribute to the shortfalls in spares supply. A significant shortage of fully functional F135 engines has contributed to reduced aircraft availability. This shortage has been exacerbated by a lack of depot repair capacity. Almost all aircraft requiring an engine are F-35A variants. Although the program and the Services manage engine spares by prioritizing combat-coded units over test and training units, the shortage of spare engines has adversely affected deployed combat units as well."

"Der Einbruch der Verfügbarkeit seit Juni 2021 ist vor allem auf die mangelnde Verfügbarkeit von Ersatzteilen zurückzuführen. Der Mangel an Ersatzteilen und die begrenzten Reparaturkapazitäten auf Komponentenebene tragen zu den Engpässen bei der Ersatzteilversorgung bei. Ein erheblicher Mangel an voll funktionsfähigen F135-Triebwerken hat zu einer geringeren Verfügbarkeit der Flugzeuge beigetragen. Dieser Mangel wird durch fehlende Reparaturkapazitäten in den Depots noch verschärft. Fast alle Flugzeuge, die ein Triebwerk benötigen, sind F-35A-Varianten. Obwohl das Programm und die Dienststellen die Triebwerkserneuerungen verwalten, indem sie Kampfeinheiten Vorrang vor Test- und Trainingseinheiten einräumen, hat sich der Mangel an Ersatztriebwerken auch auf eingesetzte Kampfeinheiten negativ ausgewirkt."

 
Das bedeutet: 
- F-35 Ersatzteile für die Wartung / Reparatur sind nur eingeschränkt verfügbar
- Es herrscht ein Mangel an F-35 Triebwerken. Diese Einschränkungen wirken sich auf Kampfeinheiten aus

Seite 51:

"ALIS and Operational Data Integrated Network (ODIN) The program continued making plans to transition from ALIS to ODIN, but progress stagnated due to program funding constraints and the need to address pressing ALIS obsolescence and cyber challenges. The JPO altered the ALIS-to-ODIN (A2O) strategy in early 2021 to a phased approach, replacing the previous strategy of a rapid transition to and fielding of ODIN."

"ALIS und Operational Data Integrated Network (ODIN) Das Programm setzte die Planungen für den Übergang von ALIS zu ODIN fort, aber der Fortschritt stagnierte aufgrund von Finanzierungsengpässen und der Notwendigkeit, dringende ALIS-Veralterung und Cyber-Herausforderungen anzugehen. Das JPO änderte die Strategie für den Übergang von ALIS zu ODIN (A2O) Anfang 2021 in einen stufenweisen Ansatz und ersetzte damit die frühere Strategie eines schnellen Übergangs zu ODIN und dessen Einsatz."

 
Das bedeutet: 
- Nach wie vor bestehen beim F-35 Mängel bei der Cybersicherheit
- Die Umstellung von ALIS auf ODIN, verzögert sich weiter

"While some cybersecurity-related system discrepancies have been resolved, cybersecurity testing during FY21 continued to demonstrate that some vulnerabilities identified during earlier testing periods remain in the system."

"Während einige mit der Cybersicherheit zusammenhängende Systemmängel behoben wurden, haben die Cybersicherheitstests im GJ21 gezeigt, dass einige Schwachstellen, die in früheren Testperioden identifiziert wurden, weiterhin im System vorhanden sind."

 
Das bedeutet:
Auch das Missionsplanungssystem (MPSE) für den F-35 weist Mängel bei der Cybersicherheit auf.

Fachgespräch zu den Kosten der Beschaffung des F-35A

Medienkonferenz, Fachgespräch VBS: F-35 wird teuerer...

Bern, 26.11.2021, VBS, youtube [104]

Lorenz Frischknecht

Sehr geehrte Herren Experten, geschätzte Medienschaffende, geschätzte Damen und Herren, ich begrüsse Sie zu diesem Fachgespräch zu finanziellen Aspekten in der Beschaffung des F-35 A als neues Kampfflugzeug und des Patriot als neues System zur bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite. Der Bundesrat wird dem Parlament die Finanzierung mit sogenannten Verpflichtungskrediten beantragen und darüber informieren, wir Sie heute. Marc Siegenthaler, stellvertretender Generalsekretär und Chef Ressourcen VBS, sowie Darko Savic, Projektleiter «Neues Kampfflugzeug» bei Armasuisse, werden Ihnen unter anderem die Zusammensetzung des Kredites für das Flugzeug darlegen.

Anschliessend erläutert Adrian Martinez, Leiter Frontoffice Tresorerie bei der eidgenössischen Finanzverwaltung, das Vorgehen für Währungsabsicherungen. Sie haben daraufhin Gelegenheit, Ihre Fragen hier im Plenum zu stellen. Auf individuelle Interviews verzichten wir heute. Sie dürfen alles verwenden, was gesagt wird. Die Bild- und Tonaufnahmen können Sie auf demüblichen Weg beziehen. Das Communiqué haben Sie bereits erhalten und ich mache Sie zudem auf die Grafik aufmerksam, die wir hier zeigen werden und die wir im Saal aufgelegt haben.

Damit gebe ich das Wort gerne Marc Siegenthaler

Marc Siegenthaler

Vielen Dank, sehr geehrte Medienschaffende, sehr geehrte Damen und Herren. Der Bundesrat hat am 30. Juni 21 die Typenentscheide für die Beschaffung der Kampfflugzeuge und derbodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite getroffen. Bei der Auswahl ergab die Evaluation für jeweils einen Kandidaten den höchsten Gesamtnutzen und gleichzeitig die tiefsten Gesamtkosten. Der Bundesrat hat sich über die Beschaffung von 36 Kampfflugzeugen vom Typ F-35 A, der Firma Lockheed Martin und für fünf Feuereinheiten des Systems Patriot der Firma Raytheon entschieden. Was ist seit diesem 30. Juni geschehen? Ich spreche nun zuerst über das neue Kampfflugzeug. Seit dem Typenentscheid hat das VBS Projektteam mit den Vertretern der US-Regierung den Beschaffungsvertrag den sogenannten «Letter of Offer and Acceptance», kurz «LOA», bereinigt. Er tritt in Kraft, sobald die Schweiz den Vertrag ebenfalls unterschrieben hat. Die USA hat diesen Vertrag bereits unterschrieben. Wir werden diese Unterschrift erst nach einer allfälligen weiteren Volksabstimmung unter das Dokument setzen. Bis dann stehen noch einige Schritte und Beschlüsse an. Dazu gehört, dass das Parlament den Verpflichtungskredit genehmigt. Das VBS wird diesem Verpflichtungskredit mit der Armeebotschaft im nächsten Februar dem Bundesrat zur Verabschiedung zu Handen, des Parlaments vorlegen. Mit dem Vertrag der US-Regierung liegen auch die Zahlungspläne vor. Das heisst, die Zeitpunkte, wann welche Zahlung ansteht, sind nun definitiv bestimmt. Deshalb können wir jetzt auch die Höhe des Verpflichtungskredites beziffern. Dazu folgende Ausführungen.

Ich beginne mit dem Betrag, der für die Beschaffung des Kampfflugzeugs maximal zur Verfügung steht. Für die Kampfflugzeuge hat die Stimmbevölkerung am 27. September 2020 mit dem Planungsbeschluss einem maximal möglichen Finanzvolumen von sechs Milliarden Franken zugestimmt. Dieser Betrag beruht auf dem Landesindex für Konsumentenpreise vom Januar 2018. Das bedeutet, dass der Betrag von sechs Milliarden Franken der Inflation in der Schweiz angepasst wird. Wir haben nun die aktuellen Prognosen für die Inflation bis 2031 berücksichtigt und dabei auch eingerechnet, in welchen Jahren welche Zahlungen geleistet werden müssen. Unter Berücksichtigung dieser Faktoren beträgt das maximale Finanzvolumen rund 6,3 Milliarden Franken. Sie sehen dies auf der linken Grafik in der Präsentation. Was die andere Seite betrifft, also das Angebot, verweise ich auf die Grafik rechts. Der Verpflichtungskredit, setzt sich aus dem Betrag für die Flugzeuge selber sowie den Kosten für die weiteren Elemente zusammen, die es für das Flugzeug braucht. Darko Savic, Projektleiter «Neues Kampfflugzeug» bei Armasuisse, wird Ihnen diese einzelnen Bestandteile erläutern. Nebst der Beschaffung selbst sind auch weitere Kosten bereits in diesen Beträgen berücksichtigt. Wie bei allen Beschaffungen des Bundes im Ausland handelt es sich dabei zum einen um die Mehrwertsteuer auf Importe. Diese ist im Verpflichtungskredit enthalten und macht rund 422 Millionen Franken aus. Zum anderen spielt der Wechselkurs eine Rolle. Die angebotenen Preise gelten in US-Dollar bis zur Auslieferung. Aber wir werden dem Parlament einen Kredit in Schweizer Franken beantragen. Wir haben dabei den Wechselkurs von 0,95 Franken pro US-Dollar angenommen. Dieser Wert ist gemäss heutigem Stand konservativ berechnet. Diese Annahme blieb seit dem Evaluationsbericht vom Juni 2021 unverändert. Alles in allem ergibt sich für die 36 Kampfflugzeuge des Typs F-35 A eine Verpflichtungskredit von 6,035 Milliarden Schweizer Franken. Und damit ist auch klar, dass wir das maximal mögliche Finanzvolumen, wie ich es vorhin erwähnt habe, gemäss Planungsbeschluss nicht nur einhalten, sondern es sogar auch unterschreiten. Wir beantragen nämlich rund 300 Millionen Franken weniger als die 6,3 Milliarden, die unter aktuellen Inflationsprognosen möglich wären. Sie werden nun festgestellt haben, dass diese 6,035 Milliarden vom Betrag abweichen, den wir nach dem Bundesratsbeschluss zur Typenwahl Ende Juni publiziert haben. Damals haben wir die Beschaffungskosten mit 5,068 Milliarden Franken beziffert. Im Juni haben wir den Betrag kommuniziert, der sich auf den Zeitpunkt der finalen Angebote bezogen hat. Dieser Betrag ist teuerungsbereinigt, das heisst, die Teuerung in den USA ist nicht darin eingerechnet. Das haben wir damals auch so festgehalten. Jedoch in den Gesamtkosten von 15,5 Milliarden Franken, die wir damals genannt haben, war und ist die Teuerung bereits enthalten. Mit dem Betrag ohne Teuerung konnten wir auch prüfen, ob das Angebot innerhalb des maximal möglichen Finanzvolumens gemäss Planungsbeschluss liegt, ohne dass dabei die Inflation in der Schweiz bis 2031 mit all ihren Unsicherheiten hinzugerechnet werden musste. Heute kommunizieren wir Ihnen nun den Betrag, in dem die Teuerung in den USA eingerechnet ist und feststeht, in welchen Jahren welche Beträge zu bezahlen sind. Der F-35 A schneidet bei sämtlichen Vergleichen, also mit und ohne Teuerung, klar am günstigsten ab. Bei den Gesamtkosten ist er im Bereich von 2 Milliarden Franken günstiger als der zweitgünstigste Kandidat. Und dies bei klarhöchstem Nutzen.

Welche Risiken gibt es? Die Preise in den Offerten sind verbindlich und bleiben bis zur Auslieferung unverändert. Hier entstehen keine zusätzlichen Kosten. Für die Teuerung ist nur ein geringes Risiko einzurechnen, da es hier lediglich um Aufträge des Bundes an Schweizer Firmen, zum Beispiel die RUAG AG, geht. Für die Teuerung rechnen wir im Verpflichtungskredit deshalb nur 5 Millionen Franken ein. Ein Währungsrisiko besteht, bis dass das Parlament den Verpflichtungskredit beschlossen hat, also voraussichtlich Ende 2022. Bis zu diesem Zeitpunkt, also mit Vorliegen des Bundesbeschluss sichert der Bundesrat in der Regel den Wechselkurs ab. Adrian Martinez von der Tresorerie der Finanzverwaltung wird Ihnen dazu auch noch Informationen geben. Die technischen Risiken werden über den Risikozuschlag imVerpflichtungskredit abgedeckt. Sie sind mit 82 Millionen Franken tief, da die F-35 A in derselben Konfiguration beschafft werden, wie sie andere Länder auch einsetzen. Der Hersteller fertigt die Flugzeuge nach denselben Standards und Verfahren, nach denen über 3000 Flugzeuge hergestellt werden. Ich möchte hier noch auf das System zur «bodengestützten Luftverteidigung grösserer Reichweite» zu sprechen kommen. Die US-Regierung hat auch den Vertrag für die bodengestützte Luftverteidigung grösserer Reichweite «Patriot» vorgelegt. Für die Beschaffung von «Patriot» wird aktuell mit 1,987 Milliarden Franken gerechnet. Der Wechselkurs wurde ebenfalls 0,95 Franken pro US-Dollar angenommen. Die Risiken sind vergleichbar mit derFlugzeugbeschaffung, und auch diesen Verpflichtungskredit wird der Bundesrat dem Parlament mit der Armeebotschaft beantragen.

Zum Schluss gehe ich auf die Offset-Geschäfte und die Aufträge des Bundes an Schweizer Firmen ein. Der ausländische Hersteller der F-35 A muss 60 % und derjenige von Patriot 100 %das Vertragswertes mit Offsets kompensieren. Jeweils 20 % betreffen direkte Offsets; sie stehen in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der Rüstungsbeschaffung. Beispielsweise liefen Schweizer Firmen den ausländischen Herstellern Komponenten für das beschaffte System. Die restlichen Verpflichtungen betreffen die indirekten Offsets; sie beziehen sich nicht direkt auf das Beschaffen der Rüstungsgüter, werden aber durch die betreffenden Beschaffungen ausgelöst. Keine Offsets entstehen aus den Anteilen für Mehrwertsteuer, dem Risikozuschlag und für die direkten Aufträge des Bundes an Schweizer Firmen. Diese direkten Aufträge des Bundes an Schweizer Firmen betragen 321 Millionen Franken. Die beiden Beschaffungen führen zu Offset-Geschäften von insgesamt 4,2 Milliarden Franken. Der Hersteller der Flugzeuge wird Offset-Geschäfte von 2,9 Milliarden Franken tätigen. Rund eine Milliarde davon betrifft direkte Offsets, also Aufträge an Schweizer Firmen im Zusammenhang mit der Flugzeugbeschaffung. Und der Hersteller der bodengestützten Luftverteidigung wird 1,3 Milliarden Franken an Offset-Geschäften auslösen, davon 260 Millionen für direkte Offsets. Die Offset-Verpflichtungen müssen bis spätestens vier Jahre nach Auslieferung erfüllt sein, damit keine Konventionalstrafe fällig wird. Ich danke Ihnen für die Aufmerksamkeit.

Lorenz Frischknecht

Danke für die Ausführungen. Nun gebe ich das Wort dem Projektleiter neues Kampfflugzeug.

Darko Savic

Geschätzte Medienschaffende, geschätzte Damen und Herren. Gerne gebe ich Ihnen einige Informationen über das geplante Beschaffungspaket. Es enthält nebst 36 Flugzeugen des Typs F-35 A im Wesentlichen die folgenden Positionen: Die Flugzeuge selbst werden 3,828 Milliarden Franken kosten. Zusammen mit den Flugzeugen soll auch ein Logistikpaket für den Betrieb und die Instandhaltung der Flugzeuge in der Schweiz beschafft werden. Dafür werden 1,927 Milliarden Franken eingesetzt. Dazu gehören beispielsweise Boden- oder Ersatzmaterial. Für den Fall, dass die Schweiz in einem bewaffneten Konflikt steht, kann der Betrieb der Kampfflugzeuge über mehrere Monate eigenständig sichergestellt werden, ohne Ersatzteillieferungen aus dem aus dem Ausland zu erhalten. Im Logistikpaket enthalten sind ebenfalls auftraggeberseitige Kosten, wie die Anbindung des Systems in die Informatik-Umgebung des VBS oder Leistung der RUAG als Materialkompetenzzentrum zugunsten der Etablierung der Instandhaltungsfähigkeiten in der Schweiz. Hinzu kommt die Beschaffung eines Munitionspakets im Umfang von 107 Millionen Franken. In diesem sind einerseits Kurzstrecken-Lenkwaffen mit Infrarot-Suchkopf enthalten. Die derzeit im Einsatz stehenden Mittelstrecken-Lenkwaffen mit Radar-Zielsuche, die für den F/A-18 Hornet beschafft wurden, können weiterhin verwendet werden. Andererseits soll eine geringe Anzahl an Präzisionsmunition beschafft werden, um die Luft-Boden Fähigkeit auf den Flugzeugen zu zertifizieren und die Flugzeugbesatzungen auszubilden. Mit dem F-35 A sollen Bodentruppen auch mit Aufklärung aus der Luft unterstützt werden. Anders als bei anderen Kampfflugzeugen werden die Sensoren für die Luftaufklärung beim F-35 A nicht aus Aussenlasten mitgetragen, sondern sind im Flugzeug integriert. Ein weiterer Bestandteil des Kredites sind die Systeme für die Ausbildung und die Missionen. Dafür fallen 86 Millionen Franken an. Für die Ausbildung der Pilotinnen und Piloten sollen vier untereinander vernetzte Simulatoren beschafft und auf dem Flugplatz Payerneeingerichtet werden. Sie sind für die Ausbildung und das Training unverzichtbar. Die Piloten können mit Simulatoren kostengünstig und umweltschonend ihre Trainings absolvieren. Weitere Simulatoren werden beschafft, um Schulungen für die Instandhaltung durchzuführen. Armeeangehörige können so einen grossen Teil der Ausbildung auf den Simulatoren absolvieren. Das Missionsplanungssystem unterstützt die Piloten bei der Planung ihrer Einsätze. Deren Aufzeichnung unterstützt sie bei der Auswertung ihrer Missionen. Wie von Herr Siegenthaler ausgeführt, ist in der Beschaffung auch ein Risiko Zuschlag. Die Teuerung sowie die Mehrwertsteuer enthalten.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Lorenz Frischknecht

Besten Dank! Ich habe festgestellt, dass man die Grafik nicht gut sieht. Das liegt an derAuflösung, an der Technik. Wir werden das dann im Nachhinein noch aufschalten bei der Medienmitteilung und Sie haben auch einen Ausdruck davon erhalten wird, dort ist es besser sichtbar. Ich bitte Sie um Verständnis. Damit gebe ich das Wort an Herrn Adrian Martinez.

Adrian Martinez

Vielen Dank. Sehr geehrte Medienschaffende, sehr geehrte Damen und Herren. Marc Siegenthaler hat Ihnen bereits erläutert, dass die Zahlungen für die Beschaffung der Kampfflugzeuge, aber auch des Systems der bodengestützten Luftverteidigung in US-Dollar geleistet werden. Diese Zahlungen für die beiden Beschaffungen erstrecken sich über einen Zeitraum von neun Jahren, wobei die letzten Zahlungen im Jahr 2031 fällig werden. Die damit verbundenen Währungsrisiken werden durch die eidgenössische Finanzverwaltung abgesichert. Mit Währungsrisiko bezeichnen wir die Gefahr, dass ein geschuldeter Betrag durch Wechselkursschwankungen deutlich höher ausfallen könnte als im Verpflichtungskredit geplant. Vielleicht ein einfaches Beispiel dazu: Bei einer geplanten Zahlung von 100 Millionen US-Dollar bedeutet eine Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem US-Dollar um 5 Rappen, dass der entsprechende Betrag in Schweizer Franken dann 5 Millionen höher ausfallen würde. Entsprechend werden Fremdwährungszahlungen im Zusammenhang mit Verpflichtungskrediten von der eidgenössischen Finanzverwaltung immer vollständig abgesichert. Damit wird die Planbarkeit der Ausgaben gewährleistet und damit wird auch verhindert oder vermieden, dass zusätzliche Kreditbegehren gestellt werden müssen. Die gesetzliche Grundlage dazu liefert Artikel 70a der Finanzhaushaltsverordnung. Sie finden den Artikel eingeblendet hier in der Folie. Demnach wird das Währungsrisiko im Zusammenhang mit einem Verpflichtungskredit abgesichert, wenn a.) die Zahlung den Gegenwert von 50 Millionen Franken überschreitet, b.) ein Teil der Zahlungen in den Jahren nach dem Kreditbeschluss anfällt und c.) wenn die Höhe der jährlichen Zahlungen im Voraus feststeht.Sämtliche Punkte werden im vorliegenden Fall erfüllt. Auch Buchstabe c.) wird eingehalten. Die Zahlungen in US-Dollar sind vertraglich fixiert und sie sind auch unabhängig vom Preisniveau im US-amerikanischen Währungsraum. Die konkrete Absicherung basiert auf einem eingespielten und gut funktionierenden Prozess zwischen der eidgenössischen Finanzverwaltung und den federführenden Ämtern oder Departementen, in diesem Fall das VBS. Die Abwicklung der Währungsabsicherung beginnt in der Regel nach der Genehmigung des entsprechenden Verpflichtungskredits durch die Eidgenössischen Räte. Nachdem das Vertragswerk abgeschlossen ist, wird der eidgenössischen Finanzverwaltung ein Antrag gestellt zur Beschaffung des Fremdwährungsbedarfs. Darin sind die genauen Zahlungstermine, aber auch die entsprechenden Beträge verbindlich aufgeführt und im Anschluss wird die Fremdwährung durch die Bundestresorerie auf dem Devisenmarkt bei verschiedenen Gegenparteien zum jeweils besten offerierten Preis auf Termin gekauft. Nach der Absicherung wird den involvierten Ämtern die Anschaffung bestätigt und gleichzeitig mitgeteilt, welcher Absicherungskurs erzielt werden konnte. Dieser sogenannte Fixkurs wird danach während der gesamten Schaffensperiode benutzt, um das Geschäft abzurechnen. Mit anderen Worten: Nach der Absicherung wird der Währungskurs für sämtliche Fremdwährungszahlungen, für die gesamte Projektdauer durch die eidgenössische Finanzverwaltung sichergestellt. Von diesem Zeitpunkt an haben Währungsschwankungen somit keinen Einfluss auf die Beanspruchung des Verpflichtungskredites in Schweizer Franken. Die eidgenössische Finanzverwaltung sichert den Fremdwährungsbedarf der gesamten Bundesverwaltung bereits seit dem Jahr 1998 systematisch ab. Neben den jährlichen Devisenbeschaffungen im Rahmen des Budgets wurden bisher rund 80 so genannte Spezialgeschäfte im Zusammenhang mit Verpflichtungskrediten abgeschlossen.

In diesem Zeitraum wurden bisher Fremdwährungszahlungen des Bundes im Umfang von rund 40 Milliarden Franken abgesichert. Wie bereits erwähnt: Das Ziel der Währungsabsicherung liegt in der Planungssicherheit und wir richten die Währungsabsicherung, den Prozess der Währungsabsicherung nicht an allfälligen Wechselkursprognosen aus. Es zeigt sich aber, dass über alle bisher fällig gewordenen Zahlungen aus Spezialgeschäften im Vergleich zu einer Strategie wo nicht abgesichert würde nur geringe Opportunitätskosten angefallen sind. Mit anderen Worten: Der Nutzen einer Absicherung überwiegt die allfälligen Kosten.

Damit komme ich schon zum Schluss. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Ich gebe das Wort gerne wieder an Herr Frischknecht.

Lorenz Frischknecht

Besten Dank Herr Martínez. Damit eröffne ich die Fragerunde und frage, wem ich das Wort erteilen darf im Saal. Ja Monsieur?

Philippe Boeglin (Le Temps) (22:10)

Donc le volume a été baissé de 6,3 à 6,03 milliards francs. Est-ce que ça veut dire, que c’est le contenu de l’offre de Lockheed Martin qui a été réduite ? Pourquoi il y a eu cette réduction ?

Darko Savic

Zu den kommunizierten Kosten vom 30. Juni von 5.068 Milliarden kam jetzt noch die Teuerung hinzu im Herstellerland. Und die 5,068 inklusive dieser herstellerseitigen Teuerung führt zum Betrag von 6,035 Milliarden Schweizer Franken.

Philippe Boeglin (Le Temps) (23:10)

Alors pour mieux comprendre : D’où vient l’autre montant 6,3 milliards?

Marc Siegenthaler

Die 6,3 Milliarden, die Sie links auf ihrer Folie sehen, also die 6,314 Milliarden Franken; das ist der Stand Planungsbeschluss, indexiert und hochgerechnet auf 2031 mit der angenommenen Teuerung. Also wir müssen ja schauen, welches Finanzvolumen würde sich ergeben über die Jahre bis zur letzten Ablieferung eines des Fliegers, also bis 2031, bis zur letzten Zahlung. Darin enthalten ist eine Teuerung in der Schweiz, die wir annehmen. Entsprechend würden sich die 6 Milliarden real entwerten. Und das ist das, was man hier quasi aufrechnet, damit wir die gleiche Kaufkraft erhalten können wie die sechs Milliarden, die im Planungsbeschluss durch das Parlament respektive dann auch das Volk so angenommen wurden. Das ist der Hintergrund der 6,314 Franken.

Priscilla Imboden (Radio SRF) (24:28)

Sie haben wie gesagt im Juni kommuniziert, dass der Betrag eine Milliarde billiger ist, als er jetzt ist. Weshalb haben Sie damals nicht die Teuerung bereits einbezogen, zumal Sie das ja bei der BODLUV bereits damals gemacht haben? Ist das nicht eine Irreführung der Öffentlichkeit?

Marc Siegenthaler

Es sind zwei verschiedene Betrachtungsweisen, es sind beide richtig. Im Juni wurden die Beschaffungskosten mit dem Preis Stand Februar 2021 kommuniziert. Diese betragen für die F-35 A rund 5,1 Milliarden, also wir haben damals kommuniziert 5,068 Milliarden Franken. Der Betrag erhöht sich nun um die Teuerung in den USA bis zur Auslieferung und die darauf anfallende Mehrwertsteuer. Damit ergibt sich dieser Betrag von 6,035 Milliarden Franken. Mit der Ausarbeitung der Verträge wurde der Zahlungsplan bereinigt. Das heisst, die Zeitpunkte, wann welche Zahlungen anstehen, stehen nun definitiv fest. Deshalb konnte man den Rest auch nachrechnen. Wichtig ist: Der Bundesrat hatte alle Zahlen auf dem Tisch, also die Kosten ohne Teuerung, die damaligen Berechnungen der Kosten mit Teuerung und die Gesamtkosten. Bei allen Betrachtungsweisen ist der F-35 A das günstigste Angebot. Heute kommunizieren wir Ihnen nun den Betrag, in dem die Teuerung in den USA eingerechnet ist und feststeht, in welchen Jahren was zu bezahlen ist. Es geht vor allem darum, dass wir jetzt auch abschätzen können, wie sich die Teuerung in der Schweiz entwickelt und wie gross das effektive Volumen ist, dass wir hochrechnen können. Und das hat dazu geführt, dass wir damals alle Planungsgrössen, die die Hersteller eingegeben haben, auf die Offertenöffnung herausgerechnet haben, um die effektiven Preise zu diesem Zeitpunkt kennen zu können. Das sind die 5,068Milliarden Franken. Das haben wir jetzt bereinigt und kommunizieren heute das, was wir als Verpflichtungskredit beim Parlament beantragen müssen, also der Bundesrat beim Parlament beantragt, um dann auch bis 2031 die Zahlungen leisten zu können. Wir hatten aber schon im Juni kommuniziert, dass die Gesamtkosten bei 15… Jetzt muss ich schauen, dass ich keine falsche Zahl nehme… Bei 15.4 Milliarden sind, das sind jetzt 6,035 Milliarden die Beschaffung und die 9,4 Milliarden für den Betrieb über die Betriebsdauer. Das war damals schon drin, aber die effektiven Kosten zu Offertenöffung, das war der Betrag, den wir damals kommuniziert haben.

Nathalie Christen (TV SRF) (27:20)

Aber wenn ich anschliesse an das, was Kollegin Imboden gesagt hat, ist das ja damit noch nicht erklärt. Sie haben gesagt, das sind zwei verschiedene Betrachtungsweisen. Und warum wendeten Sie damals beim einen Teil der Beschaffung die eine Betrachtungsweise an, die den Jet billiger aussehen lässt und bei der anderen das, was eben auch damals schon absehbar war?

Darko Savic

Der Unterschied zwischen den beiden Projekten ist ja der, dass das Flugzeug dem Planungsbeschluss unterliegt und BODLUV nicht. Und deshalb gab es für das BODLUV-Projekt auch keine Notwendigkeit, das zu tun. Im Vergleich zum Flugzeug-Projekt, wo wir den Betrag mit dem Planungsbeschluss zu diesem Zeitpunkt vergleichen wollten, und zwar zurückgerechnet beziehungsweise teuerungsbereinigt auf den Februar 2021. Das ist der Unterschied zwischen den beiden Projekten.

Journalistin SRF (unbekannt) (28:30)

Ist also im Juni der Preis von den USA, bestätigt, hochgerechnet und inflationsbereinigt, nicht vorgelegen?

Darko Savic

Der ist damals auch vorgelegen. Das war ja auch die Basis für die Kosten-Nutzen-Analyse. Herr Siegenthaler hat es erwähnt. Das heisst, der Gesamtbetrag jetzt beim F-35 A von 15,5 Milliarden. Dort ist die Teuerung enthalten und das bildete auch den Vergleich mit den anderen Kandidaten, bei denen die Teuerung auch eingerechnet war.

Journalistin SRF (unbekannt) (29:10)

Warum haben sie es damals nicht kommuniziert?

Darko Savic

Ja, wie gesagt, wir wollten die Beschaffung der Flugzeuge auf den Februar 2021 zurückrechnen, damit wir eine Basis haben als Vergleich mit dem Planungsbeschluss zu diesem Zeitpunkt, ohne teuerungsbedingte Prognosen in die Zukunft anstellen zu müssen. Das heisst, es war ein neutraler Vergleich der Kandidaten bzw. der Kosten im Vergleich zum Planungsbeschluss zu diesem Zeitpunkt.

Philippe Boeglin (Le Temps) (29:53)

Donc ce n’est pas quand même un problème démocratique de base ? Le peuple a voté sur 6 milliards, on n’a jamais voté sur 6,3. Pourquoi on n’est pas simplement dans un cadre de 6 milliards ?

Marc Siegenthaler

Beim Planungsbeschluss war klar deklariert, dass es teuerungsindexiert ist, das wurde damals so angegeben. Wir haben nichts anderes gemacht als jetzt die Teuerung mitgerechnet. Ansonsten hätten wir nicht 6 Milliarden Franken zur Verfügung, nämlich weniger, das, was über die Zeit verloren ginge wegen der Inflation. Also das war von Anfang an so deklariert und auch sauber ausgewiesen.

Kari Kälin (CH Media) (30:42)

Habe ich das richtig verstanden: Die Betriebskosten auf 30 Jahre sind immer noch mit 10 Milliarden Franken berechnet. Das wäre die eine Frage. Die andere: Wann, wenn alles plangemäss läuft, wird der erste F-35 in der Schweiz abheben und wann wird der letzte F/A-18im Einsatz stehen?

Darko Savic

Zur ersten Frage: Die Gesamtkosten für den 35 Beschaffung inklusive Betriebes betragen rund 15,5 Milliarden inklusive Teuerung, das ist korrekt. Zur zweiten Frage: Die Lieferung der ersten Flugzeuge ist per Mitte 2027 geplant bis 2030 und die Nutzungsdauer der F/A-18 läuft per 2030 aus.

Nathalie Christen (TV SRF) (31:30)

Nochmals zurück zum Thema. Vorher sagten Sie ja, Sie haben das ohne Inflation gemacht, um die verschiedenen Offerten neutral vergleichen zu können, wenn ich das richtig verstanden habe. Warum ist denn das sinnvoll, wenn ja am Schluss in der Realität eben die Inflation durchaus eine Rolle spielt und die Inflation ja auch nicht in jedem Land gleich ist? Also die französische Offerte zum Beispiel hätte dann vielleicht anders ausgesehen.

Darko Savic

Danke für die Frage. Es ist wichtig, das noch einmal zu erwähnen. Der Vergleich zwischen den Kandidaten in der Kosten-Nutzen-Analyse erfolgte inklusive Teuerung. Der Betrag, der damals kommuniziert wurde, wurde effektiv dazu verwendet, um den Betrag mit dem Planungsbeschlussinklusive der aufgelaufenen Teuerung bis zum Februar 2021 zu vergleichen.

Journalistin SRF (unbekannt) (32:30)

Etwas anders gefragt: Sind denn mit diesen rund sechs Milliarden die anderen Anbieter immer noch so weit entfernt, wie man uns im Juni sagte? Also könnten die jetzt nicht auch gleichwertig sein?

Darko Savic

Wir haben die Methode bei allen Kandidaten gleich angewandt. Die Kosten-Nutzen-Analyse enthielt die Teuerung und die Gesamtkosten entsprechend auch. Und bei den Gesamtkosten hat sich gezeigt, dass der F-35A rund zwei Milliarden Franken günstiger ist als der zweitgünstigste Kandidat. Daran hat sich nichts geändert.

Priscilla Imboden (Radio SRF) (33:25)

Sie haben noch die Mittelstrecken-Lenkwaffen erwähnt, die später gekauft werden müssen, wenn die aktuellen nicht mehr funktionstüchtig sind. Ist dieser Betrag im Preis inbegriffen oder wird er erst später verrechnet?

Darko Savic

Dieser Betrag ist in der Kosten-Nutzen-Analyse eingerechnet, das heisst, wir haben alle Kandidaten mit der gleichen Anzahl Lenkwaffen miteinander verglichen. Entsprechend ist der Betrag auch eingerechnet in der Kosten-Nutzen-Analyse bzw. bei den Gesamtkosten.

Nicola Zala (RSI) (34:02)

Wird die Währungssicherung Ende 2022 festgelegt, also nach der möglichen Abstimmung?Besteht da nicht das Risiko, dass dann anstatt 0,95 Franken plötzlich Parität zwischen dem Schweizer Franken und dem US-Dollar besteht? Sollte man das nicht jetzt machen oder ist das gar nicht möglich?

Adrian Martinez

Das ist korrekt. Ich hatte es in meinen Ausführungen erwähnt. Grundsätzlich können wir das Währungsrisiko erst absichern, wenn der Verpflichtungskredit durch das Parlament verabschiedet ist. Das steht auch so in den gesetzlichen Grundlagen. Und dieses Vorgehen unterscheidet sich nicht zu anderen Absicherungen, die die Finanzverwaltung für andere Departemente vornimmt. Das Risiko ist natürlich beidseitig. Der US-Dollar kann sich zwar noch aufwerten, aber auch abwerten bis zu diesem Zeitpunkt.

Nicola Zala (RSI) (35:02)

Aber könnte es da noch böse Überraschungen geben?

Adrian Martinez

Es ist einfach so, dass wir das nicht beeinflussen können, wie sich der Wechselkurs bis dahin entwickelt. Das gehört zum Prozess. Auch bei anderen Absicherungen ist das der Fall. Absichern können wir erst, wenn das Parlament entschieden hat.

Philippe Boeglin (Le Temps) (35:25)

Donc si l’inflation aux Etats-Unis, qui est très fort à ce moment, devait dépasser la limite qui était présentée aujourd’hui, est-ce que cette inflation est prise en charge par une autorité américaine ou par Lockheed Martin ? Ou alors c’est la Suisse qui devra payer le surplus ?

Darko Savic

Wir profitieren bei der Beschaffung der F-35 Festpreisen und in diesen Festpreisen ist auch die Inflation eingerechnet. Das heisst, diese Risiken liegen nicht auf unserer Seite.

Kari Kälin (CH Media) (36:12)

Was passiert, wenn die Betriebskosten wider Erwarten höher ausfallen werden – wer übernimmt diese Kosten? Ist das die Schweiz oder ist das der Hersteller?

Darko Savic

Wir haben Für die ersten 10 Jahre eine verbindliche Offerte des US-Staats hinsichtlich der Betriebskosten auf ihrer Seite. Das haben wir bei allen Kandidaten so angefragt. Eine Offerte für 2040 und darüber hinaus wäre aus kommerzieller Sicht unseriös gewesen. Deshalb haben wir ab diesem Zeitpunkt eine entsprechende Berechnung angestellt, die sich auf die zehnjährige Offerte stützt und auch weitere Elemente enthält, wie zum Beispiel alterungsbedingte Mehrkosten, die beim Betrieb eines komplexen Systems entstehen. Mit anderen Worten: Wir haben die Kostenrechnung umfassend gemacht. Wir haben sie nach dem Vorsichtsprinzip durchgeführt und gehen mit gutem Gewissen davon aus, dass sich der Betrag am Schluss so einstellen wird.

Priscilla Imboden (Radio SRF) (37:37)

Können Sie uns erklären, weshalb Sie von der US-Regierung Fixpreise und garantierte Betriebspreise erhalten haben für 10 Jahre? Das ist offenbar sehr ungewöhnlich. International gesehen läuft das «Foreign Military Sales Program» immer unter den gleichen Bedingungen, die öffentlich einsehbar sind. Und dort wird festgehalten, dass es keine fixen Preise gibt und dass das Risiko bei grossen Überschreitungen stets beim Kunden liegt. Weshalb ist es bei der Schweiz anders?

Darko Savic

Die Dokumente, die öffentlich abrufbar sind, das sind die Standard-Konditionen, die bei Rüstungsverkäufen generell zur Anwendung kommen. Die Spezifika werden in den entsprechenden Verträgen vereinbart. Im Falle der F-35 ist es so, dass wir von Festpreisen profitieren, die zwischen dem US-Staat und der US-Industrie vereinbart und an die Schweiz weitergereicht werden.

Priscilla Imboden (Radio SRF) (38:50)

Trotzdem eine Nachfrage: Diese Fixpreise sind ja noch gar nicht verhandelt zwischen Lockheed Martin und der US-Regierung für die Serie, die die Schweiz bestellt. Wie können die bereits existieren?

Darko Savic

Für uns ist das nicht massgebend. Massgebend für uns ist die Offerte des US-Staats, welche diese Festpreise mitberücksichtigt und wo diese auch eingepreist sind, inklusive der Teuerung.

Nicola Zala (RSI) (39:19)

Noch mal zu den zu den Zahlen: Innerhalb von sechs Monaten stehen wir vor ganz anderen Zahlen. Also es ist nachvollziehbar, wie Sie das erklärt haben, aber wir wissen, dass 2022 ein Jahr wird, in dem der Abstimmungskampf sehr, sehr hart wird. Geben Sie der Kritik am F-35 mit diesen unterschiedlichen Zahlen nicht einen neuen Nährboden?

Marc Siegenthaler

Nein, ich glaube nicht. Wie wir ausgeführt haben, sind es zwei verschiedene Betrachtungsweisen. Die Betrachtungsweise im Juni hat dazu gedient zu schauen, ob wir kongruent sind mit dem Planungsbeschluss. Das, was wir jetzt machen, ist das, was wir dem Parlament unterbreiten müssen für den Verpflichtungskredit – mit allen Unsicherheiten, die wir jetzt haben, bis mit 2031. Diese sind klein, aber das ist das, was wir heute versucht haben zu erklären. Die Frage war, ob wir einerseits bei der Offertenöffnung innerhalb des Planungsbeschlusses sind und ob wir dann andererseits innerhalb des möglichen Finanzvolumensliegen, wenn wir das hochrechnen mit der Teuerung auf unserer Seite bis 2031, also bis zur letzten Zahlung. Wenn wir das zusammenfassen, dann denke ich, haben wir eine gute Transparenz. Einerseits bezüglich dessen, was bei der Offertenöffnung geschehen ist, was wir dort am Planungsbeschluss messen mussten. Andererseits bezüglich dessen, was wir jetzt hochrechnen können auf das Finanzvolumen bis und mit der letzten Zahlung. Und sind wir dann immer noch innerhalb dessen, was wir finanzieren können mit den Annahmen, die wir heute bei der Teuerung auf der Schweizer Seite treffen können. Und ich denke, dass das jetzt offen hier liegt, dass das diskutiert werden kann und dass die Transparenz da ist, über diese Preise zu diskutieren.

Philippe Boeglin (Le Temps) (41:26)

Je reviens sur la question des missiles, que vous avez expliqué avant. Pour comprendre : Ils sont inclus dans quelle pièce dans votre graphique ? Est-ce que c’est dans « munition » ?

(Ich komme noch einmal auf die Frage nach den Raketen zurück, die Sie zuvor erläutert haben. Zum Verständnis: In welchem Raum sind sie in Ihrer Grafik enthalten? Ist sie in "Munition" enthalten?)

Darko Savic

Das ist korrekt, diese sind in der Munition enthalten.


Pierre Nebel (RTS) (41:50)

(Ebenfalls zu den Raketen: Wenn ich es richtig gelesen habe, liegen wir bei etwa 100 Millionen Franken. In dem Angebot, das die Amerikaner auf dem Kongress veröffentlicht hatten, war nur eine Rakete pro Flugzeug vorgesehen. Bedeutet das, dass die Flugzeuge, die wir kaufen, nur eine Rakete zur Verteidigung haben?)

Darko Savic

Das ist korrekt, ja.

Journalistin SRF (unbekannt) (42:26)

Nochmals: Das sind jetzt fixe Preise, da kommt nichts mehr dazu?

Darko Savic

Das ist korrekt.

Kari Kälin (CH Media) (42:36)

Haben Sie einen Plan B, falls diese Initiative angenommen wird?

Marc Siegenthaler

Nein, es gibt keinen Plan B.

Priscilla Imboden (Radio SRF) (42:50)

Ich habe noch eine Frage zu den Software-Updates. Da haben Sie bei der letzten Pressekonferenz gesagt, dass diese nicht enthalten sind in der Offerte. Mit welchen Kosten rechnen Sie da?

Darko Savic

Daran kann ich mich nicht erinnern, dass wir das gesagt hatten. Wir wissen, welche Konfiguration wir beschaffen. Dort sind die Software-Updates enthalten und sind Gegenstand der Verpflichtungskredits, den wir beantragen.

Nicola Zala (RSI) (43:30)

Ich hätte noch eine Frage zu den Wartungsarbeiten. Wo werden diese gemacht? Da istbeispielsweise ein Logistikpaket drin, aber werden diese Arbeiten in der Schweiz oder im Ausland gemacht?

Darko Savic

Ja, die Flugzeug-Instandhaltung erfolgt vollständig in der Schweiz und ausschliesslich durch Schweizer Personal.

Pierre Nebel (RTS) (44:00)

Il y a quelques semaines, vous avez donné un chiffre au journal La Liberté disant que si on n’avait pas calculé 20 % d’heures de vol au moins pour le F-35, les coûts globaux pour le F-35s’élèveraient à 17 milliards de francs sur 30 ans, alors que la différence par rapport aux autres candidats ne serait que 500 millions de francs. Est-ce que vous pouvez confirmer ce chiffre ou est-ce qu’il change avec vos nouveaux prognostiques d’inflation aux Etats-Unis ?

(Vor einigen Wochen haben Sie der Zeitung La Liberté eine Zahl genannt, die besagt, dass sich die Gesamtkosten für die F-35 über 30 Jahre auf 17 Milliarden Franken belaufen würden, wenn man nicht mit mindestens 20 Prozent Flugstunden für die F-35 kalkuliert hätte, während die Differenz zu den anderen Kandidaten nur 500 Millionen Franken betragen würde. Können Sie diese Zahl bestätigen oder ändert sie sich mit Ihren neuen Inflationsprognosen für die USA?)

Darko Savic

Wie gesagt, bezüglich der Teuerung, die war in der Kosten-Nutzen-Analyse integriert. Und Fakt ist, dass mit dem F-35 20% weniger Flugstunden erforderlich sind im Vergleich mit den anderen Kandidaten. Deshalb ist der F-35 auch zwei Milliarden Franken günstiger als der zweitgünstigste Kandidat.

Pierre Nebel (RTS) (45:10)

Si, malgré tout, on prenait le même nombre d’heures de vol. Est-ce qu’une différence de prix de 500 millions de francs signifierait encore que la Confédération n’a pas d’autre choix que de prendre l’offre la meilleure marché ce qu’elle ne serait pas si on utilisait le même étalon pour tous les avions?

Darko Savic

Wir haben bereits am 30. Juni kommuniziert, dass der F-35 auch bei gleicher Flugstundenzahl das beste System ist, mit einem deutlichen Vorsprung im Bereich des Nutzens. Die gleiche Flugstundenanzahl, das ist eine hypothetische Sicht. Fakt ist, dass wir mit diesem Flugzeug 20 %weniger fliegen werden und das ist letztlich für den Steuerzahler relevant.

Journalistin SRF (unbekannt) (46:10)

Gerne noch eine Präzisierung dazu: Auf welcher Basis sind denn diese Preise gerechnet – auf jährliche Flugstunden von 5000 oder 6500?

Darko Savic

Wir haben mit 5000 Flugstunden pro Jahr gerechnet.

Philippe Boeglin (Le Temps) (46:30)

Je reste sur les heures de vol. Est-ce que ça respecte la loi sur les marchés publics de permettre à un candidat de faire une offre avec 20 % d’heures de vol au moins et de ne pas donner cette possibilité aux autres candidats ?

(Ich bleibe bei den Flugstunden. Ist es mit dem Gesetz über das öffentliche Beschaffungswesen vereinbar, einem Bewerber zu erlauben, ein Angebot mit mindestens 20 % Flugstunden abzugeben, und den anderen Bewerbern diese Möglichkeit nicht zu geben?)

Darko Savic

Die 20 % weniger Flugstunden, die beziehen sich darauf, dass der F-35 aus Fähigkeitssicht diese Möglichkeit bietet. Diese Möglichkeit bieten die anderen Kandidaten nicht. DieInformationsüberlegenheit und das Situationsbewusstsein sind im Vergleich mit den anderen Kandidaten viel höher. Darum ist die Systembedienung entsprechend auch einfacher und deshalb müssen mit dem F-35 im Vergleich mit den anderen Kandidaten auch weniger Flugstunden generiert werden. Das hätten die anderen Kandidaten so gar nicht anbieten können.

Philippe Boeglin (Le Temps) (47:38)

Les autres candidats n’auraient pas pu le proposer. Vous les avez demandés ou c’est plutôt une conclusion que vous avez tirée vous-même ?

(Die anderen Kandidaten hätten sie nicht vorschlagen können. Haben Sie sie gefragt oder ist das eher eine Schlussfolgerung, die Sie selbst gezogen haben?)

Darko Savic

Wir haben die Kandidaten auf der Offerte basierend bewertet und beurteilt. Zudem haben wir die Kandidaten, die Flugzeuge ja auch in der Schweiz erprobt und konnten damit auch verifizieren, dass die, die Vorzüge, die ich vorhin erklärt habe, beim F-35 auch tatsächlich existieren. Das heisst, wir haben diese Zahl nicht aus der Luft gegriffen, sondern haben sie basierend auf der Offerte verifiziert, während der Flugerprobung auch validiert und können mit gutem Gewissen sagen, dass das mit dem F-35 so möglich ist. Und die Luftwaffe wird sich auch an diese Zahl halten.

Kari Kälin (CH Media) (48:50)

Wie viele Flugstunden werden heute mit dem F/A-18 und dem F-5 Tiger geflogen?

Darko Savic

Beim F/A-18 und beim F-5 sind wir bei insgesamt 8000 Flugstunden jährlich.

Pierre Nebel (RTS) (49:37)

Une question sur les coûts d’exploitation : Vous avez dit à plusieurs reprises que c’est une offre contraignante. Mais si ça coûtait plus cher, qu’est-ce qui se passe ? Qui paie ? Est-ce que c’est la Suisse ou est-ce qu’on va aller sonner au gouvernement américain ou chez Lockheed Martin ?Qui verse l’argent à la Suisse si les coûts d’exploitation sont plus chers que prévu ? Je n’ai jamais entendu une réponse très claire de votre part là-dessus.

(Eine Frage zu den Betriebskosten: Sie haben mehrfach gesagt, dass es sich um ein verbindliches Angebot handelt. Aber wenn es mehr kostet, was passiert dann? Wer zahlt dann? Ist es die Schweiz oder klingeln wir bei der US-Regierung oder bei Lockheed Martin?Wer zahlt das Geld an die Schweiz, wenn die Betriebskosten teurer sind als erwartet? Darauf habe ich von Ihnen nie eine ganz klare Antwort gehört.)

Darko Savic

Wir haben eine umfassende Betriebskosten-Berechnung vorgenommen. Wir haben diese nach dem Vorsichtsprinzip vorgenommen. Eine Garantie kann ich Ihnen nicht abgeben mit Blick auf 2060. Aber was ich tun kann ist, dass wir die Betriebskosten auf Offerten basieren für die ersten zehn Jahre und dass wir die folgenden zehn Jahre nach dem Vorsichtsprinzip auch berechnet haben.

Pierre Nebel (RTS) (50:54)

Je suis désolé, mais vous n’avez toujours pas répondu à la question. Si les coûts d’exploitation sont plus élevés que vous avez planifié, qui rembourse la différence ?

(Es tut mir leid, aber Sie haben die Frage immer noch nicht beantwortet. Wenn die Betriebskosten höher sind als Sie geplant haben, wer erstattet dann die Differenz?)

Darko Savic

Die Kosten bezahlen wir. Die Kosten für den Betrieb der Flugzeuge, die bezahlen wir. Und wenn die Kosten zum Zeitpunkt von 2060 dann bei 15,4 Milliarden liegen, bezahlen wir diese Summe, wenn sie bei 15,6 Milliarden liegen, bezahlen wir jene.

Pierre Nebel (RTS) (52:00)

C’est nous qui payons alors ? Ce n’est pas d’offres contraignantes ? Les dix premières années, lorsque nous avons une garantie, est-ce que nous payons quelque chose s’il y a un dépassement.

(Sind es dann wir, die bezahlen? Sind das keine verbindlichen Angebote? In den ersten zehn Jahren, wenn wir eine Garantie haben, zahlen wir dann etwas, wenn es zu einer Überschreitung kommt.)

Marc Siegenthaler

Was Herr Savic sagen will, ist, dass wir für die ersten zehn Jahre einen Festpreis haben, den uns die US-Regierung offeriert hat. Für die nächsten zehn Jahre haben wir gestützt auf das, was wir heute wissen, eine Preisberechnung vorgenommen, wie sich die Betriebskosten entwickeln könnten über die Jahre. Das ist rein hypothetisch. Wenn die Betriebskosten nach den ersten zehn Jahren höher ausfallen sollten als angenommen, müsste das VBS diese Kosten tragen.

Nathalie Christen (TV SRF) (53:21)

Aber während der ersten zehn Jahre: Wie muss man sich das ganz konkret vorstellen? Ist es dann so, wenn wir eine zu hohe Anzahl Flugstunden haben, gibt es dann eine Mail in die USA mit der Forderung «bezahlt uns das jetzt»? Es geht darum, dass wir uns genau vorstellen können, wie das während der ersten zehn Jahre abläuft.


Darko Savic

Wir verfügen über verbindliche Angebote. Diese stützen sich auf die Anzahl Flugstunden, die ich vorhin erwähnt hatte, also die 5000 Flugstunden. Daran wird sich auch die Luftwaffe halten. Deshalb sehen wir keinen Grund, dass sich diese Kosten erhöhen werden. Wir verfügen über verbindliche Angebote, mit denen wir auch planen können, welche Betriebskosten auf uns zukommen. Zudem möchte ich schon noch erwähnen, dass heute bereits 700 Flugzeuge dieses Typs im Einsatz sind. In Zukunft werden es über 3000 sein, zudem ist die Tendenz der Betriebskosten sinkend. Deshalb haben wir keinen Grund zur Annahme, dass die Betriebskosten steigen werden.

Pierre Nebel (RTS) (55:45)

J’aimerais recevoir une dernière précision. Si les coûts d’exploitation sont au-delà de ce qui a été convenu, le transfert d’argent part d’où ? De l’Etat américain ou de Lockheed Martin ?

Darko Savic

Nochmals: Wir verfügen über verbindliche Offerten, es wird keine Mehrkosten geben.

Einzelnachweise

  1. Tobias Gasser, SRF https://www.srf.ch/audio/rendez-vous/f-35-kauf-wo-bestehen-risiken?partId=12200861
  2. 2,0 2,1 2,2 POGO, Dan Grazier hhttps://www.pogo.org/analysis/2022/03/f-35-program-stagnated-in-2021-but-dod-testing-office-hiding-full-extent-of-problem/
  3. SRF https://www.srf.ch/news/schweiz/brisante-enthuellungen-wollte-der-bund-daten-rund-um-die-kampfjetbeschaffung-vernichten
  4. Blick https://www.msn.com/de-ch/nachrichten/politik/kampfjet-kauf-wollte-der-bund-wichtige-daten-vernichten/ar-AAP0bJX
  5. Business Insider Deutschland https://www.businessinsider.de/politik/fehlerhafte-triebwerke-ueber-800-maengel-neue-studie-zeigt-risiken-beim-neuen-bundeswehr-kampfjet-f-35-a/?utm_campaign=mail&utm_medium=onsite_button&utm_source=social
  6. https://www.letemps.ch/suisse/viola-amherd-face-aux-doutes-entourent-f35a
  7. POGP Die Lockvogeltaktik hinter dem F-35 https://www.pogo.org/analysis/2022/05/the-bunker-the-military-industrial-vortex
  8. GAO Bericht Kurzfassung (1 Seite) https://www.gao.gov/assets/gao-22-105128-highlights.pdf GAO Bericht (64 Seiten) https://www.gao.gov/assets/gao-22-105128.pdf
  9. Bloomberg, Pentagon Cuts Its Request for Lockheed’s F-35s by 35% https://www.bloomberg.com/news/articles/2022-03-16/lockheed-s-tardy-f-35-is-hit-with-a-35-cut-in-2023-u-s-budget
  10. DefenseNews https://www.defensenews.com/congress/2021/03/05/ripping-f-35-costs-house-armed-services-chairman-looking-to-cut-our-losses/
  11. Le Temps Philippe Boeglin https://www.letemps.ch/suisse/f35a-linquietude-monte-affaires-compensatoires
  12. Blick https://www.blick.ch/politik/kommission-rueffelt-f-35-deal-niemand-weiss-was-der-jet-der-schweizer-wirtschaft-bringt-id17179890.html
  13. NZZ https://www.nzz.ch/schweiz/niemand-weiss-was-offset-geschaefte-der-schweiz-wirklich-bringen-ld.1666443?reduced=true
  14. Republik https://www.republik.ch/2022/01/14/die-kampfjet-saga-teil-3-getarnte-kosten
  15. Republik https://www.republik.ch/2022/01/12/die-kampfjet-saga-eine-rechercheserie-in-drei-teilen
  16. Republik https://www.republik.ch/2022/01/12/die-kampfjet-saga-folge-1-der-geplatzte-deal-mit-paris
  17. Twitter https://twitter.com/RepublikMagazin/status/1481200486518824961?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1481200486518824961%7Ctwgr%5E%7Ctwcon%5Es1_c10&ref_url=https%3A%2F%2Fpublish.twitter.com%2F%3Fquery%3Dhttps3A2F2Ftwitter.com2FRepublikMagazin2Fstatus2F1481200486518824961widget%3DTweet
  18. Republik https://www.republik.ch/2022/01/12/die-kampfjet-saga-eine-rechercheserie-in-drei-teilen
  19. Tagesanzeiger https://www.tagesanzeiger.ch/vbs-bestaetigt-kampfjet-kostet-knapp-eine-milliarde-mehr-320251745674
  20. https://www.srf.ch/news/schweiz/kampfjet-beschaffung-ist-der-f-35-wirklich-der-billigste-jet
  21. https://www.vbs.admin.ch/de/aktuell/richtigstellungen.html#collapse_id_content_vbs-internet_de_aktuell_richtigstellungen_jcr_content_contentPar_accordion_1805672301_0
  22. siehe (BöB) Art. 11 https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2020/126/de
  23. https://medienwoche.ch/2021/12/02/richtigstellungen-das-vbs-im-korrekturmodus/
  24. https://www.bluewin.ch/de/news/schweiz/aussagen-von-us-senator-werfen-fragen-auf-963502.html
  25. https://www.vbs.admin.ch/de/aktuell/richtigstellungen.html#collapse_id_content_vbs-internet_de_aktuell_richtigstellungen_jcr_content_contentPar_accordion_1805672301_0
  26. https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20214116
  27. https://www.watson.ch/schweiz/kampfjets/851891719-us-senator-fragt-sich-wieso-will-die-schweiz-einen-teuren-kampfjet
  28. https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20214116
  29. https://sichereschweiz.ch/owncloud/index.php/s/3TaYO4Up5obi5bZ
  30. https://en.wikipedia.org/wiki/Low_rate_initial_production
  31. 17:15 https://www.youtube.com/watch?v=Ie8lJVl16lM
  32. https://www.linkedin.com/in/billie-flynn-9a7312a
  33. 17:12 Youtube
  34. AMRAAMs
  35. https://www.youtube.com/watch?v=Ie8lJVl16lM
  36. METEOR
  37. https://de.wikipedia.org/wiki/Luft-Luft-Rakete
  38. https://www.watson.ch/schweiz/kampfjets/851891719-us-senator-fragt-sich-wieso-will-die-schweiz-einen-teuren-kampfjet
  39. https://www.forbes.com/sites/sebastienroblin/2021/07/31/f-35a-jet-price-to-rise-but-its-sustainment-costs-that-could-bleed-air-force-budget-dry/?sh=668de9232dfe
  40. https://www.srf.ch/audio/echo-der-zeit/kauf-f-35-bestmoegliche-schaetzung-oder-verbindliche-offerte?partId=12047694
  41. https://www.vbs.admin.ch/de/aktuell/richtigstellungen.html#collapse_id_content_vbs-internet_de_aktuell_richtigstellungen_jcr_content_contentPar_accordion_1805672301_3
  42. https://www.derbund.ch/wie-amherd-den-f-35-billiger-rechnet-606582954371
  43. https://seniorweb.ch/2021/07/04/viola-amherd-muss-ueber-die-buecher/
  44. https://www.luzernerzeitung.ch/news-service/inland-schweiz/turbulenzen-preis-fuer-kampfjets-seien-nur-schaetzung-bundesamt-widerspricht-deutlich-ld.2162486
  45. https://www.vbs.admin.ch/de/aktuell/richtigstellungen.html#collapse_id_content_vbs-internet_de_aktuell_richtigstellungen_jcr_content_contentPar_accordion_1805672301_4
  46. https://www.regjeringen.no/no/statsbudsjett/2022/tilleggsnummer/dokumenter-og-pressemeldinger/id2881463/
  47. Changes During the Life of Your FMS Program https://www.dsca.mil/foreign-customer-guide/changes-during-life-your-fms-program
  48. 2018 DCA Foreign Customer Guide https://www.dsca.mil/sites/default/files/2018_dsca_foreign_customer_guide.pdf
  49. https://breakingdefense.com/2021/10/f-35-engine-rivals-prepare-for-another-clash/
  50. https://www.popularmechanics.com/military/aviation/a36983255/how-much-does-f-35-cost/
  51. https://www.sandboxx.us/blog/what-went-wrong-how-the-f-35-got-to-be-so-expensive/
  52. Philippe Boeglin, Le Temps F-35A: Reduzierung der Flugstunden wird sich deutlich auf die Ausbildung auswirken https://www.letemps.ch/suisse/f35a-reduction-heures-vol-aura-un-impact-clair-lentrainement
  53. Weltwoche, Podcast Roger Köppel https://weltwoche.ch/daily/amherd-tritt-volksrechte-mit-fuessen-die-linken-haben-recht-wef-buehne-der-schweiz-beleidiger-pfister-und-burkhart-wollen-in-die-eu-deshalb-sind-sie-gegen-die-neutralitaet/
  54. Kurz nach Bestellung: Pentagon entdeckt 845 Fehler an zukünftigen F35-Tarnkappenjets der Bundeswehr https://de.rt.com/inland/134336-kurz-nach-bestellung-pentagon-entdeckt/
  55. DefenseNews, Full weapons tester report highlights F-35 availability, software problems https://www.defensenews.com/air/2022/03/16/full-weapons-tester-report-highlights-f-35-availability-software-problems/
  56. Daniel Krähenbühl https://www.20min.ch/story/kritik-am-f-35-jet-nichts-weiter-als-ein-sehr-teurer-prototyp-689078488984
  57. Bomben auf Tschechien? Nur ein Szenario – doch die Schweiz ist im Ernstfall eine Alliierte der Nato https://www.tagblatt.ch/amp/schweiz/kommentar-bomben-auf-tschechien-nur-ein-szenario-doch-die-schweiz-ist-im-ernstfall-eine-alliierte-der-nato-ld.2248670
  58. https://www.watson.ch/schweiz/kampfjets/834881878-das-srf-veroeffentlicht-kriegsszenarien-der-luftwaffe-das-vbs-reagiert
  59. Chef Luftwaffe, Peter Mertz https://www.srf.ch/play/tv/sendung/rundschau?id=49863a84-1ab7-4abb-8e69-d8e8bda6c989 SRF, die Ziele des neuen Kampfjets https://www.srf.ch/play/tv/redirect/detail/e891becb-ad6c-474a-b5c2-9e47db985585
  60. https://www.edoeb.admin.ch/dam/edoeb/de/dokumente/2021/Empfehlung%20vom%2022.%20Dezember%202021.%20armasuisse.%20Kriterien%20und%20Gewichtung%20f%C3%BCr%20Evaluation%20neues%20Kampfflugzeug.pdf.download.pdf/Empfehlung%20vom%2022.%20Dezember%202021.%20armasuisse.%20Kriterien%20und%20Gewichtung%20f%C3%BCr%20Evaluation%20neues%20Kampfflugzeug.pdf
  61. https://www.republik.ch/2022/01/13/die-kampfjet-saga-teil-2-eine-wahl-mit-turbulenzen
  62. VBS, „Anforderungen an die Beschaffung eines neuen Kampfflugzeugs (NKF) und eines neuen Systems der bodenge-stützten Luftverteidigung (Bodluv)“, 23.03.2018, https://www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/51783.pdf
  63. Neues Kampfflugzeug (TTE). Bericht der Subkommission TTE der Sicherheitspolitischen Kommission vom 20.08.2012, Kapitel 4.2.1, https://www.parlament.ch/centers/documents/de/bericht-sukkom-sik-tte-2012-08-20-d.pdf
  64. VBS, „Anforderungen an die Beschaffung eines neuen Kampfflugzeugs (NKF) und eines neuen Systems der bodenge-stützten Luftverteidigung (Bodluv)“, 23.03.2018, https://www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/51783.pdf
  65. Armasuisse, Request for Proposal, 06.07.2018.
  66. Neues Kampfflugzeug (TTE). Bericht der Subkommission TTE der Sicherheitspolitischen Kommission vom 20.08.2012, Kapitel 3.2, https://www.parlament.ch/centers/documents/de/bericht-sukkom-sik-tte-2012-08-20- d.pdf
  67. BöB Art. 27 Abs. 1 „Die Auftraggeberin legt in der Ausschreibung oder in den Ausschreibungsunterlagen die Krite- rien zur Eignung der Anbieterin abschliessend fest. Die Kriterien müssen im Hinblick auf das Beschaffungsvorhaben objektiv erforderlich und überprüfbar sein.“ https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2020/126/de#art_27
  68. https://www.edoeb.admin.ch/dam/edoeb/de/dokumente/2021/Empfehlung vom 22. Dezember 2021. armasuisse. Kriterien und Gewichtung für Evaluation neues Kampfflugzeug.pdf.download.pdf/Empfehlung vom 22. Dezember 2021. armasuisse. Kriterien und Gewichtung für Evaluation neues Kampfflugzeug.pdf
  69. https://www.bazonline.ch/jetzt-zeigen-die-franzosen-der-schweiz-die-kalte-schulter-691448199489
  70. https://www.20min.ch/story/schweiz-entgeht-wegen-kampfjet-kauf-lukrativer-steuerdeal-mit-frankreich-983875043848
  71. Blick, VBS redet F-35 leise https://www.blick.ch/politik/obwohl-der-neue-kampfjet-deutlich-lauter-ist-vbs-redet-f-35-leise-id17201116.html
  72. https://www.srf.ch/play/tv/redirect/detail/72dc5187-d181-4344-b2d6-fcde85b7a6e6
  73. https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20214574
  74. https://www.rts.ch/info/suisse/12752983-larmee-change-dhoraire-pour-reduire-le-bruit-des-avions-de-combat.html
  75. j
  76. SRF, Tobias Gasser https://www.srf.ch/news/schweiz/neuer-kampfjet-fuer-die-schweiz-amherd-warnt-erneut-vor-verzoegerungen-bei-f-35
  77. F-35: Amherd fordert Rückzug der Initiative gegen F-35-Kampfflugzeuge https://www.nau.ch/news/schweiz/amherd-fordert-ruckzug-der-initiative-gegen-f-35-kampfflugzeuge-66120461
  78. Das Schweizer Volk hat am 27. September 2020 dem Kreditbeschluss über die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge zugestimmt, am 30. Juni 2021 ist im Bundesrat der Typenentscheid gefallen. 1. Liegen seitens Lockheed Martin verbindliche Offerten vor und bis wann behalten diese ihre Gültigkeit? 2. Was sind die Konsequenten, insbesondere die finanziellen, sofern der Zuschlag nicht innert Gültigkeitsfrist erfolgt?
  79. Le Temps, Philippe Boeglin https://www.letemps.ch/suisse/f35a-loffre-echoit-un-an-prix-pourraient-prendre-lascenseur
  80. Beni Gafner, Tagesanzeiger https://www.tagesanzeiger.ch/wenn-amherd-aus-der-schule-plaudert-957594113485
  81. Georg Häsler, NZZ https://www.nzz.ch/schweiz/die-schweizer-luftwaffe-waere-nur-bedingt-auf-einen-bewaffneten-konflikt-vorbereitet-ld.1667172?reduced=true
  82. https://www.watson.ch/amp/!529586832
  83. SRF, Bomben auf Tschechien: die Kriegsszenarien der Luftwaffe https://www.srf.ch/news/schweiz/brisante-vbs-dokumente-bomben-auf-tschechien-die-kriegsszenarien-der-luftwaffe
  84. VBS, Anrage SRF Air2030 Szenarien https://www.srf.ch/article/file/urn:srf:file:aeac89fa5af8c7fae6efb03ec9120705
  85. Georg Häsler, NZZ https://www.nzz.ch/schweiz/kampfjet-usa-mit-den-besseren-karten-als-frankreich-ld.1666561?reduced=true
  86. armasuisse, Kurzbericht neues Kampfflugzeug https://sichereschweiz.ch/owncloud/index.php/s/U2NbMYMZZhqYesJ
  87. https://www.handelszeitung.ch/unternehmen/f-35-lockheed-martin-wirbt-beim-schweizer-twitter-volk
  88. https://www.handelszeitung.ch/politik/der-amerikanische-kampfjet-f-35-ist-favorit-bei-vbs-evaluation
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  100. 100,0 100,1 THE AUSTRALIEN, The Australian's Robert Gottliebsen says the 72 Joint Strike Fighters in use by American troops, some of which… are due to be purchased by the Australian government, are “useless” https://www.theaustralian.com.au/commentary/useless-joint-strike-fighter-jets-set-to-be-purchased-by-australia/video/61d2ba36774cfb8aaac6bf373b569268
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